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Wie erkläre ich anderen Menschen den Begriff: emotionale Gewalt?

Wer in eine sogenannte narzisstische Beziehung verstrickt ist, hat sicher schon versucht, anderen Personen die Vorgänge innerhalb der Partnerschaft zu erklären. Verständnislose Blicke sind dann keine Seltenheit. Auch wer die toxische Beziehung bereits verlassen hat, möchte oft das Erlebte mit anderen Personen teilen. Aber wie erkläre ich die emotionale Gewalt, die ein narzisstischer Partner einsetzt? Ich selbst habe es nicht nur einmal erlebt.

In einem gut geführten Interview eines bekannten Rundfunksenders habe ich es einmal zwei Stunden lang versucht, bis ich die Tatsachen so darstellen konnte, dass die emotionale Gewalt endlich sichtbar wurde. Auf meine Nachfrage gab die Moderatorin an, ich hätte eigentlich ganz normale Schwierigkeiten innerhalb einer Beziehung beschrieben, sie habe erst ganz am Schluss das Muster hinter den Angriffen gesehen. Na immerhin!

Sie hatte aber recht, und mir ist sehr bewusst geworden, dass nicht der einzelne Vorfall das Problem ist, sondern die Beweggründe des Narzissten und die Häufigkeit der Ereignisse eine entscheidende Rolle spielen. Das Schweigen, die subtilen Anspielungen, die Schuldumkehr. Probleme können nicht ausdiskutiert werden, da der Partner sofort von der Sachebene auf die emotionale Ebene wechselt und das Opfer persönlich angreift. Das sind keine normalen Beziehungsprobleme, das ist Missbrauch. Und damit habe ich ein weiteres Problem. Wie erkläre ich anderen diese Gewalt?

Ich habe gelernt, meine Worte sparsam einzusetzen, da der andere sonst nicht mehr aktiv zuhört, sondern sich in seiner eigenen Gedankenwelt verliert. Der andere muss sich erst vorstellen können, dass mit Narzissten keine normale Unterhaltung geführt werden kann, geschweige denn, dass Absprachen getroffen werden können, die verbindlich sind. Dann kann das Gespräch weitergehen.

Und daran scheitert meist die Verständigung. Statt diesen Gedanken mitzugehen, folgen meist endlose Erklärungen, wie man mit dem narzisstischen Partner sprechen könne.

Dass dieses Unterfangen vollkommen zwecklos ist, ist natürlich eine traurige Gewissheit, der ich mich stellen muss. Diese traurige Bilanz wird jedoch von Personen, die sich mit dem Thema nicht auskennen, kaum akzeptiert. Stattdessen wird dem Opfer vermittelt, dass es sich dem übergriffigen Partner gegenüber unklar äußert.

Statt die Aussagen der Betroffenen ernst zu nehmen, wird das Gesagte in anderen Gesprächen oft kleingeredet. "Er hatte bestimmt nur einen schlechten Tag. Nimm das nicht zu ernst." Häusliche Gewalt sollte jedoch immer ernst genommen werden. Das Opfer abzuweisen und als zu empfindlich darzustellen, hat große negative Auswirkungen, da die Wahrnehmung der betroffenen Person eh schon verschoben wurde. Das Opfer jetzt mit irgendwelchen Belanglosigkeiten trösten zu wollen, ohne den Hintergrund zu verstehen, ist definitiv nicht in Ordnung.

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Du musst das, was dir angetan wird, anderen nicht erklären.

Ist es mangelnde Empathie? Möchte man sich eine solche kalte Welt nicht vorstellen? Passt das Vorgehen des aggressiven Partners nicht in das heile Weltbild der anderen?

Ich persönlich habe keine Kraft mehr dafür, um Verständnis zu werben. Stundenlang etwas zu erklären, was der andere wahrscheinlich gar nicht verstehen will, zerrt an meinen Nerven. Wenn ich von Narzissmus spreche, bin ich beim anderen sowieso schon raus. Dann muss ich Beweise vorlegen und mir anhören, ich sei übergriffig, weil ich es mir herausnehme, eine Diagnose zu stellen. "Logisch, der Arzt braucht eventuell 3 Wochen und ich habe ja nur fast 60 Jahre mit einem narzisstischen Vater verbracht und gefühlt keine Ahnung."

Es ist einfach frustrierend; und diesem Satz habe ich noch die beste Erfahrung gemacht.

"In einer narzisstischen Beziehung erlebt das Opfer emotionale Gewalt. Das ist das Gleiche wie verprügelt zu werden, nur mit Worten. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, aber wenn du Interesse hast, kann ich dir gern mehr erzählen."

