Rückfall und andere Irritationen
nach der Trennung von einem Narzissten

On/ Off Beziehungen

Wenn Beziehungen beendet werden, um immer wieder von vorn zu beginnen, sollten sich beide Partner die Gründe dafür genau ansehen. Dieses Verhalten gehört zu einem Beziehungsmuster, welches Anlass zur Sorge geben sollte. Gemeint sind hier die unguten Beziehungen, in denen sich die Partner nachweislich nicht wohl fühlen, ohne die Beziehung dauerhaft zu beenden. Beide gehen in eine kurze Aus-Zeit, reden nicht über das Erlebte und alles beginnt von vorn. Eine kurze Kontaktaufnahme reicht und die Beziehung wird wieder aufgenommen. Oft ist sogar unklar, ob man getrennt ist, oder nur eine Pause eingelegt hat. Ein Blick auf den Status bei Facebook ist auch keine Seltenheit. In der Beziehung mit einem Narzissten entsteht unter diesem Aspekt eine ganz eigene Dynamik.

Auch wenn die Partnerschaft offiziell als beendet gilt, steht irgendetwas immer noch im Raum. Ein Pullover, der noch abgeholt werden muss oder Schlüssel, die auf Ewigkeiten keinen Abnehmer finden. Der Aggressor lässt sich Zeit und immer ein paar Türen offen. Diese Vorkommnisse sind leider an der Tagesordnung. 
Schon Nichtigkeiten bringen ihn dazu, sich aus der Beziehung zu verabschieden, ohne eine Erklärung abzugeben, oder er täuscht vor, die Beziehung verlassen zu wollen.

Mit diesen Verabschiedungen kommt die Partnerin nicht zurecht, da oftmals noch diverse Signale interpretiert werden müssen. Kommt er wieder? Hat er gesagt, dass er wiederkommt? Niemand scheint es zu wissen! Kommt der narzisstische Partner dann tatsächlich wieder durch die Tür, atmet die Partnerin auf, weil die Ungewissheit ein Ende hat. 
Die Betroffene geht wieder zurück in die Beziehung und versucht diesen Irritationen entgegenzuwirken, um einer schmerzvollen Trennung auszuweichen. Leider ohne Erfolg. Der einzige Erfolg verzeichnet der Aggressor, da die Frau ihn immer wieder zurücknimmt und ihr weiteres Verhalten ganz nach ihm ausrichtet.
Zudem verlangt er von ihr, die Altlasten und die unguten Gefühle sofort zur Seite zu schieben. So muss er eigenes Fehlverhalten nicht einräumen, da die Vergangenheit keine Rolle mehr spielt. Er tut so, als wäre nichts geschehen und geht zur Tagesordnung über. Es scheint so, als hätte nur die Partnerin die Trennung emotional durchgemacht.

Er hat versprochen sich zu ändern:

Nein, will er nicht. Natürlich wird er versprochen haben sich zu ändern, denn nun ist auch das möglich. Er braucht nur noch eine erste, zweite, dritte, vierte .... Chance. Hat er noch keinen Ersatz gefunden, möchte er sein Opfer nicht verlieren. So einfach ist das.
Jemand an dem er sein Kontroll- und Machtverhalten ausüben kann, ist nicht so leicht zu finden. Mit Liebe hat das leider gar nichts zu tun. Mag er das auch noch so oft sagen, gemeint ist etwas anderes. Das sollte keine Frau vergessen, die sich da gerade einredet, dass er sie ja doch noch liebt und alles gut werden wird. Ob er tatsächlich die neugewonnene Freiheit mit seiner Next aufgeben wird, ist sowieso fraglich.

Hat sich schon ein anderes Opfer gefunden, ist die Trennung für ihn viel einfacher zu gestalten. Er kommt zurück, um den Schmerz der Partnerin zu erleben und ihr die Schuld an der Trennung zuzuschreiben. Diese Perspektive ist zwar sehr schmerzhaft für das Opfer, aber eigentlich das Beste, was der Frau passieren kann. Der Narzisst geht und kommt hoffentlich nie wieder. Die Gefühle der Wertlosigkeit und der Ausnutzung machen allerdings sehr zu schaffen und sollten auch nicht unterschätzt werden.

Ihr frommer Wunsch "eine andere Frau"

Das klappt wunderbar in der eigenen Gedankenwelt. Ist diese Tatsache Realität, sieht es ganz anders aus. Viele Opfer wünschen sich, dass er eine andere Frau findet und die Beziehung sich dann so beendet. Dies ist aber oft ein Trugschluss. Wenn diese Tatsache tatsächlich von ihm geschaffen wird, beginnt eine sehr schmerzvolle Zeit der Eifersucht. Die erste Zeit in der Beziehung, wo alles in rosa Farben leuchtete, ist noch präsent.
Das alles vermutet sie jetzt bei der Next und fragt sich, ob diese alles das bekommt, was sie sich je gewünscht hat. Die Frage, ob es an ihr gelegen hat, und er mit der neuen Beziehung jetzt viel glücklicher ist, nimmt nachher viel mehr Raum ein, als das Gefühl der Erleichterung.

