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Die Trennung von einem Narzissten solltest du emotional vorbereiten

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Warum kann ich mich innerhalb einer toxischen Beziehung nicht einfach von meinem Partner trennen?

Eine Trennung von einem Narzissten ist nicht einfach. Trotz der massiv eingesetzten Gewalt gibt es viele Faktoren, warum das Opfer in einer Beziehung mit einem toxischen Partner verbleiben möchte. Schuldgefühle und Abhängigkeit sind emotionale Themen, die ich sofort damit verbinde.

Kinder, Hund, Abhängigkeit und Verlust

Diese Bedenken müssen ernst genommen werden. Hier bin ich ganz bei dir. Vielfach spielen auch finanzielle Unsicherheiten eine große Rolle. Ob sich hinter diesen vorgebrachten Bedenken tatsächlich eine Abhängigkeit versteckt, ist manchmal gar nicht direkt greifbar. Der Wunsch nach Veränderung steht jedoch im Raum. Da das Opfer bleiben will, muss der Aggressor sich ändern.

Mit diesem Wunsch spitzt sich die Lage oft dramatisch zu, da der Partner die wohlgemeinten Vorschläge vielfach rigoros ablehnt. Streit und Unfrieden sind vorprogrammiert und eine Besserung der Situation ist auf lange Sicht nicht möglich. Trennungsgespräche werden geführt, die Umsetzung bleibt aber aus. Die Folgen des Missbrauchs sind nachher unübersehbar.

Die Angst vor der Zukunft

Was haften bleibt, ist die Angst vor der ungewissen Zukunft und der zerstörte Selbstwert. Die Haltung dem Leben gegenüber hat sich verändert. Wer an Selbstbewusstsein verloren hat, kann sich nur schwer neuen Herausforderungen stellen und verirrt sich eher in diversen Panikgedanken, anstatt sich auf einen Neuanfang zu konzentrieren. Ein verängstigter Mensch möchte kein Niemandsland erkunden und auf eine Reise ins Nirgendwo gehen. Der möchte bleiben, wo er ist. Und am liebsten bei dem Narzissten, egal, wie blöd der daherkommt.

Diese Unsicherheit greift der Narzisst auf. Er weiß, dass du nicht gehen wirst, sondern alles dafür tun wirst, damit die Beziehung funktioniert. Dabei warst du einmal die starke Persönlichkeit und nicht er.

Ist es Abhängigkeit oder Liebe?

Doch die eigene Stärke scheint vergangen und die Zukunft ohne diesen Partner steht rabenschwarz vor der Tür. Abhängigkeit und Unsicherheit machen sich breit. Diese unheilverkündende Tür sollte dementsprechend lieber zubleiben. Diese Tür ist aber der einzige Weg aus deinem Gefängnis. Dieser Weg führt in eine bessere Zukunft.

Wer innerhalb einer Beziehung mit einem Narzissten überleben kann, der sollte eigentlich für alles gewappnet sein! Leider scheint dem oft nicht so. Freunde und Bekannte stehen diesem Unvermögen ebenso hilflos gegenüber.
Auch ich war irgendwann an diesem Punkt. Die allgegenwärtige Meinung war: „Ich solle doch ganz einfach gehen und ein neues Leben anfangen.“ Aha. Das konnte ich aber gar nicht. Eine Trennung kam für mich nicht infrage. Dieser Weg war versperrt und schien keine realistische Lösung zu sein. Düstere Gedanken kreisten Tag und Nacht wie im Nebel umher und machten mir das Leben schwer. Eine Ausrede nach der anderen ist mir eingefallen, warum ich bleiben muss. Völlig absurde Gründe haben mich daran gehindert, mich vom Fleck zu bewegen.

Weit gefehlt, dass mich jemand aufgefangen oder gar meine Ängste ernst genommen hätte. Aufbauende Worte habe ich mir ständig angehört, nur wirklich verstanden hat mich niemand. Nachher schlugen mir Desinteresse und Ignoranz entgegen. "Selbst schuld, wenn du nicht gehen willst! Ich verstehe dich nicht!"
Freunde und Bekannte waren gefrustet, aber ich ja auch. Ich habe mich ja selbst nicht verstanden. Dabei waren meine Bedenken gegenüber meinem Partner gut aufgelistet und mir war klar, dass sich die Beziehung eindeutig schädlich auf mich auswirkt. Mir war sogar bewusst, dass jeder Tag neuer Schaden entsteht. Die emotionalen Schmerzen waren kaum noch auszuhalten.

