Egoist, Narzisst oder Frauenheld

Welche Bezeichnung trifft auf meinen Partner zu?

Egoist, Narzisst oder Frauenheld

Die Suche nach der Wahrheit

Die Suche nach der Wahrheit. Vorweg gesagt, eine Antwort darauf, die alle zufrieden stellt, gibt es nicht. Viele Partner verhalten sich ähnlich negativ, ohne jedoch ein Narzisst zu sein. Sie sind unberechenbar, laut, launisch, destruktiv und verletzend. Auch sie haben nur ihren eigenen Vorteil im Blick und verletzen andere. Ihr Verhalten ist jedoch nicht komplett darauf ausgerichtet, uneinsichtig und zerstörerisch, den anderen psychisch zu Grunde zu richten. Und das nur, weil dieser sich ihm als Spiegel seiner Persönlichkeit verweigert oder ein verzerrtes Bild seines eigenen Selbst zurückwirft.

Anders ausgedrückt: Dem Narzissten also nicht nur Achtung, Bewunderung und Liebe entgegenbringt, sondern ihn auch kritisiert und ihn daran erinnert, dass die Partnerin außerdem noch eigene Bedürfnisse hat.

Kritik zerstört den Narzissten, weil sich keine Persönlichkeit hinter seinem aufgeblasenen Ego verbirgt, die mit dem Gefühl "kritisiert zu werden" angemessen umgehen kann. Kritik ist für ihn deshalb nicht hinnehmbar, da diese seine Persönlichkeit negiert, löscht und somit verschwinden lässt. Er fühlt sich beschmutzt und sein Ego zerspringt in tausend Stücke. Jede Mißachtung und Respektlosigkeit, die sich gegen ihn richtet, wird deshalb sofort von ihm bestraft und im Keim erstickt.

Egoisten, Idioten, oder dem Frauenheld dagegen, sind die kritischen Anmerkungen der Partnerin egal. Diese werden überhört, falls sie überhaupt zur Kenntnis genommen werden. Ausufernde Bemerkungen in deren Richtung machen diese Personen höchstens wütend und führen zum Streit. Zu einem Persönlichkeitsverlust, wie bei einem Narzissten, führen sie jedenfalls nicht

Narzisst, Frauenheld, Frauenwelt, Egoist

"Er meint es doch nicht so!"

Ja, ja. Diese Sichtweise ist weit verbreitet. Egal, welcher Partner am Start ist. Die Opfer verdrängen die Beleidigungen, sehen den Missbrauch ihrer Gefühle kaum, und passen sich der unguten Situation an. Die Aggressoren suchen förmlich nach diesen Opfern, die ihr Verhalten nicht gut finden, aber akzeptieren. Hier passt der Schlüssel zum Schloss. Ob hier ein Narzisst am Werk ist, oder einer von der anderen Sorte, ist völlig egal. Und doch gibt es einen großen Unterschied.

Findet das Opfer später heraus, an einen Narzissten geraten zu sein, der tatsächlich alles so gemeint hat, wie er es dem Opfer immer wieder gesagt hat, so wirkt sich das noch nach der Beziehung zerstörerisch aus. Das Opfer fühlt sich beschmutzt, weggeworfen und zerstört.

Die anderen Aggressoren haben zu jeder Zeit Ihr Tun offensichtlich werden lassen. Die Hintergründe und die perfide Vorgehensweise des Narzissten werden erst oft später sichtbar, weil sie hochmanipulativ daherkommen. Der Narzisst geht gegen seine Partnerin vor, indem er ihre Schwachstellen herausfindet und diese dann systematisch gegen sie verwendet. Der Egoist beispielsweise denkt nur an sich und interessiert sich im Grunde gar nicht für sein Gegenüber. Die Schwachstellen kümmern ihn ebensowenig wie die ganze Person. Er reagiert nur auf sein eigenes Ich.

Betrug und Verrat - Die Säulen des Narzissmus

Innerhalb einer narzisstischen Beziehung bemerkt die Partnerin deshalb nur selten, dass sie, trotz dem großen Interesse an ihrer Person, vom Aggressor gar nicht richtig gesehen wird. Statt sie als Mensch wahrzunehmen, bedient er sich ihrer als Spiegel und projeziert seine schlechten Eigenschaften auf sie. Damit wird sie zu einem Objekt, dass jederzeit austauschbar ist. Wird diese Sichtweise endlich wahrgenommen, wird durch die diffuse Hoffnung auf Besserung wieder alles verdrängt.

Letztendlich ist eine Beziehung mit allen hier genannten Personengruppen sehr schwierig. Egoisten, Armleuchter oder Idioten können Ihre Haltung der Partnerin gegenüber vielleicht noch ablegen, weil ihr Verhalten nicht durch eine Persönlichkeitsveränderung geprägt ist. Der Narzisst dagegen ist zu keinem anderen Verhalten fähig, weil er immer anderen die Schuld zuschiebt. Dies tut er nicht aus niederen Beweggründen, sondern aus dem Gefühl heraus, dass seine Sicht der Dinge die unumstößliche Wahrheit ist. Seine Vorstellung von Liebe und Partnerschaft ist eine ganz anders gestaltete Welt, in die eine liebevolle Partnerin keinen Zutritt findet.

