emLife

für ein Leben ohne narzisstischen Missbrauch

Hilfetelefon  Informationen 0175 6184 522 

Trennung von einem Narzissten

Trennungsspiele in die Abhängigkeit

Beziehungsende oder der neue Auftakt für ein weiteres Kapitel?

In der Beziehung - mit einer von ihm abhängigen Frau - erhält der Aggressor genau das, was er sich von seiner Partnerin erhofft. Eine Partnerschaft mit jemanden, über den er sein Machtstreben prächtig ausleben kann. In seinen Augen die perfekte Beziehung. 

In seinem Gegenüber kann er sich in seinem Glanz spiegeln und dafür liebt er seine Partnerin. 

Die Partnerin merkt zwar deutlich, dass sie irgendwie nicht richtig angenommen wird, bleibt aber, weil er es auch tut. Sie spürt seine seltsame Aura, verwechselt aber vieles mit ihren eigenen Gefühlen. Sie setzt in ihm voraus, was sie bei sich selbst fühlt. Was sie als negativ erlebt, relativiert sie zusätzlich und interpretiert es um. "Er meint es nicht so".

Irgendwann bricht das zerbrechliche Gefüge der Beziehung endgültig zusammen und beide Partner entziehen sich, um sich neu zu positionieren.


Reaktion auf die Trennung - Narzisst hat kein Interesse mehr

Beispiele:

Der Narzisst hat kein Interesse mehr an der Beziehung

Wenn der Narzisst wirklich gehen will, geht er schnell und zügig. Er schaut nicht zurück und die Partnerin hat das Gefühl, sie hat niemals für ihn existiert. "Er löscht das Opfer".
In diesem Fall kann die ehemalige Partnerin davon ausgehen, dass er schon vorher ein neues Opfer umgarnt und für sich gewonnen hat.

Er täuscht vor, die Beziehung zu verlassen

Sein Vorschlag sich zu trennen gleicht mehr einem Spiel, als dem tatsächlichem Wunsch, die Beziehung zu beenden. Oft bleibt er vor Ort und wartet ab, ob das Opfer ihn bittet zu bleiben. 

Falls er geht, ist nicht sicher, ob er nur geht, um wiederzukommen. Ist er für sich allein, stellt er nämlich schnell fest, dass ihm jetzt der Input fehlt. Mit zweifelhaften Äusserungen versucht er zu ergründen, ob sein Opfer eventuell wieder Kontakt mit ihm aufnehmen möchte. "Ich würde ja wieder mit dir reden wollen, aber ich verstehe, wenn du das nicht willst." "Wie lange willst du noch schmollen, du hast dich drei Tage nicht gemeldet". 
Dass er die Beziehung beendet hat, übersieht er geflissentlich. "Ich liebe dich, aber du willst ja meine Liebe nicht." "Er möchte ja diese Beziehung, die Partnerin ist nur nicht in der Lage, sich so zu verhalten, wie er es gerne möchte." Oft greift er der Reaktion des Opfers auch vor und begründet schon vorher eine mögliche Ablehnung durch das Opfer. "Ich habe ja nicht gefragt, ob ich zurückkommen kann. Ich habe gesagt, dass ich verstehe, dass du nicht mit mir reden möchtest."
Wenn sie weiterhin schmollt kann er sagen, dass sie für eine Beziehung mit ihm zu empfindlich ist und dass die Trennung berechtigt war. Dieses Vorgehen soll der Partnerin vermitteln, dass es ihr Verschulden ist, dass er jetzt nicht bei ihr ist. Geht die Partnerin auf diese perverse Kontaktaufnahme ein und wendet sich wieder dem Narzissten zu, entschuldigt er sich nicht. Die Schuld an den Differenzen sucht er allein bei seiner Partnerin.

Aus Sicht der Partnerin sind die Anlässe, die zu einer Trennung führen, absolut nichtig und kaum zu begreifen. Sie können auch nicht begriffen werden, weil der Narzisst in der Partnerin niemals einen eigenständigen Menschen sieht. Er sieht sie wie sein eigenes Ich. Spiegelt sie etwas anderes als er akzeptieren möchte, funktioniert das System nicht mehr und er trennt sich.

Die Betroffene geht daraufhin Kompromisse ein, weil sie diese Debatten um Nichtigkeiten nicht weiter fortführen will und passt sich immer mehr dem Aggressor an. Der Narzisst hat sein Ziel erreicht und sucht sofort eine neue Herausforderung. 
Die Partnerin wird niemals in der Lage sein, alles richtig zu machen. Seine Gefühlslage strukturiert sich täglich neu und damit auch seine Erwartungshaltung. Nur die absolute Anpassung an den Aggressor könnte die Partnerin retten. Dann hätte der Narzisst allerdings sein Ziel erreicht und die eigene Persönlichkeit der Partnerin vollkommen zerstört.
Und auch jetzt wäre er nicht zufrieden. In diesem Fall gäbe es keinen Input mehr. Das Opfer, ausgehöhlt durch ihn, ist schlicht am Ende. Wieder erhält er nicht, was er braucht. Also geht er auch in diesem Fall und sucht ein besseres Opfer. 