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Lass dir Zeit und nimm deine Bedenken ernst

Irgendwann habe ich mir einen großen Zettel genommen und genau aufgeschrieben, was mich von einer Trennung abhält. Ganz oben stand bei mir: Küchenschrank. Dieser unsägliche Schrank.
Nachdem ich eine neue Wohnung bezogen hatte, wollte mein toxischer Partner diesen einen Schrank partout nicht aufhängen. Dieses riesige Ungetüm stand monatelang in meiner Küche und erinnerte mich daran, wie unfähig ich bin – und wie krank unsere Beziehung.

Ihn störte dieser Schrank am Boden überhaupt nicht, da er seine eigene Wohnung hatte. Wer aber sollte den Küchenschrank aufhängen, wenn nicht er? Vorher konnte ich mich nicht trennen. Diesen Gedanken schien er auch erraten zu haben, dessen war ich mir fast sicher. Wie irrational diese Gedankenwelt war, habe ich gar nicht wahrgenommen. Der Kummer um meine verpatzte, ehemals rosarot gefärbte Zukunft verblasste fast dagegen.

An diesem Punkt wurde mir langsam klar, dass ich meine Bedenken ernst nehmen muss, bevor ich überhaupt an eine Trennung denken kann.

Meine irrationalen Gedanken waren nicht lächerlich, da sie stellvertretend für ein Problem standen. So winzig ein Detail auch sein mag – dahinter verstecken sich fast ausnahmslos reale und komplexe Befürchtungen. Diese wurden nur von anderen nicht ernst genommen und einfach beiseitegeschoben. In meinem Fall war es die Angst, nun ohne diesen Partner allein in den neuen und unfertigen Räumen wohnen zu müssen. Der Küchenschrank selbst war nur eine vorgeschobene Ausrede.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie ernst diese Bedenken zu nehmen sind, da sich dahinter oft eine ganz andere Geschichte versteckt. Sind diese Verirrungen entlarvt, wird der Blick frei auf die wahren Stolpersteine. Jede betroffene Frau hat andere Probleme, die betrachtet werden müssen.

Was könnte auf deiner Liste stehen?

Ich kann ohne ihn nicht leben.
Ich liebe ihn und werde ihn immer lieben.
Ich habe meine Bezugspersonen verloren. Freunde, Familie und Bekannte sind weg.
Ich habe kein Geld, um alleine klarzukommen.
Ich verschlechtere mich allgemein, wenn ich gehe.
Ich nehme meinen Kindern den Vater.
Ich müsste ohne die Kinder gehen.
Ich muss zunächst ohne einen Partner zurechtkommen.
Ich muss eine andere Arbeit finden, da ich mit ihm zusammenarbeite.
usw.

Die Lösung? Antworten finden!

Das Leben nach der Beziehung muss nicht nur emotional geordnet werden, es sollte auch finanziell weitgehend abgesichert sein. Die Antworten auf wichtige Fragen müssen daher erst gefunden werden, bevor eine Trennung Gestalt annehmen kann. Mit dem Ergebnis musst du später gut leben können, da die Abgrenzung vom Partner schon schwer genug ist.
Dafür müssen Informationen zusammengetragen werden. Vielleicht musst du erst einen Anwalt aufsuchen. Vielleicht musst du erst mit einer Erziehungsberatungsstelle Kontakt aufnehmen, wenn du Kinder hast. Du musst dich vorbereiten, gar keine Frage. Die Trennung auszusprechen ist ja nicht das Problem – sie muss durchgehalten werden, und das ist, gelinde gesagt, ein Riesenproblem. Dein Partner wird dir nicht helfen. Du musst dich hier selbst an die Arbeit machen. Deine Zweifel, Unsicherheit und die Angst nehmen sonst überhand und bestimmen weiter dein Denken. Deine Abhängigkeit wird immer mehr zunehmen, weil du dir immer weniger zutraust.

