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Trennung von einem Narzissten

Trennung und Kontaktabbruch

Der lange Weg zurück!

Viele Unbeteiligte denken, es könne nach der Trennung von einem Narzissten relativ schnell ein Schlußstrich gezogen werden. Dem ist leider ganz und gar nicht so, da erst nach Beziehungsende die gesamte Aufarbeitung der Partnerschaft beginnt. Die Seele der Betroffenen braucht Zeit, um sich zu erholen. Die Leidensfähigkeit hat Dimensionen erreicht, die sich kaum ein anderer vorstellen kann. 

Mit normalem Liebeskummer hat dieser Zustand nichts zu tun.

Die betroffene Frau, zutiefst traumatisiert, emotional gelöscht und ausradiert, hat sich selbst verloren. In dem Nebel aus Manipulation und Isolierung, die sie in eine Art von Selbstkasteiung getrieben hat, muss sie erst wieder den Ausgang finden. Es braucht Zeit zu erkennen, dass die Trennung eine positive Erfahrung sein kann, trotz aller Trauer. 

Das Problem? - Der Suchtfaktor

Es wird vieles besser, aber es wird nicht alles leichter. Es ist schwierig, die Trennung durchzustehen - Und getrennt zu bleiben, ist mindestens genau so schwer.

Das Opfer stellt schnell fest, dass es kaum möglich ist, unbeschadet aus der Beziehung auszusteigen und keinen Gedanken mehr an den Aggressor zu verschwenden. Sattdessen stellt sich eine Art Sucht ein, die man durchaus auch als Co-Abhängigkeit bezeichnen kann. Obwohl das Opfer nur zu gut weiß, dass sich am perversen Verhalten des Aggressors nichts ändert wird, kreisen die Gedanken unaufhörlich, um die Chancen einer Weiterführung der desolaten Beziehung. Natürlich unter anderen Vorzeichen. Geht die Betroffene wieder zurück, geht meist ein Zeitlang alles gut und dann beginnt alles wieder von vorne.

Natürlich wäre es schön, wenn sich wirklich etwas ändern würde, aber was in Aussicht gestellt wird, trifft nie ein. Alles wird noch schlimmer, weil der Aggressor die Trennung als narzisstische Kränkung erlebt und sich nach einem vielversprechendem Neuanfang - entsprechend destruktiv verhält. Dieses Werk der Zerstörung wird häufig gar nicht im Zusammenhang mit der Trennung erlebt, weil das Verhalten des Narzissten für das Opfer gar nicht begreifbar ist und sich oft Wochen später manifestiert. Außerdem stellt sich die Frage: Warum sollte sich der Partner bemühen, wieder in Beziehung zu kommen, und sich dann so abstoßend verhalten?

Ganz einfach: Er rächt sich für die Zurückweisung und seine Arbeit, die er wieder in das Opfer investieren musste, um die Beziehung aufleben zu lassen. Die Rache des Narzissten kann so schmerzhaft sein, dass es schon fast eine Zerstörung des Opfers nach sich ziehen kann. Hier ist also Vorsicht geboten!

Beziehung und Kontaktabbruch

Immer beendet das Opfer das Leiden!

Nach einer Trennung fällt dem Opfer die Aufgabe zu, vom Aggressor Abstand zu nehmen. Hier spielt es auch keine Rolle, wer die Trennung ausspricht. Beendet der Aggressor die Beziehung, wird er trotzdem versuchen eine gewisse Kontrolle über sein Opfer zu behalten. Wer die Trennung letztendlich auf den Weg gebracht hat, ist ihm völlig egal. Dem Opfer natürlich nicht. 

Viele Betroffene fühlen sich ausgetauscht und geben sich selbst die Schuld an dem Beziehungsende, falls sich der Narzisst abrupt für immer verabschiedet. Natürlich nicht ohne dem Opfer vorher die Schuld dafür zu geben. Die vorgebrachten Vorwürfe sind immer gleich: "Wenn Du nicht dies und das... , dann hätte ich nicht das und jenes.

Obwohl die Opfer völlig richtig gehandelt haben, und sich gegen die Ungeheuerlichkeiten des Narzissten aufgelehnt haben, kommen sie mit ihrem eigenen Verhalten, dass zur Trennung geführt hat, kaum zurecht.

Du hast richtig gehandelt. Dein Verhalten musst Du irgendwann an den Missbrauch anpassen, um Dich zu schützen. Dass Du Dich, gegen die Allmacht des Narzissten zur Wehr setzt, ist völlig normal und unvermeidbar. Natürlich reagiert der Narzisst mit Liebesentzug oder Trennung. Gut so! Geh seinen Manipulationen aus dem Weg und höre ihm nicht zu, sollte er Dir erzählen wollen, dass Du die Schuld an den Auseinandersetzungen trägst. Nicht Du bist nervig und nachtragend, sondern er ist verletzend und ohne Empathie. Ein liebevoller Partner würde auf Dich eingehen und zumindest versuchen, ein klärendes Gespräch mit Dir zu führen, bevor man auseinandergeht.


