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Trennung von einem Narzissten

Trennung und das Verhalten des Narzissten

"Du bist Schuld!!"

Trennungen, die aus gemeinsamen, partnerschaftlich abgeklärten Gesichtspunkten heraus erfolgen, gibt es in narzisstischen Beziehung fast nie. Die Schuld an seinen Verfehlungen schiebt der Aggressor der Partnerin zu; und immer sie ist es, die die Schuld an der Trennung tragen soll. Das Opfer leidet natürlich unter dieser Ungerechtigkeit und kann diese Schuldzuweisungen kaum aushalten. Die Bedenken, etwas falsch gemacht zu haben, nehmen derweil unnatürliche Formen an und trüben die richtige Sicht auf die Dinge. 
Oft setzt der Narzisst auch ein Ultimatum und bringt die Partnerin damit unter Druck. Lässt diese die Frist ungenutzt verstreichen, beendet der Aggressor die Beziehung; und wieder ist es nur die Schuld der Partnerin, die das Beziehungsende damit heraufbeschworen hat. Geht das Opfer wieder zurück in die Beziehung und versucht sich zu rechtfertigen, wird diesem Irrsinn auch kein Ende gesetzt. Es ist ein Spiel - und es ist sein Spiel. 

Wird diese Spielart der Gewalt über eine längere Zeit gegen das Opfer eingesetzt, kann diese Form der Erziehung den schwächeren Partner nicht nur schädigen, sondern auch hochgradig abhängig machen. Das Opfer richtet sich immer mehr nach dem passiv aggressiven Partner, wird unsicher und traut immer weniger seiner eigenen Wahrnehmung. 

Die Partnerin verliert an Selbstbewusstsein und investiert immer mehr Herzblut in die Beziehung.

Das Verhalten des Narzissten nach der Trennung

Auch nach der Trennung bleibt der Aggressor oft in Verteidigungsstellung und beginnt sofort damit, seinem Opfer einzureden, falls es am Ball bleibt, dass nichts seine Schuld ist und dass er aus gutem Grund so handeln mußte. Nicht er verhält sich egoistisch und verletzend, sondern das Opfer, indem es geht und ihm Vorwürfe macht. Schließlich hätte es sich nur anders verhalten müssen und alles wäre gut. Selbst, wenn er selbst die Trennung auslöst, bleibt seine Kommunikation die gleiche.

Das Opfer hört sich diesen Quatsch an, und seine Worte lassen wie immer Schmerz und Wut hochsteigen. 

Viele betroffene Frauen fragen sich jetzt verzweifelt, ob ihr Partner den gleichen Trennungsschmerzen ausgesetzt ist wie sie selbst, oder ob es ihm gut geht. 

Die Antwort hat das Opfer schnell gefunden. Intuitiv weiß es genau, wie es ihm geht. Nämlich sehr gut. Und wieder macht sich Verzweiflung breit und die Betroffene wäre bereit vieles zu vergessen, wenn nur der Partner wieder zurückkäme.

Dieses Denken wiederum kommt dem Narzissten natürlich sehr gelegen. Er möchte ja sein Opfer behalten, damit er zeitgleich seinen Frust abreagieren kann. So kann er fröhlich wieder auf die verstörte Partnerin zurückgreifen, wenn es in seinem neuen Leben nicht so laufen sollte, wie er sich das vorstellt. Durch diese Aktionen entzieht er sich wie immer seiner Verantwortlichkeit und wieder trägt nur einer Schuld an seiner eigenen Misere. 

Die Partnerin.

Ich will mich ändern

Allerdings gibt es noch viele andere Situationen, die nach einer Trennung  ebenfalls Fragen aufwerfen.


Er sagt: "Ich will mich ändern"
Nein, will er nicht. Er wird versprechen sich zu ändern, denn nun ist auch das möglich und er braucht nur noch eine erste, zweite, dritte, vierte .... Chance. Hat er noch keinen Ersatz gefunden, möchte er sein Opfer nicht verlieren. So einfach ist das.

Jemand an dem er sein Kontroll- und Machtverhalten ausüben kann, ist nicht so leicht zu finden. Mit Liebe hat das leider gar nichts zu tun. Mag er das auch noch so oft sagen, gemeint ist etwas anderes. Das sollte keine Frau vergessen, die sich da gerade einredet, dass er sie ja doch noch liebt und alles gut werden wird. Ob er tatsächlich die neugewonnene Freiheit mit seiner Next aufgeben wird, ist sowieso fraglich.


Er sagt: "Ich gehe"
Hat sich schon ein anderes Opfer gefunden, ist die Trennung einfacher zu gestalten. Diese Perspektive ist zwar sehr schmerzhaft für das Opfer, aber eigentlich das Beste, was der Frau passieren kann. Die Gefühle der Wertlosigkeit und der Ausnutzung machen allerdings sehr zu schaffen und sollten nicht unterschätzt werden.

Ihr frommer Wunsch "eine andere Frau"
Das klappt wunderbar in der eigenen Gedankenwelt. Ist diese Tatsache Realität, sieht es ganz anders aus. Viele Opfer wünschen sich, dass er eine andere Frau findet und die Beziehung sich dann so beendet. Dies ist aber oft ein Trugschluss. Wenn diese Tatsache tatsächlich von ihm geschaffen wird, beginnt eine sehr schmerzvolle Zeit der Eifersucht. Die erste Zeit in der Beziehung, wo alles in rosa Farben leuchtete, ist noch präsent.
Das alles vermutet sie jetzt bei der Next und fragt sich, ob diese alles das bekommt, was sie sich je gewünscht hat. Die Frage, ob es an ihr gelegen hat, und er mit der neuen Beziehung jetzt viel glücklicher ist, nimmt nachher viel mehr Raum ein, als das Gefühl der Erleichterung. 

