LEBEN ohne Narzissten

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Verein emLife

Trennung vom Narzissten

Rückfall und andere Irritationen

Wenn Beziehungen beendet werden, um von vorn zu beginnen, sollten sich beide Partner die Gründe dafür genau ansehen. Dieses Verhalten gehört zu einem Beziehungsmuster, welches Anlass zur Sorge geben sollte. Gemeint sind hier die unguten Beziehungen, in denen sich die Partner nachweislich nicht wohl fühlen, ohne die Beziehung "dauerhaft" beenden zu können. Beide gehen in eine kurze Aus-Zeit, reden nicht über das Erlebte und alles beginnt von vorn. Eine kurze Kontaktaufnahme reicht und die Beziehung wird wieder aufgenommen.

In narzisstischen Beziehungen entsteht unter diesem Aspekt eine ganz eigene Dynamik. Die Partnerschaft gilt zwar als beendet, aber irgendetwas steht immer noch im Raum. Ein Pullover, der noch abgeholt werden muss oder Schlüssel, die auf Ewigkeiten keinen Abnehmer finden. Der Aggressor lässt sich Zeit und immer ein paar Türen offen. Diese Vorkommnisse sind leider an der Tagesordnung. Schon Nichtigkeiten bringen ihn dazu, sich aus der Beziehung zu verabschieden. Er taucht unter, ohne eine Erklärung abzugeben oder täuscht vor, die Beziehung verlassen zu wollen. Die Überraschung ist manchmal groß, wenn der Partner dann wieder vor der Türe steht und erklärt, dass es ihm leid tut.

Die Betroffene geht immer wieder darauf ein und versucht diesen Irritationen entgegenzuwirken, um dieses Verhalten schon im Vorfeld abzustellen. Leider ohne Erfolg. Der einzige Erfolg verzeichnet der Aggressor, da die Frau ihn immer wieder zurücknimmt und ihr weiteres Verhalten ganz nach ihm ausrichtet.

Liebesentzug wird eingesetzt um das Opfer abzustrafen

Die betroffene Frau kann selten deutlich sagen, ob die Beziehung tatsächlich beendet ist oder nur pausiert. Der Aggressor sendet diverse Signale, die erst interpretiert werden müssen. Kommt der narzisstische Partner dann wieder durch die Tür, atmet die Partnerin auf, weil die Ungewissheit ein Ende hat. 

Allerdings verlangt er von ihr, die Altlasten sofort zur Seite zu schieben. So muss er eigenes Fehlverhalten nicht einräumen, da die Vergangenheit keine Rolle mehr spielt. Manchmal tut er so, als wäre nichts geschehen und geht zur Tagesordnung über. Es scheint so, als hätte nur die Partnerin die Trennung "emotional" durchgemacht.


Freundschaft ohne Ende?

Oft werden getrennte Beziehungen auch auf freundschaftlicher Basis wieder fortgesetzt und das Paar findet irgendwie, irgendwo wieder zusammen. Auch dieses Vorgehen ist nicht weiter ungewöhnlich. Wenn er sich ein paar Tage nach der Trennung wieder meldet und unverfänglich ein Gespräch anfängt, ist die Beziehung wieder offen. 

Sind Kinder beteiligt, wird auf diese Weise oft Einfluss genommen. Selbst, wenn der Aggressor schon eine neue Partnerin hat, signalisiert er oft, dass er an einer Weiterführung der Beziehung durchaus interessiert ist. Statt klare Grenzen zu ziehen, lässt er durchblicken, dass er durchaus noch Interesse hätte, wenn die Partnerin ... dies ... und wenn die Partnerin das ... tun würde.
Er lässt genug Raum für Interpretationen und umgarnt weiterhin sein Opfer. Nichts hält ihn davon ab, sich weiterhin eifersüchtig zu zeigen, um die Ex-Partnerin weiter zu kontrollieren. Das Opfer nennt es: "Er kann doch nicht ohne mich" und macht sich wieder Hoffnungen.

Manchmal lässt sich das Opfer sogar noch auf eine Nebenbeziehung ein, um ihn nicht ganz aufgeben zu müssen. Sie geht von einer ehemaligen Hauptbeziehung in eine Beziehung, in der sie jetzt eine Affäre mit dem Aggressor hat.