Die Next - Bin ich aus der Gefahrenzone heraus?
Nein. Hat er bereits eine neue Partnerin, heißt das nicht, dass er schmerzhafte Aktionen und Manipulationen in deine Richtung aufgeben wird. Lass Dich nicht täuschen. 

Hat er Eure Beziehung mit einer anderen Beziehung kompensiert, wird er Dir genüsslich vorführen, was Du alles verloren hast und wie glücklich er nun ist. Das ist natürlich nur möglich, wenn Du den Kontakt mit ihm nicht einstellst und Dir stattdessen weiter Hoffnungen machst. 

Vorher hast Du vielleicht schon festgestellt, dass er sich nach einem anderen Opfer umgesehen hat? Scheint er mit seiner neuen Next zufrieden, geht er und macht Dir dann postwendend den Vorwurf, etwas falsch gemacht zu haben. Du hast nichts falsch gemacht. Lass Dich nicht täuschen.
Er braucht jetzt nur einen triftigen Grund, um sich ganz apart zu verabschieden. Brichst Du den Kontakt jetzt nicht ab, wirst Du von ihm nur noch abgewertet. Unmerklich und subtil, aber greifbar und schmerzhaft. Sein Schwerpunkt liegt auf der Next, mit der er in den Honeymoon startet. Seine Destruktivität versucht er bei Dir zu lassen, um es sich mit der anderen nicht zu verderben.

seine Ziele:
Aufmerksamkeit und Bewunderung, Anteilnahme und emotionalen Input. In dieses Ziel investiert er. Du wirst nach aussen zwar immer mehr abgewertet und als mangelhaft dargestellt, aber er hält sich trotzdem einen Rückweg offen. Lass Dich nicht täuschen und geh endgültig fort.


Ich liebe einen Narzissten - Kontaktabbruch

Kontaktabbruch

Sich nicht mehr umzudrehen und zu gehen - ist die einzige Lösung - die hier wirklich greift. Keinen Kontakt mehr aufzunehmen, keinen Anruf mehr zu beantworten. Auf keine SMS mehr zu reagieren. Kein Facebook, kein Messenger, kein Whatsapp. Nichts. Keine gemeinsamen Bekannte. Nichts. Verschwinde aus seinem Leben und nach Möglichkeit aus seinem Blickfeld. Alles wird sonst gegen Dich verwendet.

... aber er spricht schlecht von mir

Lass ihn reden. Er hat schon während der Beziehung den Grundstein dafür gelegt, dass andere Dir nach der Trennung keinen Glauben schenken. Er ist schließlich der Leidtragende und lässt das jeden in seiner unmittelbaren Umgebung wissen. Kommst Du jetzt daher und zeichnest ein ganz anderes Bild von der Beziehung, stehst Du nur auf verlorenem Posten.
Du bist die verlassene Ehefrau/ Geliebte/ Freundin, die mit der Trennung nicht fertig wird. Selbst, wenn Du die Trennung angeschoben hast, geht er so vor. Unglaublich. Versuche diesem Vorgang nicht allzuviel Bedeutung beizumessen und geh.

Die verzweifelte Suche nach sich selbst.

Was kommt jetzt auf mich zu?

In der ersten Zeit nach der Trennung ist das Gefühlsleben sehr wechselhaft. Wut kommt hoch. Trauer macht sich breit. Weiteren Angriffen und Anfeindungen muss stand gehalten werden und die schreiende Ungerechtigkeit muss verarbeitet werden.
Freunde, Bekannte, Familie geben der Frau oft eine bestimmte Zeitspanne, um alles zu bewältigen und werden dann ungeduldig, wenn die Betroffene sich nicht schnell genug erholt. Es geht jedoch nicht nur um den Trennungsschmerz. Die Betroffene muss erst wieder die verlorenen Anteile ihrer Persönlichkeit neu zusammensuchen und zusammensetzen. Ihre Persönlichkeit wurde vom Partner demontiert und zerstört. Sich wieder zu fangen und neu anzufangen, braucht eben seine Zeit.

Die Betroffene kommt aus ihrer verletzten und verschobenen Gefühlswelt für eine lange Zeit nicht mehr heraus. 

Die Schilderung der Lebensumstände wird manchen Zuhörern nach der Trennung oft zuviel und den massiven Schmerz können auch nahestehende Personen oft nicht nachvollziehen. Da die Bewältigung des Traumas jetzt aber erst einsetzt, kommt dementsprechend alles neu und unverarbeitet an die Oberfläche und sucht sich Raum. Alles was bisher verdrängt wurde, kommt jetzt an die Oberfläche. Die eigene Persönlichkeit muss einen neuen Platz finden. Das ist Schwerarbeit und für Aussenstehende kaum zu begreifen.

