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Verein emLife

Missbrauch - Emotionale Gefühlswelten

Die emotionale Not des Opfers

Ungerechtigkeiten - begleiten die Partnerin eines Narzissten auf Schritt und Tritt.

Die Beziehung mit einem übergriffigen Partner erfordert ein erhebliches Maß an Anpassung, die das Opfer meist freiwillig leistet. Die Partnerin spürt unbewusst, dass sie nur so diese Beziehung aufrecht erhalten kann und passt sich an. Der Aggressor nutzt diese Anpassung und verstärkt sie. Das ist das eigentliche Problem.

Er nimmt die gewährte "Kompromissbereitschaft" und spielt mit ihr, bis die erwartete Selbstaufgabe der Partnerin irgendwann seinen Tribut fordert. Dieser "Missbrauch" findet zwar weitgehend im Kopf der betroffenen Frau statt, wird aber vom Partner pervers unterstützt. Seine emotionslose Betrachtungsweise wird zu einem immer größer werdenden Problem. 

Er begreift einfach nicht, was er mit seinem Verhalten anrichtet und kann es emotional nicht steuern. Wie groß die seelische Not seiner Partnerin wirklich ist, bleibt eine unbekannte Größe für ihn. 


Die Not des Opfers eines Narzissten

"emotionale Gewalt"

Seine "Übergriffe" geschehen willkürlich und ohne Vorwarnung. Wenn es dem Aggressor schlecht geht oder die Partnerin verhält sich nicht in seinem Sinn, beginnt das Drama. Er weiß um ihre Verletzbarkeit und nutzt diese aus. Sein Weg ist das Ziel und er fühlt sich berechtigt, seine Partnerin perfide für ihre Fehler abzustrafen. 

Obwohl die Partnerin vielfach nicht genau einschätzen kann, was sie eigentlich genau falsch macht, bemerkt sie mit der Zeit, dass es an ihrem Verhalten liegt. Diese Erkenntnis ist der erste Schritt in die Abghängigkeit und hat zum Teil noch weitere psychische und emotionale Folgen. Da sie zukünftig versucht diesen Missständen aus dem Weg zu gehen, verbiegt und verzettelt sie sich. 

Ihr "eigenes" Selbst lebt sie nicht mehr aus und die Betroffene verliert den Zugang zu sich. Die eigene Persönlichkeit wird versteckt, weil diese vom Aggressor als fehlerhaft deklariert wird. Zeitgleich kann sie keine richtige emotionale Intimität aufbauen und verkümmert. Das alles passiert schleichend und fast unbemerkt. Sie wird zum Spiegel seiner Wünsche und wo ihre eigenen Wünsche beginnen, kann sie nach einiger Zeit gar nicht mehr fühlen. Ein Partner, der alles wieder geradebiegen könnte, gibt es nicht.

Im Leben der betroffenen Frau dreht sich alles nur noch um den übergriffigen Partner und um dessen Liebe, besser gesagt, um dessen Nichtliebe.
Alles muss sich nach ihm richten, damit ein gewisses Maß an Ruhe gegeben ist. In ihrer Freizeit überlegt sie zusätzlich, wie sich eine Partnerschaft mit einem solchen Menschen besser bewerkstelligen lässt. Der Körper befindet sich damit in einem ständigen ungesunden Alarmzustand, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Die Gedanken sind ständig bei den Problemen in der Beziehung oder drehen sich im Kreis. Jede Schuld für diese Vorgänge findet die Frau in ihrem eigenen unzulänglichen Verhalten.

Die Beziehung wird zur Last

Mit ihren Sorgen und Ängsten fühlt sie sich allein gelassen. Das Gefühl der Hilflosigkeit wird verstärkt durch ihre körperliche Angegriffenheit und die seelische Not überträgt sich auf den Körper:

Burnout zeichnet sich ab,
Schlafstörungen nehmen kein Ende
Depressionen stellen sich ein
Antrieblosigkeit macht sich breit
und körperliche Beschwerden überschatten ihr Leben

Nach jedem Streit ist sie emotional auf dem Tiefpunkt und versinkt in Angst und Selbstzweifel. Immer wieder muss sie erkennen, dass der Partner jederzeit bereit scheint, die Beziehung aufgeben zu wollen und eine "seelische" Verunsicherung jagt die nächste. Die ihr zugefügten Verletzungen, kann sie nicht verarbeiten. Dafür fehlt ihr die Zeit.

Die Beziehung gerät in eine Gewaltspirale. Je mehr Druck die Partnerin erzeugt, um so mehr Druck übt der Aggressor aus. Je mehr sich die Partnerin gefallen lässt, je mehr Gewalt wird auf sie ausgeübt. Ein Teufelskreis.

Schuldgefühle entstehen

Alles scheint ihre Schuld zu sein. Dass die Beziehung abgleitet, weil sie sich nicht genug um den Aggressor kümmert. Dass die Kinder verzogen sind, weil sie zu nachgiebig ist. Dass er fremd geht, weil sie sich nicht genug um das Familienleben kümmert. Dass er sein Leben nicht genießen kann, weil sie ständig weint.

Dass sie klammert und verlangt, dass er Verantwortung übernimmt. Dass sie mit ihren Forderungen die Beziehung zerstört. Dass sie es nicht fertig bringt ihm eine gute Frau zu sein, weil sie zu dick oder zu dünn ist. Dass sie es nicht geschafft hat, diese Beziehung zu retten, obwohl sie ihren Partner liebt. Dass sie zuviel fordert und zuviel will.
Es gäbe so viele Wege ihm eine gute und liebevolle Frau zu sein, statt dieses aufmüpfige Wesen. Dass ihre Vorstellungen nicht die richtigen Gedankengänge haben, versteht sich fast von selbst.

Kopfkino und die Tatsachen

Der Aggressor macht nur selten deutlich, was er wirklich sagen will. Sein Liebesentzug, ständige Ignoranz und regelmäßige emotionale und seelische Abwesenheit, übernehmen das für ihn. 

Letztendlich ist es ihr Kopfkino, welches er durch sein Verhalten in Gang setzt.Denkt sie nur ein Bruchteil selbst, dass er recht haben könnte, gibt es fast kein Entrinnen. Ein gnädiger Partner, der sich ihrer annimmt und einiges zurechtrückt, gibt es nicht. 

Durch die andauernde Gehirnwäsche ist ihr außerdem beigebracht worden, dass sie die Verantwortung für den Partner übernommen hat. Dass sie ein schlechter Mensch wäre, wenn sie sich befreit. Diese und andere Vorwürfe nimmt die Betroffene auf und wird sie nur schwer wieder los.


Fazit

Wenn die Betroffene diesen gravierenden Missbrauch ihrer Gefühle alleine bewältigen kann, ist sie fast vom Glück gesegnet. Sich therapeutischer Hilfe anzuvertrauen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern beweisst Stärke, Mut und Vertrauen in die Zukunft. Die Anwendung "seelischer und emotionaler" Gewalt wirkt sich immer zerstörerisch aus.

Die Beziehung zu verlassen ist der einzige Weg, den die betroffene Frau gehen kann, um einen dauerhaften Schaden an ihrer Seele zu vermeiden.


Der Narzisst und die Frauenwelt by Evelina Blum

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