Ich habe mein Selbst an den narzisstischen Partner verloren!
Die Trennung von einem Narzissten fühlt sich oft an wie eine Trennung von sich selbst. Im Grunde genommen ist es das tatsächlich auch. Wo dieses unbestimmte Gefühl herkommt, ist schwer einzuordnen. Zur Bewältigung der Trauerarbeit nach einer Trennung ist dieses Thema jedoch von zentraler Bedeutung.
Die Partnerin wurde mit ihrer Persönlichkeit unsichtbar gemacht
Der Aggressor hat in die Beziehung keine eigene Persönlichkeit eingebracht. Stattdessen hat er die Partnerin ausgelotet, um sich mit ihrem Wesen zu schmücken. Viele ihrer Eigenheiten und Angewohnheiten hat er übernommen oder sogar eins zu eins kopiert. Viele beschreiben diesen Vorgang auch als Enteignung, die insbesondere erst nach einer Trennung sichtbar wird.
Anstatt die Partnerin spätestens jetzt mit ihrem wunderbaren Wesen wahrzunehmen, wurde ihre Persönlichkeit verurteilt oder als wertlos abgestempelt. Ihre Individualität begreift der Narzisst als Fehler im System. Alle Anteile, die einst positiv und liebenswert an ihr waren, wurden von ihm verurteilt und durch seinen Anspruch auf Perfektion ersetzt. Die Partnerin muss so sein, wie er es erwartet. Jede andere Bestrebung ist falsch. Individualität und Selbstbestimmung haben in seinem System keinen Platz.
Selbstaufgabe bis zur Erschöpfung
Innerhalb der Partnerschaft musste die Betroffene sich ihm anpassen oder die Beziehung verlassen. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. Während einige Frauen das klaglos hingenommen haben, arbeiteten andere hart an ihrer Autonomie. Ihre Lebensaufgabe bestand darin, dem Aggressor immer wieder die Stirn zu bieten. Da sich ihre Gesamtsituation jedoch nicht verändert hat, waren auch sie gezwungen, sich ihm anzupassen, wenn sie bleiben wollten.
Eine positive Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit wurde in beiden Fällen unmöglich gemacht. Was sich durch persönliches Wachstum und lebendige Veränderung auszeichnet, wurde erstickt durch das starre Gerüst des Narzissten. Unbewusst gibt die Partnerin sogar das eigene Selbst freiwillig auf.
Wer bin ich nach einer Trennung vom Narzissten?
Ist die Trennung vollzogen, steht die Welt still. Das Opfer fühlt sich wie ausgelöscht. Die Trauer um den Partner und die verlorene Zukunft mit ihm ist groß. Die Betroffene fühlt sich ausgenutzt, beschmutzt, weggeworfen und allein. Der Partner, um den sich in der Beziehung alles gedreht hat, ist nicht mehr da. Die Sucht nach dem Partner ist oft stärker als gedacht und eine allumfassende Niedergeschlagenheit stellt sich ein. Ein großes schwarzes Loch tut sich auf und das Atmen fällt schwer.
Dass die Betroffene schon während der Beziehung emotional auf sich allein gestellt war, ist ihr durchaus bewusst. Trotzdem gab es da immer noch die physische Anwesenheit des Aggressors und die Tatsache, dass sich ihr ganzes Denken nur noch um diesen einen Partner gedreht hat.
Ich will wieder zurück
Mit der Trennung hat das Opfer nicht nur den Lebensgefährten verloren, sondern auch den gewohnten Lebensmittelpunkt. Die Lebensumstände haben sich mitunter ebenso dramatisch verändert und man wünscht sich zurück in die Beziehung, damit endlich der Schmerz nachlässt.
Aber die Träume sind ausgeträumt. Eine gemeinsame Zukunft gibt es nicht mehr. Diese neue Entwicklung muss erst akzeptiert werden. Das Kreiseln um den Partner raubt alle Kraft und den Schlaf. Trotzdem kann dieser Vorgang dein guter Freund sein. Er zieht dich aus einer toxischen Beziehung heraus, wenn du ein wenig Geduld mit dir selbst hast.
