LEBEN ohne Narzissten

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Verein emLife

Trennung vom Narzissten

Ich habe die narzisstische Gewalt erkannt

Mein Partner ist Narzisst. 
Soll ich die Beziehung retten?

Trennungen, die aus gemeinsamen, partnerschaftlich abgeklärten Gesichtspunkten heraus erfolgen, gibt es in narzisstischen Beziehung kaum. Die Schuld an "seinen Verfehlungen"werden immer der Partnerin angelastet und immer ist sie es, der die Schuld an der Trennung zugeschoben wird. Das Opfer krümmt sich unter diesem Schuldzuspruch und kann diesen nicht stehen lassen. Zu groß sind die eigenen Bedenken, etwas falsch gemacht zu haben. Oft handelt es sich hier um ein Ultimatum, dass der narzisstische Partner stellt. 

Wird diese Spielart der Gewaltausübung über einen längeren Zeitpunkt gezielt angewendet, kann diese Form der Erziehung den schwächeren Partner nicht nur schädigen, sondern auch hochgradig abhängig machen.

Das Opfer richtet sich immer mehr nach dem passiv aggressiven Partner, wird unsicher und traut immer weniger seiner eigenen Wahrnehmung. Die Partnerin verliert an Selbstbewusstsein und investiert immer mehr Herzblut in die Beziehung.

Wer sich immer wieder fragt, warum er eigentlich nicht gehen "kann", obwohl objektiv gute Gründe vorliegen, der ist vielleicht schon in eine Abhängigkeit hinein geraten. Sucht das Opfer nach Auswegen aus dieser Situation und vertieft sich in dieses Thema, kommt es vielleicht der Tatsache auf die Spur, dass sich hinter der Person ihres Partners ein Narzisst, Psychopath oder ein anderer "persönlichkeitsgestörter" Mensch verbirgt.



Das Opfer ergreift selten die Flucht

Wer denkt, dass Opfer sucht nach dieser Erkenntnis dass Weite, der irrt gewaltig. Das Gegenteil passiert. Nicht immer, aber sehr oft. Viele denken, dass sie den schwierigen Partner "erziehen" können. Sie bleiben in der Beziehung und versuchen sich nur innerlich abzugrenzen.

Tritt die Persönlichkeitsstörung dann deutlich hervor, setzt sich alles wie ein Puzzle zusammen. Trotz der Verzweiflung, die jetzt über das Opfer hereinbricht, macht sich Erleichterung breit. "Endlich" gibt es einen greifbaren Grund für die vielen unlösbaren Vorgänge innerhalb der Beziehung.

Das Gefühl an allem selbst die Schuld zu tragen und unfähig zu sein, weicht der Erkenntnis, wie es wirklich um die Partnerschaft bestellt ist. Das Gefühl der Erleichterung hält deshalb nicht lange an. Die Verzweiflung bleibt und eine unendliche Traurigkeit greift um sich. Sie macht müde und löscht das Licht.
Zu niederschmetternd, ungeheuerlich, befremdlich und bedrohlich ist diese neue Erkenntnis.

Worte einer Betroffenen:
"Ich war einfach überfordert mit der ganzen Situation und habe nur noch versucht, jeden Tag die neuen Tatsachen zu verarbeiten und mich der Realität zu stellen. Der Wunsch mit dem Partner darüber zu sprechen war sofort da, aber im Innersten wusste ich genau, dass es keinen Sinn macht. Ich war nur noch fassungslos, hilflos, traurig und dann wieder völlig verzweifelt. Die Berichte und Aussagen über "Narzissten" trafen auf meine Beziehung zu. Ich wollte es nur nicht wahr haben".