Warum passt dieser Satz?

Viele Zuhörer verlieren nach diesen Sätzen das Interesse und die Unterhaltung ist beendet. Es gibt aber auch Menschen, die ebenfalls betroffen sind. Und es gibt Menschen, die generell an allem interessiert sind und sich informieren möchten. Und es gibt Menschen, die sich mit dem Thema auskennen.

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Das Opfer braucht Hilfe, auch nach einer Trennung.

Nicht nur während der Beziehung hat die Betroffene oft einen großen Gesprächsbedarf. Nach dem Beziehungsende ist die Verstrickung mit dem Narzissten sogar noch größer. Viele Außenstehende verstehen diese Zusammenhänge nicht oder schätzen die Sachlage völlig falsch ein. Manchmal fehlen auch wichtige Informationen, um dem Inhalt des narzisstischen Missbrauchs näher zu kommen.

Die betroffene Frau ist zutiefst traumatisiert. Ihre Persönlichkeit wurde emotional gelöscht und ausradiert. Sie hat sich selbst verloren in einem Nebel von Manipulationen und Isolierung, die sie in eine Art von Selbstkasteiung getrieben hat.

Wie kann ich helfen?

Das Opfer jetzt wiederum mit irgendwelchen Belanglosigkeiten trösten zu wollen, ohne den Hintergrund zu verstehen, ist nicht hilfreich. Worte wie: "Das ist doch nur Liebeskummer, der vergeht. Du wirst sehen," schädigen sogar mehr, als sie gut tun.

Begleitend dazu wird oft nach einer Trennung angenommen, es könne jetzt ein Schlussstrich unter die Beziehung gezogen werden. Das Seelenleben der Betroffenen ist jedoch schwer geschädigt, das kann nicht funktionieren. Die Leidensfähigkeit hat eine Dimension erreicht, die sich kaum ein anderer vorstellen kann. Mit normalem Liebeskummer hat diese Gefühlsebene nichts zu tun. Nach einer Trennung beginnt erst die gesamte Aufarbeitung der Beziehung.

Wie erkläre ich den Suchtfaktor und meine eigene Abhängigkeit

"Nach der Trennung wird doch alles besser"

Ja, das ist wahr. Es ist jedoch sehr schwierig, die Trennung durchzuhalten. Eine Abhängigkeit hat sich eingestellt, die einem Suchtverhalten gleichkommt. Den Partner zu verlassen, ist genauso aufreibend wie getrennt zu bleiben; wenn nicht sogar noch belastender. Die Betroffene wurde vom Partner als wertlos deklariert und hat ihm geglaubt. Der Kampf ist ausgekämpft, der Selbstwert ist am Boden und das Opfer ist der Verlierer. Die Betroffene kann ihren Partner nun nicht mehr dazu bringen, ihren Wert anzuerkennen. Sie muss als wertlos deklarierte Person das Feld räumen und ist nach einer Trennung auch vor weiteren Manipulationen nicht sicher.

Zudem wurde der Versuch, sich zu trennen, sicherlich schon mehrfach in Angriff genommen, nur um festzustellen, dass längst eine Abhängigkeit entstanden ist.

Was passiert nach einer Trennung?

Jede Trennung für sich ist kräftezehrend. Das Opfer wird immer mehr geschwächt und auslaugt. Während es diesem nach jeder Trennung schlechter geht, zieht der Aggressor seinen Nutzen aus dieser Situation. Er wirkt wie belebt, wenn er nicht gerade das Opfer spielt und ist mit sich und der Beziehung vollkommen im Reinen. So scheint es jedenfalls. Er ist das Opfer einer destruktiven Frau geworden und froh, der unguten Situation entkommen zu sein. Leider zieht er keinen direkten Schlussstrich, sondern lässt sich immer noch ein paar Türen offen. Es spielt dabei auch keine Rolle, wer die Beziehung letztendlich verlassen hat.

On-und Off-Beziehungen

Wer zurück geht, stellt zwar fest, dass sich am Verhalten des Partners nichts ändert, aber jede Trennung macht etwas mit der betroffenen Frau. Jeder Honeymoon nach einer Trennungphase - und mag der auch noch so klein sein - macht süchtig. Dies wird oft verkannt und auch die Beziehungspersonen des Opfers übersehen hier oft den Zusammenhang. Eine Zeit lang läuft wieder alles gut in der Beziehung und der Bekanntenkreis atmet auf.