Dieses verlorene Gefühl auszuhalten ist schwieriger als zurückzugehen, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet. Du darfst also stolz auf dich sein, wenn du dich gegen die Sucht stellst und wegbleibst. Deshalb ist ein Kontaktabbruch meist sinnvoll. Kannst du diesen umsetzen, dann versuche es!
Wenn Selbstvorwürfe das Leben schwer machen
"Ich bin selbst schuld an der Trennung. " Nein, das bist du nicht! Niemand hat Schuld. Jeder darf so sein, wie er ist. Du bist nicht fehlerhaft, nur weil es einem anderen nicht gefällt, wie du bist. Wenn es nicht mehr passt, geht man auseinander, weil jeder seine eigene Persönlichkeit leben muss. Das ist ein gesundes Verhalten. Aber genau hier liegt das Problem. Innerhalb einer narzisstischen Beziehung will sich niemand trennen und autonom weiterleben, schon gar nicht die Partnerin, die oft gar keine eigene Identität mehr besitzt. Die eigene Psyche hat sich scheinbar aufgelöst und man fühlt sich wie umprogrammiert.
Endlosschleifen
Was oft bleibt, ist der Schuldenturm, den der Narzisst für dich gebaut hat und in dem du jetzt wohnst. Die Worte des Aggressors kommen aus allen Ecken gekrochen. "Du warst zu eifersüchtig. Du hast dich zu wenig um ihn gekümmert." Der Aggressor triggert jedes einzelne Schuldgefühl und du landest in einer Endlosschleife. Immer wieder machst du dir dieselben Vorwürfe. Auch nach der Trennung bist du noch das Echo des Narzissten und findest in seiner Schuldzuweisung eine Logik, die es gar nicht gibt.
Du trägst nicht die Schuld am Beziehungsende, mag der Aggressor es dir auch stundenlang vorbeten. Vielmehr hat er selbst dafür gesorgt, dass die Beziehung in eine Abwärtsspirale gerät. Sein perfides Verhalten dir gegenüber ist die Ursache dafür, deine Aberkennung deiner Persönlichkeit. Nicht deine Persönlichkeit ist falsch, nur weil es das behauptet. Du bist nicht der Fehler im System. In vielen Fällen spiegelte der Narzisst sogar seine eigene kaputte Denkstruktur auf dich. Er ist es, der sich gerade übermäßig eifersüchtig zeigt und sich kaum um dich kümmert. Nicht Du. Hast du dir dieses narzisstische Spiegelsystem schon angesehen und verstanden?
Wer gerade die Beziehung verlassen hat, besitzt diese Klarheit natürlich nicht. Lass ihn deshalb in deinem Kopf reden, so viel er will – und hör weg.
Das Gedankenkarussell und deine Verarbeitung
Es wird sich alles finden. Deine richtige Wahrnehmung gegenüber dem Gewaltpotenzial bleibt noch länger verschüttet. Die vielen unlogischen Zusammenhänge, die der Aggressor dir immer wieder vorgebetet hat, müssen erst verarbeitet werden, denn dahinter versteckt sich die emotionale Gewalt.
Viele Erkenntnisse mögen dir zwar auch innerhalb der Beziehung bewusst gewesen sein, diese haben sich jedoch immer wieder im Umgang mit dem Aggressor verflüchtigt. Instinktiv hat er dafür gesorgt, dass sich eine Verletzung nach der anderen einstellt, sodass du seine emotionalen Übergriffe nicht richtig verarbeiten konntest. Du hast sie verdrängt, weil schon wieder eine neue Aktion seinerseits deine Aufmerksamkeit erforderte.
Nach der Trennung stoppt dieser Vorgang und die schmerzhaften Ereignisse überrollen dich jetzt. Seine perfide Wortwahl bleibt jedoch noch lange im Gedächtnis und schmerzt. Und es ist kein Narzisst da, der dafür sorgt, dass neue Verletzungen entstehen, mit denen du dich nun beschäftigen kannst.
Die Folgen liegen auf der Hand: Um der schmerzhaften Gefühlswelt auszuweichen, die nach und nach ihr wahres Gesicht zeigen, gehen viele Betroffene wieder zurück in die Beziehung. Dieser Vorgang findet jedoch eher unbewusst statt, da andere Gründe vorgeschoben werden. Vielleicht hast du aber auch Ähnliches erlebt oder denkst gerade darüber nach?
