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Emotionale Gefühlswelten

Emotionaler Missbrauch und die Folgen

Was ist emotionale Gewalt?

Missbrauch wird meist als körperlicher Übergriff definiert. Die emotionale Gewalt, die auch  als Missbrauch eingeordnet wird, ist dagegen verschieden auslegbar und kaum zu beweisen. Denn wo beginnt die emotionale Gewalt und wie kann ich den Einsatz dieser Gewalt beweisen. Was ist noch grenzwertiges Verhalten und wo beginnt der Missbrauch.
Diese Frage ist extrem schwer zu beantworten. Emotionale Gewalt hinterlässt keinen blauen Fleck und jeder Mensch ist hin und wieder davon betroffen. Damit wird diese Gewaltform zu einer Art Wahrnehmungssache, die sich nicht genau definieren lässt.
Narzissten neigen dazu, sich extrem an dieser Gewaltform zu bedienen. Unerkannt, still und leise schleichen sie sich durchs Leben und schädigen andere mit ihrem Verhalten. Wird ihre Vorgehensweise erkannt, ist der Schaden meist schon angerichtet. Mit ihrem Verhalten schaffen sie sich ein Bestrafungssystem, an dem das Opfer zugrunde geht. Das ist jetzt eindeutig Missbrauch.



Energiesauger, Narzisst, Egomane?

Völlig egal, welche Bezeichnung ich wähle, hier handelt es sich um Personen mit Persönlichkeitsstörungen. Sie täuschen andere bewusst oder unbewusst, um für sich selbst einen Vorteil zu erzielen. Sie meinen es definitiv nicht gut mit Ihrem Partner, verdrehen die Wahrnehmung anderer Menschen und ersetzen sie durch ihre eigene Realität. Sie tragen Masken und machen sich damit menschlich unsichtbar. Sie manipulieren, lügen und verdrehen alles bis zur Unkenntlichkeit, um sich so die Macht über einen anderen Menschen zu erhalten. 

Sie suchen nach Menschen, die in ihrer Kindheit ähnliche Erfahrungen, wie sie selbst, gemacht haben und nähren sich von ihnen. Das von ihnen ausgewählte Opfer kennt also das verlorene Gefühl, das der Narzisst hinter seiner Aufgeblasenheit verbirgt und fühlt sich ihm seelenverwandt. Musste das Opfer in seiner Kindheit ähnliche Strukturen erleiden, die auch der persönlichkeitsgestörte Mensch verwendet, kann es mit der Destruktivität des Narzissten und der verfahrenen Situation bestens umgehen. Zudem hat es gelernt, sich das unfeine Verhalten schön zu reden. 

Wo andere bereits fluchtartig den Saal verlassen, findet das Opfer leicht eine passende Entschuldigung für die Entgleisungen des Narzissten. 

Die Verletzungen werden zusätzlich ausgeblendet, um das eigene Aushalten in einer solchen Beziehung zu rechtfertigen. Eigene Denkstrukturen werden eingesetzt, um das verletzende Verhalten des Partners zu rationalisieren: "Er hatte nur einen schlechten Tag." Damit wird dem Missbrauch die Tür geöffnet und der Narzisst tritt ungefragt ein.

Die Filgen des Missbrauchs

Die eigene Wahrnehmung mit der Realität des Partners stimmig werden zu lassen, verbraucht Energie. Die Betroffene muss sich nicht nur das perfide Verhalten des Aggressors schön reden, sondern muss auch die reale Gewalt, die hinter seinen Angriffen steht, aushalten. Das menschliche Gehirn muss also Tatsachen zusammenbringen, die gar nicht zueinander passen und verstrickt sich heillos in diesen Prozess. Das Kreiseln der Gedanken beginnt und nimmt kein Ende. Die Gedanken vernebeln sich. Das Gehirn fühlt sich an wie Kleister.

Der Narzisst wird weiterhin behaupten, die Partnerin sei schuld an der verfahrenen Situation, obwohl deren innere Stimme schon längst erkannt hat, dass sie gar keine Schuld daran trägt. Das Bestreben nach Harmonie wird trotzdem fortgesetzt, auch wenn keine Erfolge erzielt werden. Die verfahrene Situation wird verdrängt, da ansonsten Konsequenzen drohen. Statt eine Trennung in Betracht zu ziehen, verstrickt sich das Opfer immer mehr in den erlernten Verdrängungsprozess. Die aufkeimenden Zweifel am Verhalten des Narzissten werden erstickt und das Opfer gibt sich selbst die Schuld, wie vom Narzissten eingefordert. Die verdrehte Wahrnehmung des Narzissten auszuhalten ist jedoch Schwerarbeit für den Körper; und dieser ist irgendwann am Ende.

In unserer Gesellschaft werden Tatsachen zudem höher bewertet als Gefühle. Für eine Wahrnehmung, die nicht bestätigt werden kann, gibt es keine große Lobby. 

Also setzt der Aggressor alles daran, die Wahrnehmung des Opfers pausenlos außer Kraft zu setzen und isoliert die Partnerin, damit sie keinen Rückhalt findet. Er widerspricht ihrer Realität und definiert die Partnerin um. "Du bist krank." "Du bist faul." 

So können mit dieser Schieflage viele Jahre ins Land gehen, ohne dass die Partnerin je bemerkt, dass sie manipuliert wird. Die gesundheitlichen Probleme werden auf andere Lebensbereiche projeziert und der Narzisst unterstützt auch diesen Prozess. 

Ein Teufelskreis!


@Text by Evelina Blum