Dieser Schuss geht nach hinten los. Garantiert. Therapeutische Hilfe anzunehmen ist ein besserer Weg, dass Erlebte zu verarbeiten, um diese Gedanken richtig einzuordnen. Besser wäre es jedoch vorher zu gehen und selbst den Absprung zu finden. Damit lebt es sich besser.
Stellt sich irgendwann heraus, dass es diese Affäre schon lange vorher gegeben hat, ist der Schmerz kaum auszuhalten. Wer geht und sich dann nicht mehr umschaut, tut sich selbst einen großen Gefallen

Warum ist fast immer eine andere Frau im Spiel!?

Vielfach hat die Partnerin schon signalisiert, dass sie den Aggressor durchschaut hat und zeigt wenig Wohlwollen, an ihrer Bewunderung für ihn zu arbeiten. Ohne diese Bestätigung hat er wiederum kein Interesse mehr an der Beziehung und sieht sich anderweitig um. 
Zeigt sie sich dagegen auffallend freundlich und zugeneigt, hat sie irgendwann keine Kraft mehr für die Beziehung. Auch dieses Vorgehen ist für den Narzissten unattraktiv, da die Partnerin keine Herrausforderung für ihn darstellt.

Fakt ist: Erhält er keinen Respekt, keine Bewunderung, keine Anerkennung und keine narzisstische Zufuhr mehr, schaut er sich anderweitig um. Ohne diese Pluspunkte sucht er schnell nach Ersatz. Obwohl sich dies fremd und lieblos anhört, entspricht das leider ganz genau den Tatsachen.

Wie geht sein Leben nun weiter?

Die Betroffene hat während der Beziehung gelernt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und hat ihren Fokus auf sein Leben gelegt. Also ist die Frage, "was macht mein Partner jetzt", enorm wichtig. Das Kreiseln um dieses Thema füllt Tage, wenn nicht ganze Wochen.
Damit aufzuhören ist schwer und funktioniert am Anfang nicht. Die Frage, wie er seine Zeit verbringt und welche neuen Frauen er kennenlernt, beschäftigen den Kopf bei Tag und Nacht und das Grübeln darüber findet kein Ende. Dass Kopfkino steht nicht still. 

Wie es für ihn weitergeht, das ist allerdings klar. Wer die Hintergründe seines Verhaltens erfasst hat, und das Krankheitsbild kennt, braucht sich diese Frage eigentlich gar nicht mehr stellen.

Der Narzisst sucht Ersatz für das Opfer und das bitte so schnell wie möglich. 

Opfer/Frauen, die er bereits kennt, sind für ihn leichter zu manipulieren und diesen wird er sich zuerst zuwenden. Die individuellen Verhaltensmuster der betroffenen Frauen sind ihm bekannt und so kann er sich diesen Personen unbekümmert und manipulierend zuwenden.
Der Griff zur Ex könnte der erste Schritt sein, falls diese sich noch geneigt zeigt. Hier bekommt er zusätzlich noch die Bestätigung, dass er das Scheitern der alten wie neuen Beziehung nicht zu verantworten hat. Bleibt nur zu hoffen, dass sich bereits herumgesprochen hat, wer hier das Problem ist.

Leider ist der Aggressor auch hier ein Meister der Manipulation und hat vielfach schon im Vorfeld seine Umgebung gegen das Opfer aufgebracht. So bleibt er auch nach der Trennung mit einer weißen Weste zurück und die Partnerin steht einer feindlich gesinnten Umgebung gegenüber. Das Opfer findet selten Gehör bei Bekannten und gemeinsamen Freunden und ist vor weiteren Manipulationen nicht sicher.

In der Trennungsphase ist dieses Gefühl kaum zu ertragen. Der Freundeskreis hat jedoch vielfach mehr von allem mitbekommen, wie zuerst gedacht, und dieser Gedanke macht Hoffnung.

Der Narzisst und seine Opferrolle

Nach einer Trennung muss der Aggressor lange Zeit ohne sein destruktives Verhalten auskommen. Zur neuen Partnerin muss er jetzt überaus freundlich sein, damit diese nicht gleich wieder die Flucht ergreift. Seine destruktive Seite kann er deshalb nur sehr begrenzt ausleben.
Dieses Wissen macht ihn unglaublich wütend. Er weiß genau, wie schwer diese Zeit für ihn werden wird.

Also wird er seinem davon gelaufenen Opfer (DU), wenn es weiter im Kontakt mit ihm bleibt, immer wieder in seinen Augen zu Recht vorwerfen, dass DEIN Egoismus daran schuld ist, was er jetzt alles erdulden muss.


Was ergibt sich daraus für ihn zwangsläufig?

Er ist das Opfer !!!
Wer hätte das gedacht ???????????? (Sarkasmus)

Wende den Blick ab und geh!

Das Opfer verlässt zu Recht den Ort vieler Kämpfe, Niederlagen und Verletzungen. Es dreht einem Kriegsschauplatz den Rücken zu und geht, belastet durch die Schuldgefühle seiner Aussagen und Verstrickungen. Jeder Mensch darf sich jedoch schützen, wenn er von anderen geschlagen wird, egal ob es mit Worten geschieht oder ob hinterhältige, emotionale Übergriffe dafür benutzt werden.

Lauf weg, bevor er Dich wieder mit seinem Charme und seinen Überredungskünsten einfängt. Du trägst nicht für alles die Schuld, mag er Dir das auch noch hundertmal erzählen wollen.

@Text by Evelina Blum