Um diesen unbewussten Fallstricken auszuweichen, sollte der Kontakt zum Aggressor möglichst unterbunden werden, damit die Gehirnwäsche ein Ende findet.
Ich werde ersetzt und weggeworfen
Ja, das ist möglich. Ein narzisstischer Mensch kann gar nicht anders. Ohne Bestätigung und Aufmerksamkeit bezüglich seiner Person kommt er nicht zurecht und ist auf andere angewiesen. Viele betroffene Frauen werden sogar sofort ersetzt. Und anstatt entsetzt und enttäuscht über den Aggressor zu sein, fragt sich das Opfer verzweifelt, was es falsch gemacht hat.
Die Tatsache, dass der eigene Partner überhaupt kein Problem damit hat, die Frau an seiner Seite einfach auszutauschen, scheint dagegen vollkommen in Ordnung. Anstatt den Aggressor dafür zu verurteilen, macht das Opfer das, was es immer tut: den Fehler im System bei sich selbst zu suchen.
Die letzten Tage der Beziehung werden durchforstet und täglich neu ausgelotet. Wortwechsel und Erinnerungsfetzen werden verglichen. Die eigenen Sätze und Worte werden auf Tauglichkeit und Fehler untersucht. Jeder einzelne Satz des Narzissten wird analysiert: „Du hast mich zu oft allein gelassen.“ – „Deine Eifersucht war nicht zum Aushalten.“ – „Dein Egoismus zerstört die Beziehung.“ Und schon wieder hat nur einer Schuld, und das bist du. Überraschung!
Der Aggressor dagegen ist das arme Opfer und konnte ja gar nicht anders, als sich nach einer anderen Frau umzusehen.
Lass dich damit nicht wieder einfangen. Und nein, auch diese Frau wird nicht das bekommen, was du dir sehnlichst mit ihm gewünscht hast. Auch sie wird eines Tages so dasitzen wie du und sich fragen, was sie falsch gemacht hat.
Lass ihn ziehen und setze die gemeinsame Reise mit ihm nicht fort. Wohin diese führen wird, ist ja bekannt. Hier ist also Vorsicht geboten.
Die Schuldfrage innerhalb einer narzisstischen Beziehung
Die Klärung der Schuldfrage ist ein tragender Bestandteil innerhalb der Beziehung. Ich habe in meinem Blog schon so oft darauf hingewiesen. Macht dich das nicht etwas stutzig? Immer ist von Schuld die Rede. Sogar nach einer Trennung ist sie das zentrale Thema.
In der Beziehung mit einem Narzissten wird auffallend über die Schuldfrage diskutiert. Während alle anderen nach Lösungen suchen, sucht der Aggressor nach jemandem, dem er die Schuld zuschieben kann. Er sucht natürlich nicht bei sich. Und seine Worte, mit denen er diese These untermauert, bleiben noch lange im Gedächtnis des Opfers und führen dort ein Eigenleben.
Schuld. Schuld. Schuld.
Immer dreht sich alles nur um dieses eine Thema.
Fragt man nach, was er genau mit einem Vorwurf sagen will, fehlen ihm die Worte. Ich habe es versucht und nie ernst gemeinte Antworten erhalten.
Der narzisstische Spiegel
Auch ich konnte in der ersten Zeit seine Vorwürfe kaum zuordnen und habe immer wieder lange darüber nachgedacht. Beispielsweise, wenn er mir vorgeworfen hat: "Du bist faul, deshalb kann ich dich nicht ernst nehmen." Aber warum sollte ich faul sein? Ich arbeite den ganzen Tag und bin müde, wenn ich nach Hause komme. Ich habe gar keine Zeit, faul zu sein. Das ist er selbst, der er da beschreibt. Seine Arbeit hat ihn gelangweilt, und er saß oft untätig herum. Ich nicht!