Ich selbst war nachher der Meinung, dass ich noch nicht einmal das Problem mit dem Schrank lösen kann, ohne meinen Partner. „Wenn du andere Leute in deiner Wohnung arbeiten lässt, dann mache ich hier überhaupt nichts mehr für dich!“ Diese Worte, die ich so oft gehört hatte, kreisten unaufhörlich in meinem Kopf. Mich gegen meinen Partner zu stellen, kam also gar nicht infrage.
Natürlich hätte ich nach der Trennung genauso gut einen Studenten beauftragen können. Aber auf diesen einfachen Gedanken bin ich gar nicht erst gekommen. Mit meinem Kleister im Hirn und den täglichen Auseinandersetzungen um diverse Nichtigkeiten war ich viel zu beschäftigt dafür. Das klare Denken fehlte mir damals leider komplett.
Also habe ich Listen angelegt.

Wende dich bewusst dem Leben zu

Bestimmte Gedanken geduldig zu hinterfragen, schiebt die Angst und die Unsicherheit zur Seite. Dieser Prozess erfordert Geduld mit sich selbst. Sich Mut zuzusprechen gehört auch dazu. Alternativen zu suchen, wenn die Probleme nicht gelöst werden können, ebenfalls. Abstriche zu machen, leider auch. Diese und andere Faktoren sind Wege, die dich aus einer toxischen Beziehung herausführen. Bewege dich also heraus aus der Isolation und hinein ins Leben. Jeder neue Versuch, etwas anders zu machen als bisher, kann ein wichtiger Schritt in die emotionale Freiheit sein.

Neue Gedanken findet man nur im Austausch mit anderen Personen. Ansonsten kreist der Mensch beständig und gleichbleibend um seine eigenen Muster. Sich selbst zu erlauben, dass es eine alternative Gedankenwelt geben darf, ist ein treuer Begleiter in ein freies und eigenständiges Leben.

Überprüfe deine Realität

Die vielen unheilvollen Worte des Aggressors, die sich tief eingegraben haben, müssen weggeschoben und umgeschrieben werden. "Wenn du so denkst, mach ich besser Schluss." Wer diese Sätze immer wieder hört, stellt für sich fest, dass es gewisse Gedankengänge in einer Beziehung gar nicht mehr geben darf. Ob diese Ausgrenzungen allerdings sinnvoll sind, sollte gut überlegt sein. Sie wurden ausgesprochen, um dich negativ zu beeinflussen – und nicht, damit es dir gut geht. Überlege also, welche Sätze du umschreiben kannst.

Mache dir die diversen Inhalte bewusst, sonst wirst du sie irgendwann gar nicht mehr hinterfragen. Lass das nicht zu. Die Realität ist besser als die kalte Welt, die der Aggressor dir vorbetet.
Irgendwann sagte mein narzisstischer Partner tatsächlich wörtlich zu mir: "Ich sage dir, wann du die Beziehung beenden kannst! Du hast das nicht zu entscheiden." Noch am gleichen Tag habe ich angefangen, an meiner Autonomie zu arbeiten. Das konnte ich nicht mehr akzeptieren – auch wenn ich ihm innerlich Recht gegeben habe. Soweit war ich schon mit meinem Nebel im Hirn.

"Ich kann mich nicht trennen, weil mein Partner keine Trennung will." Diesen Satz habe ich nach meiner eigenen Trennung noch oft von verschiedenen Frauen gehört. Und ich höre ihn heute immer noch in meinen Beratungsgesprächen. Sie haben an Dramatik nichts verloren – zeigen sie doch deutlich die starke Abhängigkeit vom Partner und den massiven Einsatz emotionaler Gewalt.

In meinem Buch habe ich detailliert aufgeschlüsselt, wie ein Narzisst emotionale Gewalt im Alltag einsetzt und welche Folgen diese Gewaltform für das Opfer haben kann.

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Wie kann ich mich selbst stärken und meine Abhängigkeit begrenzen?