Natürlich wäre es schön, wenn sich wirklich etwas ändern würde, aber das, was in Aussicht gestellt wird, trifft nie ein. Man möge es dem Opfer wünschen, aber alles wird sogar noch schlimmer, auch wenn dies kaum vorstellbar ist. Das bemerken natürlich auch die umstehenden Personen und treten hier oft den Rückzug an, da sie wieder mit dem gleichen Problem konfrontiert werden.

Kontrolle und Manipulation werden wieder eingesetzt und die Beziehung gerät in eine Gewaltspirale

Damit ist die Betroffene in einem Kreislauf gefangen, aus dem es kaum noch einen Ausweg zu geben scheint, wenn sie sich nicht endgültig freischwimmt. Dies braucht jedoch Zeit und Geduld, die viele Familienmitglieder, Freunde und Freundinnen nicht haben. Sie geben der betroffenen Frau eine bestimmte Zeit, um alles zu bewältigen und werden dann ungeduldig.

Der betroffenen Frau gelingt es kaum, den Manipulationen des Aggressors, die immer offensichtlicher werden, zu entkommen. Sie wird immer mehr in eine Isolation gedrängt. Das Thema bleibt weiterhin präsent und irgendwann steht sie allein, da sich ihre ganze Gedankenwelt nur noch um die Beziehung dreht.

Das Opfer trennt sich oder wird getrennt

Da der narzisstische Partner auch nach der Trennung versucht, eine gewisse Kontrolle über sein Opfer zu behalten, ist das Leiden hier noch lange nicht beendet. Gibt es Kinder, versucht er hier zu punkten. Obwohl die Kinder ihm emotional nichts bedeuten, wirkt er jetzt ganz massiv auf sie ein. Es dauert etwas, bis Freunde und Bekannte begriffen haben, dass sie für ihn nur ein Mittel zum Zweck sind, um weiter Macht über die Partnerin ausüben zu können. Seine verbalen und emotionalen Übergriffe innerhalb der neuen Konstellation führt er unbeirrt weiter und die Gedankenwelt der betroffenen Frau kreist weiter nur um die angesprochenen Themen. Damit kontrolliert er weiterhin das Leben seiner Ex-Partnerin, selbst wenn er eine neue Lebenspartnerin gefunden hat.

Der Bekanntenkreis wird manipuliert

Oft denken viele Angehörige, dass das Gröbste nach der Trennung wäre überstanden wäre und verkennen hier die Situation. Wie schon erwähnt, beginnt erst alles. Sie fordern das Opfer auf, sich zu erholen und Abstand zu nehmen. Wie soll diese Erholung jedoch aussehen?

Erzählt die Betroffene gemeinsamen Freunden und Bekannten weiterhin ihre Sicht auf die Dinge, steht sie auf verlorenem Posten. Wenn sie Pech hat, wird der Narzisst jetzt schon vorgesorgt haben. "Sie wird als die verlassene Ehefrau/Geliebte/Freundin dargestellt, die mit der Trennung nicht fertig wird." Selbst wenn die Partnerin ihn verlassen hat, geht er so vor. "Er ist schließlich der Leidtragende, er musste das Feld räumen, weil sie ja so eine schlechte Person ist." Auf diesen Themen reitet er ständig herum und erfreut seine Zuhörerschaft. Schon in der Beziehung hat er sich manipulativ verhalten und auch nach der Trennung wird sich daran nichts ändern. Unglaublich. Hier ist nur zu hoffen, dass Freunde und Bekannte fest zu dem Opfer stehen und sich nicht manipulieren lassen.

Die Verarbeitung der Gewalt lässt auf sich warten

Aufgrund der beschriebenen Vorkommnisse wird die Heilung der betroffenen Frau immer wieder unterbrochen. Mit einem ganz normalen Trennungsschmerz hat diese Phase der Verarbeitung gar nichts mehr zu tun. Vielmehr muss die Betroffene erst alle Anteile ihrer Persönlichkeit zusammensuchen und neu zusammensetzen. Ihre Person wurde vom Partner demontiert und zerstört. Sich wiederzufinden, um neu anzufangen, das braucht eben seine Zeit. Die Betroffene bleibt noch lange in ihrer verletzten und verschobenen Gefühlswelt gefangen, bevor eine Besserung eintritt.

Die Schilderung der Lebensumstände des Opfers wird manchen Zuhörern nach vollzogener Trennung dann oft zu viel. Immer wieder die gleichen Vorkommnisse durchzugehen, die schon während der Beziehung Thema waren, ist ein anstrengender Prozess. Diesen massiven Schmerz nach dem Beziehungsende zu verstehen, ist vielen Personen auch gar nicht möglich. "Wenn alles so furchtbar ist, war es doch angebracht, dem ein Ende zu setzen."