Es gibt keine Rettung. Es gibt nur die Flucht. Und diese tritt das Opfer auch immer wieder an, um dann festzustellen, dass es sich gar nicht trennen kann.



Der Narzisst - Seine Sicht der Trennung

Auch für ihn ist eine Trennung sicherlich eine traumatische Erfahrung, aber eben aus anderen Gründen. Hat er schon eine Nachfolgerin gefunden, hat er sein Problem gelöst. Trotzdem wird er versuchen, sich den Rücken frei zu halten und umgarnt seine ehemalige Partnerin mit perverser Kommunikation.
Was er an ihr hat, ist ihm ja bestens bekannt, während die neue Partnerin noch eine recht unbekannte Größe darstellt. Erweist sie sich als nicht geeignet, kann er auf sein ehemaliges Opfer zurückgreifen. Da er an seiner Ex-Partnerin zudem seine destruktive Seite ausleben kann, ist diese Vorgehensweise für ihn ideal.

Er quält das verlassene Opfer mit dem Vorwurf, die Trennung selbst verschuldet zu haben und nährt damit die Bereitschaft, die Beziehung auf einer anderen Ebene fortzusetzen. 

Die Trennung ist immer die Schuld der Partnerin. Ihre Fehler stehen im Fokus. Sollte er die Beziehung verlassen, kann sie ebenfalls gewiss sein, dass es ihr eigenes Unvermögen war, ihn zu halten. Welch ein Irrsinn!

Dass er alles daran gesetzt hat, ihr das Leben so unerträglich wie nur möglich zu machen, lässt er mal eben so aussen vor. Er dagegen wechselt in einem neuen Honeymoon, während er seine Ex-Partnerin hofiert, um sie dann endgültig fallenzulassen. Hier und da ein paar nette Worte eingestreut, dass er sich noch eine Beziehung mit ihr vorstellen kann und die Ex-Partnerin bleibt weiter am Ball. Manche Frau ist sogar bereit einen Seitensprung nach dem anderen zu verzeihen.

die Partnerin trennt sich von ihm

Richtig traumatisch wird es für ihn erst, wenn er zu hoch gespielt hat und die Partnerin tatsächlich nicht mehr zurückkehrt. Im Normalfall soll eine Trennungspause ja nur eine Warnung sein, um ihr aufzuzeigen, was sie sich leisten darf und was nicht. Wenn sie nicht mehr mitspielt und endgültig geht, wird es sehr dunkel in seiner Welt. Suizitversuche und Depressionen sind auch ihm nicht fremd.

Das geschieht jedoch eher selten, da er genau ausbalanciert, wie weit er mit seiner perversen Vorgehensweise gehen kann.

Ist eine Trennung unvermeitlich, stellt die ehemalige Partnerin schnell fest, dass der Aggressor die Macht über sein ehemaliges Opfer nicht verlieren will. E-Mails werden versendet, unheilvolle Botschaften werden verteilt, perfide Facebook-Einträge lassen grüßen. Die Umgebung des Opfers wird kontrolliert und infiltriert.
Von aussen versucht er weiterhin auf das Leben der ehemaligen Partnerin einzuwirken. Mit wem sie Kontakt hat, versucht er manipulierend zu bestimmen und zieht ihre Freunde auf seine Seite. Mit destruktiven und übergriffigem Verhalten quält er die Partnerin.

Geht das Opfer wieder zurück, macht es sich von allein unglaubwürdig und der gleiche Tanz beginnt von vorne. Über die Grenzen der Partnerin weiß der Aggressor jetzt noch besser Bescheid und nutzt das für sich. Wie er das Opfer immer wieder zurückholen kann, lernt er im Sekundentakt und die Frau folgt seinen reumütigen Äußerungen. Das Spiel beginnt  von neuem und die Verletzungen steigern sich von mal zu mal. 



Tu Dir das nicht an!

Eine endgültige Trennung ist immer ein Segen und bietet die Chance auf ein besseres Leben. Eine emotionale Trennung, wenn Kinder da sind, ist besser als nichts. Nach jeder Trennung muss sich das Opfer mit immer weniger zufrieden geben und jede Beziehungspause verändert Dein Wesen. 

Sie transformiert Dich in die Person, die er sich wünscht.


Text: Evelina Blum