Eine SMS oder eine E-Mail reicht manchmal schon aus, um alles wieder auf einen Neuanfang zu setzen. Wobei Neuanfang hier nicht heißt, dass ein Problem zufriedenstellend gelöst wird und beide bis an ihr Lebensende glücklich sind. Es beginnt nur alles wieder von vorne, bis zur nächsten Trennung. Freunde und Bekannte beginnen schon zu lächeln, wenn die betroffene Frau verkündet, die Beziehung sei beendet.

Warum gehe ich immer wieder zurück?

Die Beziehung ist längst zu einer Art Lebensinhalt geworden, ohne den die Betroffnene nicht mehr auskommen kann. Ihre Gedanken beschäftigen sich nur noch mit der Beziehung, bis ihr eines Tages klar wird, dass sie auf eine eigenartige Weise "abhängig" geworden ist.

Da die Struktur der unguten Beziehung ihr beigebracht hat, nur noch um den Aggressor zu kreiseln, tut sie dies natürlich auch weiterhin in einem sehr starken Ausmass. Dieser Vorgang fühlt sich an wie eine Sucht. Nicht direkt wegen dem flüchtigen Partner, sondern eher wegen den eigenen Gedanken. Taucht der Aggressor in irgendeiner Form wieder auf, beruhigt sich dieses Gefühl sofort wieder


Warum gehe ich immer wieder zurück

Ich will nicht allein sein

Natürlich ist jeder in seiner Partnerschaft auf der Suche nach Liebe und möchte Geborgenheit spüren. Dafür werden Kompromisse eingegangen, die in einer Beziehung mit einem Narzissten zur völligen Selbstaufgabe führen. Die eigene Würde und moralische Bedenken verabschieden sich postwendend vor der Angst, den geliebten Partner endgültig zu verlieren. Nur noch der Kontakt zum Partner zählt.

Trennungen werden viele Male versucht und gelingen nicht. Der Aggressor setzt dem ebenfalls kein Ende und so entsteht in der Frau die Vermutung, dass auch er an der Beziehung weiterhin interessiert ist, dieses aber aus irgendwelchen Gründen nicht zugeben möchte. Entschuldigungen für sein Trennungsverhalten werden gesucht und gefunden.

Kompromisse gibt es nur, wenn er einen Nutzen davon hat. Die Partnerin dagegen muss sich anpassen. Verhält sie sich nicht regelkonform und ist uneinsichtig, wird die Beziehung erneut beendet. Möchte sie ein rotes Sofa und er ein grünes Sofa, zweifelt er wieder an, wofür er sich gerade entschieden hat. Sie ist dann nachweislich nicht die richtige Partnerin für ihn. Eine sehr seltsam anmutende Einstellung, die aber auf fast alles übertragbar ist und eine Trennung nach der anderen auslöst. 

Manipulation - das Mittel zum Ziel

Seine Worte: "Immer muss ich tun was Du willst." "Du engst mich ein." "Ich trenne mich", drücken aus, was er denkt. Und schon sucht die Partnerin wieder den Fehler bei sich selbst. Vergebens natürlich. Er spiegelt. Der Partnerin schiebt er nur die Schuld zu, dass er sich von ihr trennen muss.

Dabei gewinnt die Partnerin den richtigen Eindruck, dass ihm die Trennung wenig auszumachen scheint. Für ihn scheint das ganze eher ein Spiel zu sein. Seine Macht über das Opfer spüren zu können und die betroffene Frau zu einem neuen Anfang zu überreden, gefällt ihm.
Ist die Betroffene bereit darauf einzugehen, auch wenn sie ihre Würde verliert, freut er sich. Nimmt sie sein Angebot an, obwohl schon eine andere Frau am Horizont auftaucht, fühlt er sich bestätigt. Muss sie sich ganz bewusst hinter seiner neuen Beziehung anstellen, ist er am Ziel. 

Trennungsspiele in die Abhängigkeit
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Stellt sich später heraus, dass es diese Affäre schon lange vorher gegeben hat, ist der Schmerz kaum auszuhalten. Wer geht und sich dann nicht mehr umschaut, tut sich selbst einen großen Gefallen.

Text by Evelina Blum