Da die Bewältigung des Traumas jetzt erst einsetzt, kommt dementsprechend alles neu und unverarbeitet an die Oberfläche und sucht sich Raum. Die destruktiven Geschehnisse innerhalb der Partnerschaft wurden verdrängt. Nur so war ein Verbleiben in der Beziehung möglich.

Mir geht es schlecht mit der Trennung

Für Außenstehende ist diese Aussage des Opfers kaum zu begreifen. Die Gedanken des Opfers kreisen weiterhin nur noch um die Beziehung und um die Bewältigung der vielen ungelösten Fragen. Allein diese Tatsache macht nicht nur das Opfer wütend. Das Wutpotenzial ist enorm und die Betroffene fragt sich, wie sie sich nun anderen Menschen gegenüber verhalten soll. Der Aggressor hat die Persönlichkeit der ehemaligen Partnerin schlechtgeredet und diese fragt sich, was andere von ihr denken.

Das Misstrauen, welches über Jahre lang gesät wurde, kann nicht von heute auf morgen abgelegt werden. Die Umwelt, die bisweilen mit Unverständnis reagiert, wird deshalb Prüfungen unterzogen. Jedes Verhalten, welches wiederum Ablehnung, Wut und Manipulation ausdrückt, kann nun gar nicht mehr ausgehalten werden. Das ist natürlich neu, auch für die umstehenden Personen.

Rückfall

Oft gehen Betroffene auch wieder in die Beziehung zurück. Die ausgeübte Kontrolle, gerne auch Freundschaftsangebot genannt (Sarkasmus), zeigt dann Wirkung. Der Aggressor stellt mit Zerknirschung und Lockangeboten eine bessere Zukunft in den Raum und das Opfer geht darauf ein. So kann die Betroffene erst einmal ihre große Not lindern. Auch für dieses Verhalten muss Verständnis aufgebracht werden. Wer co-abhängig ist verhält sich oft wie ein "Junkie". Das Opfer damit allein zu lassen, ist tatsächlich manchmal der richtige Weg, bevor eine langjährige Frauenfreundschaft daran zerbricht. Eine helfende Hand sollte jedoch niemals ganz weggezogen werden.

Wer ist hier das Opfer?

Diese Frage treibt alle um, nur der Aggressor hat die perfekte Antwort darauf. Der Narzisst ist immer das Opfer. Statt sich selbst zu reflektieren, wirft er der Partnerin vor, sich egoistisch und verletzend zu verhalten, weil sie ihn verlässt. Wenn er von sich aus geht, hat die Betroffene dazu beigetragen und nichts war sein Verschulden. Nur wegen ihrem Unvermögens musste er so handeln. Das ist keine Überlegung wert. Damit ködert er sein Opfer, das sich nun ständig fragt, was es eigentlich falsch gemacht hat. Mit allen Mitteln versucht er, die Schuld von sich schieben, damit er wieder fröhlich auf die verstörte Partnerin zurückgreifen kann, falls es in seinem neuen Leben nicht so laufen sollte, wie er sich das vorstellt.

Er sucht nach der Tür, die er offengelassen hat, und verspricht dann das Blaue vom Himmel. Das Opfer geht wieder zurück zu ihm und hofft auf das Beste. So werden aus Monaten Jahre der Verzweiflung und Hoffnung, und der Schmerz nimmt beständig zu.

Wie geht sein Leben nach der Trennung weiter?

Das ist die große Frage, die sich das Opfer auch immer wieder stellt und Antworten von Familie und Freunden erwartet, die dieses Thema mit der Betroffenen vor- und zurückdenken müssen.

Die Betroffene hat in der Zeit der Beziehung gelernt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und ihren Lebensmittelpunkt nach den Wünschen des Aggressors auszurichten. Damit aufzuhören ist schwer und funktioniert am Anfang nicht. Die Frage, wie er seine Zeit verbringt und die Überlegung, welche neuen Frauen in sein Leben treten, beschäftigen den Kopf Tag und Nacht. Das Kopfkino steht nicht still. Die Gesprächsthemen nach der Trennung ändern sich also nur geringfügig und Freunde und Bekannte bleiben weiterhin genervt.

Wie es weiter geht, ist allerdings mehr als klar. Wer die Hintergründe seines Verhaltens erfasst hat und erkennt, dass der Partner eine Persönlichkeitsstörung aufweist, kann sich diese Frage selbst beantworten.