Gewalt erkannt. Mein Partner ist Narzisst

Das Opfer geht

Diese Reaktion kommt wohl am seltensten vor. Die Betroffene schlägt sich statt dessen noch lange mit der schrägen Situation herum, bevor sie einen endgültigen Abschluss findet. Anstatt zu gehen, werden über eine lange Zeit immer neue Strategien gesucht und wieder verworfen. Ist die Einsicht dann da und werden dann die Verletzungen zu groß - geht das Opfer.
Das ist der beste Weg. Es ist aber auch der schwerste Weg. Zu Gehen, obwohl "frau" den Partner noch liebt, ist schwer. Die Beziehung zu beenden und ein neues Leben anzufangen, fällt schwer.
Es ist zweifellos ein besseres Leben. Ein Leben ohne seelische Gewalt, verbales Niedermachen und der ewigen Zweifel, die eine solche Partnerschaft mit sich bringt.
Anstatt sich den Ängsten einer Veränderung zu stellen, probieren viele lieber lange aus, ob der Partner nicht doch bereit ist, sich zu ändern. Das sind die Optimisten, die denken das Liebe "alles" bewältigen kann. 

Es gibt aber noch eine andere große Liebe. Das ist die Liebe zu sich selbst. Nicht die egoistisch festgefahrene Liebe, sondern ein "gernhaben" der eigenen Person und das Wohlwollen sich selbst gegenüber.
Der besten Freundin würden Sie sofort raten schnell das Weite zu suchen. Sich selbst eine gute Freundin zu sein, ist nicht verwerflich.

"Ich will kämpfen"

Viele betroffene Frauen versuchen trotz aller Erkenntnisse, die Beziehung zu retten. Damit verschiebt sich das Gleichgewicht in der Partnerschaft.

... der Partner soll sich ändern

Der Aggressor, der die Kontrolle bisher ausgeübt hat, bemerkt die Veränderung und reagiert nun seinerseits mit verstärktem Druck. Banale Situationen eskalieren jetzt schnell, weil das Opfer mit allen Mitteln versucht, auf die Äußerungen und Vorgehensweisen des Partners nicht mehr wie gewohnt zu reagieren.
Die Frau versucht auf viele Arten eine Veränderung herbeizuführen, bemerkt aber schnell, dass nichts hilft.
Gegenüber dieser geballten Ladung an Ungerechtigkeit, Kontrolle, Isolierung und "Partnerschaftsgewalt", bleibt sie machtlos. Die Gewalt hat sie erkannt, allein das Heilmittel fehlt.

... er zeigt seine liebevolle Seite

Der Aggressor, der ja auch durchaus liebenswert und freundlich sein kann, nutzt nun verstärkt seine guten Zeiten, um seine Partnerin abzulenken. Er hofft, dass diese dann wieder ihr altes Verhalten aufnimmt und das gemeinsame Leben so weitergeht wie gewohnt. Diese Phasen werden jedoch immer weniger, da die Partnerin jeden Ausrutscher von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet. Sie ist viel empfindsamer geworden und reagiert entsprechend entsetzt, wenn sich wieder destruktive Muster zeigen.
Ihr Nervenkostüm ist äußert angespannt und schon Kleinigkeiten bringen sie schneller aus dem Gleichgewicht.
Nach einer Versöhnung kann manchmal eine sehr lange Zeit vergehen, bis der Partner wieder sein missbräuchliches Verhalten zeigt. Wenn es dann wieder zum Vorschein kommt, ist der Schock für die Partnerin groß. Sie rechnet nicht damit, weil sie es ausgeblendet hat.
Vielfach wirken sich die neuen Verletzungen sogar noch verheerender aus. Durch die guten Zeiten hat das Opfer wieder Vertrauen gewonnen und sich geöffnet. Entsetzt muss die Partnerin erkennen, dass ihr Vertrauen massiv ausgenutzt wurde und ihre Hoffnung auf Besserung sich gerade zerschlägt. 
Der Aggressor lenkt nur ein, weil er sein Opfer nicht verlieren will, macht aber vielfach an anderer Stelle fröhlich weiter. Er verletzt, manipuliert und geht seinen Weg. Er kann nicht anders. Er sieht nicht, was er letztendlich bewirkt. Er sieht zwar die Wirkung und die Zerstörung, aber in seinen Augen hat dies alles seine Berechtigung.