Dieser Schuss geht nach hinten los. Garantiert. Therapeutische Hilfe anzunehmen ist ein besserer Weg, dass Erlebte zu verarbeiten, um diese Gedanken richtig einzuordnen. Besser wäre es jedoch vorher zu gehen und selbst den Absprung zu finden. Damit lebt es sich besser.
Stellt sich irgendwann heraus, dass es diese Affäre schon lange vorher gegeben hat, ist der Schmerz kaum auszuhalten. Wer geht und sich dann nicht mehr umschaut, tut sich selbst einen großen Gefallen


Rückfall und andere Irritationen

Warum ist fast immer eine andere Frau im Spiel!?

Vielfach hat die Partnerin schon signalisiert, dass sie den Aggressor durchschaut hat und zeigt wenig Wohlwollen, an ihrer Bewunderung für ihn zu arbeiten. Ohne diese Bestätigung hat er wiederum kein Interesse mehr an der Beziehung und sieht sich anderweitig um.
Zeigt sie sich dagegen auffallend freundlich und zugeneigt, hat sie irgendwann keine Kraft mehr für die Beziehung. Auch dieses Vorgehen ist für den Narzissten unattraktiv, da die Partnerin keine Herrausforderung für ihn darstellt.

Fakt ist: Erhält er keinen Respekt, keine Bewunderung, keine Anerkennung und keine narzisstische Zufuhr mehr, schaut er sich anderweitig um. Ohne diese Pluspunkte sucht er schnell nach Ersatz. Obwohl sich dies fremd und lieblos anhört, entspricht das leider ganz genau den Tatsachen.

Wie geht sein Leben nun weiter?

Die Betroffene hat während der Beziehung gelernt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und hat ihren Fokus auf sein Leben gelegt. Also ist die Frage, "was macht mein Partner jetzt", enorm wichtig. Das Kreiseln um dieses Thema füllt Tage, wenn nicht ganze Wochen.
Damit aufzuhören ist schwer und funktioniert am Anfang nicht. Die Frage, wie er seine Zeit verbringt und welche neuen Frauen er kennenlernt, beschäftigen den Kopf bei Tag und Nacht und das Grübeln darüber findet kein Ende. Das Kopfkino steht nicht still.

Wie es für ihn weitergeht, das ist allerdings klar. Wer die Hintergründe seines Verhaltens erfasst hat, und das Krankheitsbild kennt, braucht sich diese Frage eigentlich gar nicht mehr stellen.

Der Narzisst sucht Ersatz für das Opfer und das bitte so schnell wie möglich.

Opfer/Frauen, die er bereits kennt, sind für ihn leichter zu manipulieren und diesen wird er sich zuerst zuwenden. Die individuellen Verhaltensmuster der betroffenen Frauen sind ihm bekannt und so kann er sich diesen Personen unbekümmert und manipulierend zuwenden.
Der Griff zur Ex könnte der erste Schritt sein, falls diese sich noch geneigt zeigt. Hier bekommt er zusätzlich noch die Bestätigung, dass er das Scheitern der alten wie neuen Beziehung nicht zu verantworten hat. Bleibt nur zu hoffen, dass sich bereits herumgesprochen hat, wer hier das Problem ist.

Leider ist der Aggressor auch hier ein Meister der Manipulation und hat vielfach schon im Vorfeld seine Umgebung gegen das Opfer aufgebracht. So bleibt er auch nach der Trennung mit einer weißen Weste zurück und die Partnerin steht einer feindlich gesinnten Umgebung gegenüber. Das Opfer findet selten Gehör bei Bekannten und gemeinsamen Freunden und ist vor weiteren Manipulationen nicht sicher.

Oft werden getrennte Beziehungen auch auf freundschaftlicher Basis wieder fortgesetzt und das Paar findet irgendwie, irgendwo wieder zusammen. Auch dieses Vorgehen ist nicht weiter ungewöhnlich. Wenn er sich ein paar Tage nach der Trennung wieder meldet und unverfänglich ein Gespräch anfängt, ist die Beziehung wieder offen. Sind Kinder beteiligt, wird auf diese Weise oft Einfluss genommen. 
Selbst, wenn der Aggressor schon eine neue Partnerin hat, signalisiert er oft, dass er an einer Weiterführung der Beziehung durchaus interessiert ist. Statt klare Grenzen zu ziehen, lässt er durchblicken, dass er durchaus noch Interesse hätte, wenn die Partnerin ... dies ... und wenn die Partnerin das ... tun würde. Er lässt genug Raum für Interpretationen und umgarnt weiterhin sein Opfer. Eine Trennung hält ihn auch nicht davon ab, sich weiterhin eifersüchtig zu zeigen, um die Ex-Partnerin weiter zu kontrollieren. Das Opfer nennt es: "Er kann doch nicht ohne mich" und macht sich wieder Hoffnungen.