Die Gedanken des Opfers kreisen nur noch um die Beziehung und um die Bewältigung der vielen ungelösten Fragen. Das Wutpotential ist enorm und das Opfer fragt sich, wie es sich anderen Menschen gegenüber verhalten soll. Das Mißtrauen gegen andere Menschen, welches in der Beziehung gesät worden ist, kann nicht von heute auf morgen abgelegt werden. Die Umwelt, die bisweilen mit Unverständnis reagiert, wird Prüfungen unterzogen. Jedes Verhalten, welches Ablehnung, Wut und Manipulation ausdrückt, kann selten, bis gar nicht mehr ausgehalten werden. Das wiederum fühlt sich für die umstehenden Personen, die es eigentlich gut meinen,  nicht gut an.

Trennung und die Last des Alltags

Verhalten erklärbar machen

Es hilft nichts. Die Betroffene kann nach der Trennung nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen. Sie wurde verbal, emotional und/ oder körperlich angegriffen. Die Seele hat gelitten. Die Seele wurde vergewaltigt und ob nicht tatsächlich eine körperliche Vergewaltigung, mit Zustimmung des Opfers, statt gefunden hat, müsste eigentlich auch noch geklärt werden.

Die erfahrene Gewalt muss erst als solche akzeptiert, und als Gewalterfahrung verarbeitet werden, bevor Heilung eintritt.

In der Beziehung hat das Opfer vieles verdrängt und zur Seite geschoben. Das funktioniert jetzt nicht mehr. Das daraus entstehende Verhalten kann deshalb auf andere sehr aggressiv wirken. Erkläre anderen deine Situation und bitte sie um Geduld und Verständnis. Zieh Dich zurück, wenn Du bemerkst, dass andere deinen Gesprächsinhalten nicht gewachsen sind. Irgendwann findet ihr wieder zusammen, wenn Deine Gedanken aufhören, nur um das eine Thema zu kreisen.

Rückfall?

Oft gehen Betroffene auch wieder in die Beziehung zurück. Die ausgeübte Kontrolle nach der Beziehung, auch gern Freundschaftsangebot genannt (Sarkasmus), zeigt dann Wirkung. Der Aggressor stellt mit Zerknirschung und Lockangeboten eine bessere Zukunft in den Raum und dass Opfer geht darauf ein. So kann die Betroffene erst einmal ihre schlimmste Not lindern.
Die Umgebung, die jetzt das ganze Ausmaß der Misshandlung und die Folgen für das Opfer begriffen hat, reagiert darauf teilweise nur noch mit Unverständnis. Viele trennen sich öfter und gehen doch immer wieder zurück. Das hat zur Folge, dass Hilfsangebote von Freunden, Familie und Bekannten immer weniger werden. Die Betroffene isoliert sich und erhält dann gar keinen Rückhalt mehr. Sie schämt sich. 

Bitte nicht aufzugeben!
Therapie, Ärzte, Psychosomatische Kuren, Selbsthilfegruppen und gleichsam Betroffene geben Halt und Energie, die Trennung durchzuhalten. Selbst wenn mehrere Anläufe nötig sind, sind diese Versuche besser, als sich aufzugeben und in der Beziehung zu bleiben.

Familie - Hilfe oder Last

Die Betroffene braucht nach der Trennung Zeit, Bestätigung und keine Vorwürfe. Aussagen wie: "Warum bist du nicht früher gegangen", helfen da wenig und belasten mehr, als sie tatsächlich Hilfe bieten. Sollte das soziale Umfeld hier unfreundlich reagieren und tatsächlich nicht verstehen wollen, ist es besser eine kleine Auszeit von einzelnen Personen zu nehmen.

Mein Leben nach der Trennung von einem Narzissten

Die Frage, warum bin ich in so etwas hineingeraten und warum bin ich geblieben, muss natürlich auch noch einen Platz finden. Im ersten Trennungsschmerz ist dies aber gar nicht möglich. Der Schmerz ist einfach zu groß und drängt sich in den Vordergrund. In dieser Zeit belastet diese Frage mehr als sie gut tut. Jetzt muss erst einmal jeder einzelne Tag für sich bewältigt und gelebt werden.
Die eigene Person sollte jetzt das Wichtigste sein. Ihr zu geben, was sie braucht, ist das Ziel an jedem neuen Tag. (Damit ist nicht gemeint sich den Partner herbeizuwünschen, damit der Terror wieder von vorne beginnt).

Sich um sich Selbst zu kümmern ist deshalb kein Egoismus. Sich seiner eigenen Interessen wieder bewusst zu werden und alte, abgelegte, liebgewonnene Tätigkeiten wieder aufzunehmen, sind gute Möglichkeiten den Tag zu überstehen.
Es wird vieles besser werden, aber die Heilung geschieht nicht von Heute auf Morgen. Zeit und Geduld mit sich selbst hilft, die erste schlimme Zeit zu überbrücken.

Bald sieht auch das Herz die Vorteile, wenn es sich nicht immer mit dem Kopf streiten muss, wie das Leben weiter gehen soll. Der Beziehungsterror hat ein Ende.


Welch ein Glück!


Text by Evelina Blum
Wie wirkt die narzisstische Gewalt auf das Opfer? Ausführliche Beispiele und Erklärungen. 
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