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Niemand hört richtig zu

Diese Vermutung stimmt leider. Mir wurde mehrfach vermittelt, dass ich mir mein Unglück selbst zuzuschreiben habe, da ich die beendete Beziehung nicht einfach abhaken konnte! Sehr beliebt war auch die Frage, warum ich die Beziehung überhaupt eingegangen bin und nicht früher beendet habe. Ich weiß ehrlich nicht, welche Aussage die Schlimmere ist. Worte wie: "Das hätte ich mir an deiner Stelle nicht gefallen lassen," sind fast nicht mehr zu toppen und setzen allem die Krone auf. Vermitteln sie doch tadellos, wie wertlos man sich zu fühlen hat.

Tatsache ist jedoch, dass insbesondere der Narzisst seine Partner unter den starken Persönlichkeiten sucht. Kleine und unschuldige Opfer interessieren ihn nicht. Das Wissen einer selbstbewussten Person ihr Rückgrat zu brechen, ist viel interessanter für den aggressiven Partner, als ein leichtes Spiel zu haben.

Honeymoon und Blendwerk

Da der Narzisst selbst eine charismatische Persönlichkeit ist, sucht er zunächst jemanden, den er bewundern und idealisieren kann, um ihn dann abzuwerten. In seinen Augen sucht er die Bestätigung einer starken Persönlichkeit, die Bewunderung zeigt und nachher trotz massiver Abwertung bei ihm bleibt.

Aber jeder leistungsstarke und selbstbewusste Geist hat eben auch seine Schwächen. Wer will sich also absolut davon freisprechen, nicht selbst irgendwann einem blendenden, narzisstischen Persönlichkeitsbild zu erliegen? Ich würde mir das jedenfalls nicht mehr anmaßen.

Jugendämter und Gerichte fallen schließlich auch auf diese Personen herein, obwohl sie es langsam besser wissen müssten.

Ein Wort an die Betroffene selbst:

Direkt nach der Trennung weiß das Opfer oft selbst nicht, warum es sich so lange dieser entsetzlichen Situation ausgesetzt hat. Auch hier ist wieder Geduld gefragt und einfühlsame Gespräche tragen zur Heilung bei. Über die Gründe des Verbleibens kann und darf also mitfühlend nachgefragt werden, wenn ein tatsächliches Interesse besteht. Schütze dich andererseits vor vernichtenden Aussagen über dich, weil diese nur bedingt zutreffen. Lass dich nicht verurteilen.

Du hast dich in Liebe jemanden anvertraut, der dein Vertrauen missbraucht hat. Du konntest nicht gehen, weil seine Praktiken sich zerstörerisch auf dich ausgewirkt haben. Du bist jetzt gegangen und das ist/war das Beste, was du für dich tun konntest, zu einem Zeitpunkt, wo es dir möglich war.

Lass die anderen reden, was sie wollen. Viele Menschen werden dich nie verstehen können. Akzeptiere dies als Tatsache und nicht als Beweis, dass du falsch liegst und geh weiter deinen Weg.

Nimm Abstand

Wer sich nicht die Zeit nimmt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um dann frustrierende Äußerungen von sich zu geben, verdient keine weitere Erklärung von deiner Seite. Der Blick in Dein Innenleben zeigt dir nachher ganz deutlich, wo der Aggressor andocken konnte. In einer emotional gewalttätigen Beziehung werden deine Schwachstellen ganz genau herausgearbeitet, um dann Missbrauch damit zu betreiben. Das macht kein liebevoller Partner; nicht in dieser absolut zerstörerischen Dimension. Die positiven Anteile deiner Person werden schlicht weggelassen und das führt zu einer Demontage deiner Persönlichkeit. Deshalb fühlt sich das Opfer nach der Trennung so vernichtet und wertlos. Wer diesen Vorgang nicht nachvollziehen kann, hat dergleichen auch nie erleben müssen.

Das reale Bild deiner Persönlichkeit muss erst wiederhergestellt werden. Alles vorschnell wegzuschieben, nur weil andere Menschen keine Zeit haben oder lieber weghören, ist nicht sinnvoll. Diese Vorgehensweise kann mehr Probleme verursachen als das Desaster, welches du gerade hinter dich gebracht hast.

Mir glaubt niemand!

Leider gibt es immer noch Menschen, die der emotionalen Gewalt skeptisch gegenüberstehen, weil sie nicht bewiesen werden kann. Manche Personen werden dich sogar vorschnell als zu empfindlich abstempeln. Wer nicht glauben möchte, dass dein Partner emotionale Gewalt anwendet, den kannst du auch nicht davon überzeugen. Stehe zu deiner Wahrnehmung und rechtfertige dich nicht. Glaube an Dich und an das, was du um dich herum wahrnimmst.

Nimm nicht alles ungefragt auf, sondern wähle sorgsam aus, wem Du jetzt zuhören willst
@Evelina

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