"Du kümmerst dich nicht um mich." Der nächste Vorwurf. Nicht ich habe meinen Partner vernachlässigt, sondern umgekehrt. Er hat sich kaum um die Partnerschaft bemüht und ist lieber seinen persönlichen Interessen nachgegangen. Diese Vorgehensweise ist tückisch. Denn wer gelernt hat, jede Schuld auf sich zu nehmen, wird auch nach einer Trennung damit fortfahren.
Der Aggressor projiziert sein eigenes destruktives Verhalten auf sein Gegenüber. Und noch während das Opfer krampfhaft den Fehler im eigenen System sucht, lehnt er sich bequem zurück.
Überprüfe Dein Spiegelbild
Deshalb frage dich gewissenhaft, ob du weiterhin bereit bist, für das Versagen einer anderen Person die Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig zähle bitte einmal nach, wie oft du in deinem Denken dabei das Wort Schuld benutzt hast. In einer Beziehung mit einem narzisstischen Menschen wird nämlich grundsätzlich alles über die Schuldfrage definiert. Schon allein daran erkennt man einen Narzissten. Auch wenn ich mich wiederhole: Das muss noch einmal gesagt werden.
Deine emotionale Gefühlswelt muss wieder aufgebaut werden
Es hilft nichts! Während der Beziehungsphase konnte der emotionale Schmerz nicht richtig zugeordnet werden und das musst du jetzt für dich tun. Gib dir Zeit, den Schmerz mit deinen Emotionen zu verknüpfen.
Unmerklich wurde dir dies nämlich nicht gestattet: „Du bist viel zu empfindlich.“ – „Immer hast du ein Problem und willst dich streiten.“ Deine Gefühle hatten keine Daseinsberechtigung, weil sie den Aggressor gestört haben. Die Betroffene sollte im Sinne des narzisstischen Partners funktionieren und keine eigene Gefühlswelt aufbauen. Er war wichtig, du solltest in seinem Fokus stehen und dich nicht um dich selbst kümmern. Jetzt nimmst du dir die Zeit. Es wird sich lohnen und Entlastung bringen, obwohl es sehr schmerzhaft ist.
Viele Betroffene stehen diesem Prozess hilflos gegenüber und wünschen sich statt des Schmerzes Ruhe und stilles Vergessen. Besser ist es jedoch, diese Gedanken zuzulassen und sie freundlich zu begrüßen. Sie sind nicht dein Feind.
Ich möchte, dass der Schmerz aufhört
Das habe ich mir auch gewünscht. Viele betroffene Frauen begegnen dieser Entwicklung jedoch mit wachsender Ungeduld. Die Wahrnehmung der eigenen Würdelosigkeit und die stattgefundene Selbstaufgabe lähmen zusätzlich. Deshalb werden Abkürzungen aus dem Schmerzempfinden gesucht. Es gibt jedoch keinen anderen Weg. Vieles muss erst wieder seinen richtigen Platz finden. Dieser Vorgang trägt wesentlich zur Gesundung bei. Alles, was verdrängt wurde, muss ans Licht. Wo sollte es denn auch hin? Statt schlecht zu träumen, gib deinem Schmerz einen festen Platz. Kommt eine Depression dazu, ist die Sachlage eine andere. Diese Erkrankung gehört in geschulte Hände.
Das Kreiseln wird sich nach ein paar Monaten von selbst beruhigen. Es wird nicht für immer bleiben. Bleibst du auf Abstand, beruhigt sich auch das ständige Suchtgefühl nach dem Partner. Dein Gehirn muss lernen, sich nicht mehr mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen, sondern eine Situation gesund einzuschätzen. Wen interessiert es schon, wie die Spülmaschine eingeräumt wird? Richtig – niemanden. Hauptsache, das Geschirr ist sauber.
Dein Hirn arbeitet zunächst noch so, wie es der Narzisst eingefordert hat. Habe also Geduld mit dir selbst und geh nicht zurück, nur damit sich ein Frieden einstellt, der keiner ist. Dein Kopf findet irgendwann einen anderen Mittelpunkt, aber das kannst du nicht erzwingen. Wenn dein Körper lernt, dass er in Sicherheit ist, wird auch dein Hirn folgen.