Was der betroffenen Frau immer wieder eingeredet wurde, wird sie natürlich nicht in ein, zwei Stunden vergessen. Es braucht Geduld. Ängste müssen abgebaut werden. Wie schon erwähnt, sollten alle erreichbaren Informationen zusammengetragen werden. Es geht hier nicht nur um eine Trennung, sondern darum, aus der Abhängigkeit einer Missbrauchsbeziehung zu entfliehen. Du bist selbst dein größter Feind, weil es dich immer wieder zu dem Aggressor ziehen wird. Auch nach der Trennung wird es nicht sofort besser. Du brauchst also Geduld.

Konzentriere dich auf dich selbst.

Du kannst dich nur selbst lieben, wenn du dich ernst nimmst und gute Dinge für dich möchtest. Eine Trennung von einem Narzissten ist ein solcher Schritt – hin zur aktiven Selbstliebe. Diese kommt nicht von allein. Versuche also, die Zukunft in diesem Sinne zu begreifen und zu gestalten. Mit Liebe und Weisheit für deine wunderbare Persönlichkeit, die du immer noch in dir trägst. Schaue dir die nächsten Schritte an und überlege dir eine Strategie.

Neue Leitsätze dürfen entstehen.

Ich liebe ihn und werde ihn immer lieben
– aber mich liebe ich auch, und mir geht es so schlecht, dass es mich bald nicht mehr gibt, wenn ich nicht gehe. Ich leide, und es wird nicht besser. Lieben kann ich ihn ja weiter – aber aus sicherer Entfernung. Ich …

Ich kann nicht ohne ihn leben
– das hat er mir oft gesagt und mir eingeredet. Aber ich werde lernen, dass ich auf mich vertrauen kann. Ich werde nach Menschen Ausschau halten, die auch allein klargekommen sind. Ich werde mich in einer Selbsthilfegruppe anmelden. Ich …

Ich habe keine Freunde
– aber ich werde mich umsehen. Ich werde versuchen, neue Kontakte zu knüpfen, auch wenn es ihm nicht gefällt. Alte Freundschaften werde ich wieder aufbauen und Hilfe suchen. Ich werde meine Familie um Unterstützung bitten. Ich …

Ich habe kein Geld, um alleine klarzukommen
– aber ich rechne jetzt alles genau durch. Wenn ich feststellen sollte, dass ich Unterstützung brauche, werde ich nachfragen, wohin ich mich wenden kann. Mein Lebensstandard sinkt vielleicht – aber mein Leben macht wieder Sinn. Ich …

Ich nehme meinen Kindern das Familiengefüge
– ja, das stimmt. Aber wenn ich nur deshalb bleibe, führe ich meinen Kindern jeden Tag vor, wie schlecht ein Mann seine Frau behandeln darf. Auch das wird sich später auswirken und niemandem guttun. Den Kindern erweise ich damit keinen Gefallen. Ich …

Ich nehme meinem Partner die Kinder
– ja. Aber ich kann mich bemühen, den Einfluss auf die Kinder möglichst gering zu halten. Ich kann ihm die Chance geben, ein guter Vater zu sein. Wenn er das nicht ist, werde ich geeignete Schritte einleiten, um meine Kinder zu schützen. Ich …

Ich muss eine andere Arbeit suchen, da ich mit ihm zusammenarbeite
– eine neue Tätigkeit zu finden, geht nicht von heute auf morgen. Ich werde mich in Ruhe umsehen, welche Möglichkeiten es gibt. Diese Abhängigkeit zu lösen wird mir möglich sein. Ich …

Ich werde für immer traurig sein
– ja, natürlich werde ich traurig sein. Ich werde schwach und einsam zurückbleiben. Ich werde trauern, wenn ich diese Beziehung verlasse – und dazu habe ich jedes Recht der Welt. Aber ich werde auch wieder Freude am Leben finden, weil …

Der lange Weg zurück in die Selbstbestimmung!

Aufgrund der perfiden Vorgehensweise des Aggressors und der erlittenen Verletzungen wird eine Heilung nach der Trennung zusätzlich erschwert. Du wirst Zeit brauchen, möglicherweise Jahre, um dich zu erholen. Auf diesem Weg wirst du neue Freundschaften schließen und es eröffnet sich für dich eine neue Welt. Du kannst den Weg der Heilung langsam gehen – du wirst ihn später genießen können. Deshalb ergibt es kaum Sinn, beim Aggressor zu bleiben. Die emotionale Gewalt verschwindet nicht, sie nimmt eher zu.