Warum gehe ich immer wieder zurück?

Eine SMS oder eine E-Mail reicht manchmal schon aus, um alles wieder auf Anfang zu setzen. Wobei Neuanfang hier nicht heißt, dass ein Problem zufriedenstellend gelöst wird und beide bis an ihr Lebensende glücklich sind. Es beginnt nur alles wieder von vorne, bis zur nächsten Trennung. Freunde und Bekannte beginnen schon zu lächeln, wenn die betroffene Frau verkündet, die Beziehung sei beendet. Dabei ist die Beziehung schon längst zu einer Art Lebensinhalt geworden, ohne den die Betroffnene gar nicht mehr auskommen kann. Ihre Gedanken beschäftigen sich nur noch mit dem Aggressor, bis ihr eines Tages klar wird, dass sie auf eine eigenartige Weise von ihm abhängig geworden ist.

Da die Struktur der Beziehung Ihr beigebracht hat, nur noch um den Aggressor zu kreiseln, tut sie dies natürlich auch weiterhin in einem sehr starken Ausmass. Dieser Vorgang fühlt sich an wie eine Sucht. Nicht direkt wegen dem flüchtigen Partner, sondern eher wegen den eigenen Gedanken. Taucht der Aggressor in irgendeiner Form wieder auf, beruhigt sich dieses Gefühl sofort wieder.

Manchmal lässt sich das Opfer sogar noch auf eine Nebenbeziehung ein, um den Narzissten nicht ganz aufgeben zu müssen. Sie geht von einer ehemaligen Hauptbeziehung in eine Beziehung, in der sie jetzt eine Affäre mit dem Aggressor hat.

"Ich will eben nicht allein sein"

Natürlich ist jeder in seiner Partnerschaft auf der Suche nach Liebe und möchte Geborgenheit spüren. Dafür werden Kompromisse eingegangen, die aber in einer Beziehung mit einem Narzissten zur völligen Selbstaufgabe führen. Die eigene Würde und moralische Bedenken verabschieden sich postwendend vor der Angst, den geliebten Partner endgültig zu verlieren. Nur noch der Kontakt zum Partner zählt.

Trennungen werden viele Male versucht und gelingen nicht. Der Aggressor setzt dem ebenfalls kein Ende und so entsteht in der Frau die Vermutung, dass auch er an der Beziehung weiterhin interessiert ist, dies aber aus irgendwelchen Gründen nicht zugeben möchte. Entschuldigungen für sein Trennungsverhalten werden gesucht und gefunden.

Kompromisse gibt es jedoch nur, wenn er einen Nutzen davon hat. Die Partnerin dagegen muss sich anpassen. Verhält sie sich nicht regelkonform und ist uneinsichtig, wird die Beziehung erneut beendet. Möchte sie ein rotes Sofa und er ein grünes Sofa, zweifelt er wieder an der Partnerin. Hat er sich richtig entschieden? Kann sie wirklich die richtige Partnerin für ihn sein, wenn sie ständig eine andere Meinung vertritt? Eine sehr seltsam anmutende Denkweise in diesem Fall, die aber auf fast alles übertragbar ist und eine Trennung nach der anderen auslöst. 

Die Worte des Narzissten: "Immer muss ich tun was Du willst. Du engst mich ein," drücken hier noch am besten aus, was er denkt. 

In diesem Spiel gewinnt die Partnerin also den richtigen Eindruck, dass ihm die Trennung wenig auszumachen scheint. Da er Kontrolle ablehnt, ist die Trennung für ihn eigentlich unausweichlich. Seine Macht über das Opfer zu spüren und die betroffene Frau zu einem neuen Anfang zu überreden, gefällt ihm jedoch immer wieder neu. Ist die Betroffene bereit ihre Meinung aufzugeben, auch wenn sie dabei ihre Würde verliert, freut er sich. Außerdem hat er so das Problem mit dem Sofa gelöst.

Nimmt die Partnerin sein Angebot an und geht nach einer Trennung wieder zurück, obwohl schon eine andere Frau am Horizont auftaucht, fühlt er sich noch mehr bestätigt. Muss sie sich ganz bewusst hinter seiner neuen Beziehung anstellen, ist er am Ziel. Stellt sich später heraus, dass es diese Affäre schon lange vorher gegeben hat, ist der Schmerz kaum auszuhalten. Wer geht und sich dann nicht mehr umschaut, tut sich selbst einen großen Gefallen.