Die Verarbeitung einer Missbrauchsbeziehung
Emotionale Gewalt hinterlässt immer ihre Spuren, ganz besonders in der Psyche der Betroffenen. Dazu kommt die bange Frage: „Wie erlebt der Partner gerade die Trennung? Gibt es noch einen gemeinsamen Weg?“ Dass sich die in Aussicht gestellte wunderbare Zukunft mit dem Partner niemals eingestellt hätte, weiß die Frau im hintersten Winkel ihres Herzens. Trotzdem ist der Verlust einfach da. Von der einsetzenden Trauer um die vermeintlich rosarot gefärbte Zukunft ganz zu schweigen. Zerplatzte und zerstobene Lebensträume mit eingeschlossen. Sich aus einer destruktiven Partnerschaft zu lösen, ist schwer. Das ist kein Liebeskummer, sondern die Verarbeitung einer Missbrauchsbeziehung.
Die Beziehung mit einem persönlichkeitsgestörten Menschen treibt das Opfer in einen Strudel aus Verzweiflung, Burnout und Schmerzattacken. Nach der Trennung müssen die erlittenen Ungerechtigkeiten nachträglich kompensiert werden und die zerbrochene Seele muss Heilung finden. Diese Verarbeitung kostet Kraft und Zeit. Diese tiefe Trauer und der massive Schmerz des Opfers können viele Personen nach einer Trennung nicht nachvollziehen
Misstrauen und Wut
Es hilft jedoch nichts. Die Betroffene kann nach der Trennung nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Sie wurde verbal, emotional und/oder körperlich angegriffen. Das Seelenleben hat gelitten. Die Seele wurde vergewaltigt – und ob nicht tatsächlich ein körperlicher Übergriff stattgefunden hat, muss in manchen Fällen ebenfalls geklärt werden.
Was kann ich heute für mich tun?
Jeder einzelne Tag muss für sich gelebt und bewältigt werden. Allein das ist schon schwierig genug. Ist der Schmerz zu groß, suche anderweitige Ablenkung. Nimm alte, liebgewonnene Tätigkeiten wieder auf und nutze jede Möglichkeit, den Tag zu füllen. Lebe von einer Minute zur nächsten, wenn es sein muss. Du musst nicht deine ganze Zukunft bewältigen, sondern nur das Heute. Nur in dieser einen Minute musst du deine Sucht nach dem Partner aushalten, nicht morgen.
Weine, brülle, schreie und kümmere dich nicht darum, was andere von dir denken. Nimm dir Zeit für dich selbst und lebe deine Gefühle aus. Du musstest lange darauf verzichten. Deine Heilung geschieht nicht von heute auf morgen. Lasse die Trauer um den Narzissten zu, auch wenn andere meinen, er wäre keine Träne wert. Du hast ihn geliebt. Weine um dich selbst und um deine verlorenen Träume. Deine Tränen hat der Narzisst nicht verdient, aber Du hast ein Anrecht auf deinen Schmerz und deine Trauer. Lebe sie aus und stehe zu ihr. Du hast Verlust erlebt. Deshalb musst du aber nicht zum Narzissten zurückkehren, wenn er wieder vor der Tür steht, nur damit es scheinbar leichter wird mit dem Verlust umzugehen. Du hast dich selbst verloren, nicht ihn, mach dir das klar!
Dein Durchhaltevermögen wird sich lohnen. Und ja, dein zukünftiges Leben wird sicher nicht einfach sein, auch wenn du den Missbrauch hinter dir gelassen hast. Es werden neue Herausforderungen kommen. Denn unser Dasein ist wunderbar, aber auch schrecklich kompliziert, und das Leben geht nicht immer gut mit uns um. Aber es ist ein Leben ohne emotionalen und verbalen Missbrauch.
Schau dich um: Das Loch ist tief, in das du gefallen bist. Kauf dir eine schöne Tapete oder streiche die Wände neu. Mach es dir dort gemütlich mit warmen Decken, die dich schützen und einem Tee, der dich von innen wärmt.
Du wirst eine längere Zeit dort verbringen.
Geh nicht zurück in die vermeintliche Sicherheit mit dem Narzissten.
Halte aus und warte auf Besserung.
Und das Wichtigste: Kein Schmerz ist für immer. Das weiß ich ganz genau, denn ich habe es selbst erlebt.
@Evelina