In einer narzisstischen Beziehung geht es um Bestrafung und Macht, die im anderen Unwohlsein und Verlustangst auslösen soll. Deshalb ist man schnell bereit, sich auf die Wünsche des Aggressors einzulassen. Verhält man sich angepasst und läuft wie auf Eierschalen, ist das ein weiteres Indiz dafür, an einen Narzissten geraten zu sein. Es gibt noch viel mehr davon, aber du solltest Dein eigener Radar sein, weil nur genau weißt, was Du Dir eigentlich bieten lassen willst und was nicht. 

Merkmale und Eigenheiten eines Narzissten

Versuchen wir es mit einer Liste!

Ist er ein guter Redner und auf oberflächliche Weise charmant?
Redet er gerne nur von Begebenheiten die ihn interessieren, und ändert dabei häufig seine Meinung?
Ist er ein Meister darin, andere zu manipulieren und passt seine Reden seinem Nutzen an?
Ist er ein krankhafter Lügner, wenn es um seinen eigenen Vorteil geht?
Ist er unfähig tiefe Reue zu empfinden und sich an die getroffenen Absprachen zu halten?
Hast Du das unbestimmte Gefühl, er wäre unfähig tiefe Gefühle zu empfinden?
Übernimmt er niemals die Verantwortung für das, was er tut?
Ist er schnell gelangweilt und wendet sich anderen Dingen zu?
Kann er die Gefühle anderer Menschen wirklich nachvollziehen?
Sucht er Bestätigung, platonischer oder sexueller Art bei anderen Frauen?
Trifft er Entscheidungen, zu denen er nicht steht?
Hatte er als Jugendlicher massive Probleme?
Geht er unnütze Risiken ein und bringt andere in Gefahr?
Freut er sich über Missgeschicke anderer und kann deren Erfolge nicht anerkennen?
Macht er Dein persönliches Umfeld, wie Freunde, Kinder usw. schlecht?
Meint er, nur er könne alles und gibt anderen das Gefühl minderwertig zu sein?
Verlangt er immerzu Anerkennung, Mitleid oder Aufmerksamkeit?
Bringt er Dich dazu, durch seine Äusserungen Termine oder Verabredungen abzusagen?
Ist er krankhaft eifersüchtig und neidisch?
Bringt er Dich dazu - sich so zu fühlen?

Eine Liste ist eine Liste; und nicht mehr!

Das eigene Gefühl gibt am besten Auskunft, welches keine Liste auf der ganzen Welt ersetzen kann!

Aber, am Anfang war es doch so schön!

Merkmale und Eigenheiten des Narzissten

Honneymoon

Ja, das ist wohl wahr. Da der Aggressor aber weiß, dass er am Anfang einer Beziehung mit seinem Verhalten auf Widerstand stossen kann, setzt er die emotionale Gewalt auch nur ganz unauffällig ein. Am Anfang ist es schön, weil schon kleine Warnsignale übersehen werden und die Beziehung wie auf rosa Wolken fliegt.
Mit der Zeit erfahren die Abwertungen und Manipulationen jedoch eine Steigerung, da für ihn die Fehlerhaftigkeit des Opfers immer sichtbarer wird. Seine eigenen Fehler und Schwächen projeziert er ebenfalls auf das Opfer und verwechselt dann beides. Sogar am Anfang fragt sich die Partnerin oft, von wem er da eigentlich spricht, wenn er beispielsweise sagt, "sie hätte keine Empathie". Kehrt dann der Alltag ein, werden die scheinbaren Mängel des Opfers massiv bekämpft; und er beginnt damit die Partnerin abzuwerten.Entspricht die Partnerin nachher nicht mehr den Erwartungen des Narzissten, ist sie automatisch fehlerhaft und muss bestraft werden. Soweit seine verstiegene Denkweise.

Zusätzlich wälzt er alle Verantwortlichkeiten für sich und andere auf die Partnerin ab, um kein eigenes Versagen aufkommen zu lassen. Das ist Manipulation auf höchstem Niveau und bleibt in vielen Fällen unerkannt. Während er sich gemütlich zurücklehnt, werden der Partnerin immer mehr Fehler zugerechnet.
Die Bestrafung lässt nicht lange auf sich warten. Durch Liebesentzug, Lügen und Betrügen zimmert er sich eine Welt, in der er keine Schuld trägt und macht sich damit unsichtbar. Schuld haben immer nur die anderen, nie er selbst. Manchmal werden diese Bestrafungsaktionen auch für einem passenden Moment aufgespart. Vorausgesetzt, die Partnerin hat überhaupt bemerkt, dass sie einen Fehler begangen hat. Ansonsten wird er ihr natürlich bereitwillig erklären, wo der Fehler liegt.