Informiere dich gründlich über die Taktiken, die der Narzisst anwendet und die bei dir ihre Wirkung entfalten. Mache dir die Gründe für eine Trennung bewusst, damit du später nicht von Zweifel und Unsicherheiten aufgefressen wirst. Die Sucht nach dem Partner zu bekämpfen ist schon Kampf genug. Bereite dich vor und suche Hilfe, wenn du den Weg nicht allein gehen möchtest.

Beratung

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Manchmal braucht es jemanden, der zuhört, versteht und hilft, die Gedanken zu sortieren. Wenn du dich in einer schwierigen Beziehung wiederfindest oder den Kontakt zu einem narzisstischen Partner verarbeiten möchtest, kannst du dich gern melden. Das erste Gespräch ist kostenfrei – vielleicht bringt schon das erste Gespräch Klarheit.

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Wie werde ich mich nach der Trennung fühlen?

Viele Unbeteiligte – und auch viele Betroffene selbst – glauben, dass sie das Thema hinter sich lassen können, sobald sie die Gewaltbeziehung verlassen. Tatsache ist jedoch, dass nach einer Trennung fast immer ein Suchtverhalten einsetzt.

Ist diese erste schwere Zeit geschafft, kann die Heilung beginnen. Innerhalb der Beziehung darauf zu warten, bis du an Stärke gewinnst, ist ein Trugschluss. Das Gegenteil ist der Fall.

Sobald du innerhalb der Beziehung neue Stärke zeigst, wird sie vom Narzissten umgehend zerstört. Sobald du dein Verhalten positiv veränderst, nimmt die Gewalt zu. Du bist also gezwungen, in deinem erlernten Beziehungsmuster zu verharren. Dieses Muster vermittelt dir ein gewisses Maß an Ruhe – aber du verlierst dich darin.

Es kann keine Veränderung neben dem Narzissten geben. Deine Verletzungen musst du weiterhin verdrängen oder vergessen – oder sie verschwinden tief ins Unterbewusstsein. Je mehr Schmerzen du dort anhäufst, desto länger wirst du dich irgendwann mit dem Missbrauch auseinandersetzen müssen.

Versuche für dich zu klären, wie dein Leben ohne ihn weitergeht.

Du machst dir Sorgen, ob deine Familie dich verstehen wird? Muss sie das denn? Reicht es nicht, wenn du dich selbst verstehst? Niemand wandelt in deinen Schuhen und niemand kann nachempfinden, wie es dir geht und was dir wichtig ist. Nur du allein kannst dafür die Verantwortung übernehmen.

Schau dich um und suche nach geeigneten Möglichkeiten. Du wirst nicht unter der Brücke schlafen müssen. Du kannst dir Zeit lassen, um eine wirklich passende Wohnung zu finden. Stütze dich auf andere Menschen, damit du wieder alleine laufen lernst – aber nicht, um in neue Abhängigkeiten zu geraten. Du hast dein Leben in der Hand. Du musst dich für deine Gefühle, Gedanken und Ängste nicht rechtfertigen.

Der Küchenschrank

Ja, dieser Schrank hat mich wirklich zur Verzweiflung gebracht. Also habe ich meinen Narzissten letztlich dazu gebracht, mir zu zeigen, wie man Löcher in die Wand bohrt. Die Leute im Baumarkt waren sehr nett und haben mir alles mitgegeben, was ich brauchte.

Da Narzissten ja immer alles besser wissen müssen, hat er mir tatsächlich erklärt, wie ich vorgehen soll. Ich habe dann durch die Küchenwand ins Wohnzimmer gebohrt und durfte dort den ganzen Staub zusammenfegen. Er stand daneben und hat hämisch gelacht. Und ich habe innerlich gelacht – und mich frei gefühlt.

Ich denke, der Küchenschrank hängt da jetzt für die Ewigkeit. Ich bin damals ebenfalls zeitnah gegangen – für die Ewigkeit. Und irgendwann auch ohne diesen blöden Küchenschrank. Und das kannst du auch!
@Evelina