"Ich will trotzdem zurück"

In der ersten Zeit nach der Trennung herrscht nur dieser eine Gedanke vor. Dass man auch schon während der Beziehung, mehr oder weniger, allein gelebt hat, dessen ist man sich durchaus bewusst; trotzdem war da immer noch der Partner, um den sich das ganze Denken gedreht hat. Mit der Trennung hat man daher nicht nur den Narzissten verloren, sondern auch den eigenen Lebensmittelpunkt. Die Lebensumstände verändern sich jetzt dramatisch und man wünscht sich in die Beziehung zurück, damit der Schmerz endlich nachlässt.

Dazu kommt die Verarbeitung der vermeintlichen Schuld, die Trennung angeschoben zu haben. Spielt der Aggressor diese Schuldgefühle auch noch nach der Trennung aus, weil das Opfer nicht sofort den Kontakt abbricht, landet die Betroffene in einer Endlosschleife und macht sich selbst Vorwürfe. Um diesen Gefühlen auszuweichen, gehen viele Betroffene wieder zurück in die Beziehung. Dieser Zustand kann also nur beendet werden, wenn der Kontakt tatsächlich abbricht und die Gehirnwäsche ein Ende findet.

Nicht die Betroffene trägt die Schuld am Ende der Beziehung. Vielmehr hat der Aggressor selbst, mit seinem perfiden Verhalten der Partnerin gegenüber, die Trennung provoziert.

Was das Opfer in dieser Situation nur selten sieht, ist die Tatsache, dass der Aggressor dem Opfer seine eigenen Verfehlungen vorwirft.

Wie soll ich das alles überstehen?

Die Trennung von einem Narzissten fühlt sich an wie eine Trennung von sich Selbst. Und genau das ist es auch. Der Narzisst hat keine eigene Persönlichkeit mitgebracht und nur die Partnerin ausgelotet.Trotz allem lohnt es sich die Trennung durchzuhalten, auch wenn es schwer fällt, sich nicht wieder mitreißen zu lassen, von einem Schwall von Lügen und Lockangeboten. Diese versprechen zwar eine bessere Partnerschaft, aus der jedoch niemals etwas werden wird. Es sind nur Worte. Worte ohne Bedeutung und Hintergrund.
Egal was passiert; es kann nicht besser werden. Der Narzisst kann sein Verhalten nicht ändern. Seine Persönlichkeit, durch schweren Missbrauch in der eigenen Kindheit geschädigt, kann das nicht zulassen. Nur die Partnerin kann ihre Situation verändern und ihr Leben in andere Bahnen lenken.

... aber, dann habe ich versagt.

Nein, hast Du nicht. Auch die nächste Beziehung des Aggressors wird so enden. Seine psychischen und verbalen Verletzungen werden auch dort Wirkung zeigen. Es liegt nicht an Dir, mag er das auch immer wieder von sich geben, wie eine kaputte Schallplatte.

Der Narzisst und seine Opferrolle

Nach einer Trennung muss der Aggressor lange Zeit ohne sein destruktives Verhalten auskommen. Zur neuen Partnerin muss er jetzt überaus freundlich sein, damit diese nicht gleich wieder die Flucht ergreift. Seine destruktive Seite kann er deshalb nur sehr begrenzt ausleben.
Dieses Wissen macht ihn unglaublich wütend. Er weiß genau, wie schwer diese Zeit für ihn werden wird.

Also wird er seinem davon gelaufenen Opfer (DU), wenn es weiter im Kontakt mit ihm bleibt, immer wieder in seinen Augen zu Recht vorwerfen, dass DEINEgoismus daran schuld ist, was er jetzt alles erdulden muss.

Was ergibt sich daraus für ihn zwangsläufig?

Er ist das Opfer !!!
Wer hätte das gedacht ???????????? (Sarkasmus)

Wende den Blick ab und geh!

Das Opfer verlässt zu Recht den Ort vieler Kämpfe, Niederlagen und Verletzungen. Es dreht einem Kriegsschauplatz den Rücken zu und geht, belastet durch die Schuldgefühle seiner Aussagen und Verstrickungen. Jeder Mensch darf sich jedoch schützen, wenn er von anderen geschlagen wird, egal ob es mit Worten geschieht oder ob hinterhältige, emotionale Übergriffe dafür benutzt werden.

Lauf weg, bevor er Dich wieder mit seinem Charme und seinen Überredungskünsten einfängt. Du trägst nicht für alles die Schuld, mag er Dir das auch noch hundertmal erzählen wollen.