Ist die Partnerin mit seinem Verhalten nicht einverstanden, fühlt er sich missverstanden und schiebt er sie in die Rolle der unwissenden, rechthaberischen Frau, um seiner Wege zu gehen. 

Seine unguten Machenschaften tarnt er also so gut er kann; und macht sich nur selten die Hände schmutzig. Deshalb erscheinen seine Aktionen auch seltsam unbestimmt und sind verschieden auslegbar. Doppeldeutig und unterschwellig provozierend schleichen sich diese Personen durchs Leben und schädigen andere massiv. 
Es fehlt Ihnen an eigenständiger Persönlichkeit, die den Mensch als Individium auszeichnet. Deshalb kann er keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen und muss die Schuld beim anderen suchen. In seinem Inneren findet er keine persönliche Stimme vor, die dafür zuständig sein könnte. Allein gelassen kommt er nicht zurecht und (ge)braucht die Partnerin, die seine Persönlichkeit am Laufen halten muss. Ist sie fort, weiß er nicht mehr genau wer er sein soll. Schnell sucht er nach Ersatz, damit er nicht in das tiefe Loch seines eigenen Nichts fällt. 

Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er seine Ansichten, seine Einstellung und seine Moralvorstellung jederzeit an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen kann, ohne sich verbiegen zu müssen. Morgen erzählt er etwas anderes als heute und überhaupt ist nichts so, wie er es gestern noch gesagt hat. Zerstörung und Selbstsucht begleiten ihn auf Schritt und Tritt; und es scheint ihm nichts auszumachen, andere auf diesem Weg verletzt liegen zu lassen.

Warum?

Es ist das fehlende SELBST, was den persönlichkeitsgestörten Menschen so vorgehen lässt. Es ist die fehlende Empathie und das Mitfühlen, im Bezug auf den Umgang mit Menschen. Kaum etwas davon ist vorhanden. Alles wirkt wie auswendig gelernt und dann vorgespielt. Und genauso ist es auch. Es ist ein einstudiertes, gelerntes Verhalten, da keine eigene Substanz vorhanden ist.
Gefühle sind für ihn lesbar, ja, verstehen kann er sie jedoch nicht. Verletzendes Verhalten wird angewendet, weil er nicht sehen kann, was er anderen Personen damit wirklich antut.  In seinem Denken haben sich diese Menschen ihr Leid selbst angetan. "Sie hätten sich nur anders verhalten müssen, dann wäre er niemals auf sie losgegangen."

Seine eigene Person ist innen hohl, einem Spiegel gleich. Dass einzige, was sich darin spiegelt ist er selbst, in der Person der jeweiligen Partnerin. Deshalb muss diese ihm immer wieder bestätigen wie toll er doch ist. Sie muss ihm geben, was er braucht. Aufmerksamkeit, Bestätigung, Lob und Liebe.

 

Kann sie ihm diese Bestätigung nicht geben, weil sie vielleicht schwer leidend im Krankenhaus liegt, ist sie für ihn nutzlos. Deshalb wird er sie auch nicht besuchen, sondern warten, bis sie wieder gesund ist. Tut er es doch, dann nur, um anderen zu zeigen, was für ein toller Partner er doch ist oder um ihr klar zu machen, dass sie sich gefälligst nicht so anstellen soll.

Liebe, Bewunderung und Anerkennung? Nichts davon kann er uneigennützig anderen geben. Stattdessen soll die Partnerin ihm das perfekte Spiegelbild seiner Persönlichkeit liefern, damit er sich gut fühlen kann. Kritik würde dieses Bild zerstören, deshalb wertet er die Partnerin ab, sobald sie sich ihm kritisch und mit eigenen Wünschen oder Forderungen nähert. 

Die Anerkennung ihrer Individualität, als Ausdruck ihrer Persönlichkeit, ist für ihn nur hinderlich und wird von ihm regelrecht abgeschafft.

Lehnt sich diese gegen seine grenzenlosen Gemeinheiten auf, beginnt das nächste Drama.  Er versucht zu verhindern, dass die Partnerin ihn kritisiert. Den anderen durch psychischen Selbstmord zu unterwerfen, um ihn zu dominieren, wird dann zu seinem erklärten Ziel. Ist dieses Ziel dauerhaft erreicht, wird die Partnerin oft uninteressant und fallengelassen. Nach einiger Zeit klopft er wieder an Ihre Tür und setzt die Beziehung fort. 

Es ist immer das gleiche destruktive Vorgehen, was ihn auszeichnet. 

Du versuchst die wirklichen Gründe für alles zu finden, aber es gibt keine. Du fühlst dich der Situation nicht gewachsen und dieses Gefühl wird zur Normalität. Es wird Zeit, sich ernsthaft mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Es fühlt sich an, als wäre er dein Feind?

Fakt ist: 

"Er war von Anfang an Dein größter Feind."