... der Aggressor entzieht sich

Die Bemühungen der Partnerin entlocken dem destruktiven Partner "innerlich" nur ein müdes Lächeln. Kurze Kommentare wie: "Dir kann man aber auch gar nichts recht machen."  "Du gibst mir keine Chance." "Immer musst du mit der Vergangenheit anfangen." "Warum backst du dir nicht einen Mann," bringen die Partnerin dann endgültig zur Verzweiflung.

Versucht diese weiterhin, eine Änderung seines destruktiven Verhaltens herbeizuführen, verstärken sich für den Aggressor nur ihre vermeintlichen Fehler. Er gerät unter Stress und sucht nach neuen Wegen, die Partnerin weiterhin mit destruktiven Mitteln zu manipulieren.
Da diese sich auch gegen dieses Verhalten auflehnt, drehen sich beide im Kreis. Immer wieder neu, erklärt sie ihm die sozialen Spielregeln. Sie weiß noch nicht, dass sie damit ihr Leben verbringen wird, wenn sie dem kein Ende setzt.

... körperliche Gewalt wird gezeigt

Das neue, ungewohnte Verhalten der Partnerin ist anstrengend für den Aggressor und kann zu körperlichen Auseinandersetzungen führen. Seine destruktive Persönlichkeit kann er nicht wie gewohnt abreagieren. Er muss sein Verhalten anpassen, um die Partnerin in der Beziehung zu halten. Seine Destruktivität muss er nun deutlich reduzieren, aber auch sein Nervenkostüm hat gelitten.
Der übergriffige Partner ist als solcher erkannt und hat jetzt nichts mehr zu verlieren. Diesen Gedanken sollte die Frau immer in ihre Überlegungen mit einbeziehen und geeignete Vorsorge treffen. 



Der Aggressor geht freiwillig

Wenn der Narzisst sich in einer Beziehung fest eingerichtet hat, sind seine Trennungsabsichten eher gering. Will seine Partnerin ihn allerdings verlassen, kommt er dem zuvor. Entweder mit eigenen Trennungsabsichten oder er führt eine andere Frau vor, die er sich schon im Vorfeld zugelegt hat.
Durch diese Vorgehensweise fühlt sich die Partnerin natürlich wie "weggeworfen". 

Dieses Gefühl wird mit der Zeit immer schmerzhafter, weil sie noch lange überlegt, ob sie die Beziehung nicht hätte retten können. Vielfach ist sie sogar bereit ein "fremdgehen" oder andere negative Verhaltensmuster zu entschuldigen und möchte die Beziehung weiterführen. Die Schuld für seine Fehltritte sucht sie lieber bei sich, anstatt beim Partner.

Dazu kommt die Eifersucht auf die eventuelle neue Partnerin in seinem neuen Leben. Sie befürchtet, dass der Aggressor dort ein besseres Verhalten zeigt und dass es an ihr gelegen hat, dass die Beziehung gescheitert ist.


Der Aggressor kommt wieder zurück

Steht der Aggressor nach der Trennung wieder vor der Tür, ist die Partnerin oft bereit, sich wieder mit ihm einzulassen. Alles beginnt wieder von vorn, ohne dass eine wirkliche Besserung eintritt.


Nach und nach wird er sogar immer mehr Masken fallen lassen:

- die des eleganten Liebhabers
- die des treusorgenden Partners
- die des vom Leben enttäuschten Mannes
- die des reizenden Wohltäters
- die des hingebungsvollen Trösters
- die des Prinzen auf einem weißen Pferd


Gegen diesen Verrat kann kein Mensch sich schützen.

Um sich in Sicherheit zu bringen, muss sich die Partnerin an die jeweiligen Enttäuschungen anpassen. Um die Beziehung weiterhin zu führen, muss sie sich weiterhin massiv verdrehen und verbiegen. Sie muss so tun, als ob ihr die Verletzungen nichts ausmachen oder ihnen aus dem Weg gehen. 

Damit ist sie natürlich kaum in der Lage, richtiges Vertrauen  aufbauen. Die Geborgenheit, wie es sie nur in einer guten Beziehung geben kann, bleibt ihr für immer verwehrt. Sie ist alleine auf sich gestellt, mit einem Partner an ihrer Seite, der eigentlich keiner ist.


Text by Evelina Blum