Ich bin gefangen in einer toxischen Beziehung und fühle mich abhängig von meinem Partner
Eine Co Abhängigkeit beginnt schleichend. Zuerst ist das Beziehungsleben mit einem Narzissten spannend und aufregend. Die Frau steht ganz im Fokus des Mannes und sie fühlt sich wohl und geliebt. Ein wunderbarer Zustand. Nach einiger Zeit bestimmen jedoch Müdigkeit und Überforderung ihr Leben.
Niedergeschlagenheit macht sich breit. Der Partner wird ungeduldig. Die Frau fühlt sich schuldig. Wofür? Dafür, dass sie den gestellten Erwartungen nicht genügt? Der Partner ist phasenweise unausstehlich und macht ihr schwere Vorwürfe. "Sie sei unfähig, ihm eine gute Frau zu sein." Sie bemüht sich und sucht nach Erklärungen für das oft merkwürdige Verhalten ihres Partners und kommt zu dem Ergebnis, dass es an ihr liegen muss.
Damit beginnt Kreiseln um den Partner. Die Gedanken drehen sich nur noch um die Beziehung, aber der Kopf findet keine Lösung. Die betroffene Frau möchte sich irgendwann aus dieser destruktiven Beziehung lösen, schafft es aber nicht. Das Herz möchte in der Beziehung bleiben und harrt aus. Es liebt den Menschen neben ihr, der einmal liebevoll und aufmerksam um sie geworben hat.
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Der Narzisst und die Frauenwelt
Dieses Buch zeigt detailliert auf, wie sich narzisstische Manipulation Schritt für Schritt entfaltet – und wie sie das Denken und Fühlen der Betroffenen verändert. Klar, direkt und nachvollziehbar beschreibt das Buch die Enteignung des Opfers durch Kontrolle, Abwertung und Verunsicherung.
Buch über narzisstische Manipulation Bei Amazon ansehenDas Opfer kompensiert den Missbrauch
Bin ich emotional abhängig von meinem Partner? Diese Frage stellen sich viele Betroffene, die einen narzisstischen Partner an ihrer Seite haben. Darauf eine zufriedenstellende Antwort zu finden, ist jedoch schwierig. Der Kopf dröhnt zwar heftig, aber damit enden oft schon die weiteren Überlegungen.
Der Missbrauch wird verdrängt
Den quälenden Fragen, die sich mit der eigenen Person beschäftigen, wird ausgewichen. Menschen, die Interesse zeigen und auf den Missbrauch hinweisen, werden ebenfalls ignoriert und manchmal sogar verstoßen. Die Partnerin möchte in der Beziehung bleiben und zahlt dafür einen hohen Preis. Wie selbstverständlich räumt die betroffene Frau ihrem Partner ein Recht auf seine Selbstverwirklichung ein und vergisst darüber ihre eigene. Diese scheint nicht mehr wichtig zu sein und der Lebenspartner wird irgendwann endgültig zum Lebensinhalt.
Der Partner soll sich ändern
Um die Beziehung erträglich zu gestalten, wird oft versucht, den Partner zu ändern. Statt selbst dem Elend ein Ende zu setzen, verfolgen viele Betroffene unbewusst diesen Weg, damit das Leben für sie besser wird. Dafür verbiegt und verzettelt sich die Partnerin und ihre ganze Energie fließt in diesen Prozess. Sie beginnt Forderungen zu stellen und verlangt oft eine umfassende Veränderungen innerhalb der Beziehungsstrukturen und droht vielleicht sogar mit einer Trennung.
Das ist jedoch der Anfang vom Ende einer friedlichen Beziehung, besonders mit einem narzisstischen Partner. Ihre Klagen, Verbesserungsvorschläge und Forderungen werden nicht erhört. Stattdessen reagiert der Aggressor mit Liebesentzug auf dieses Bollwerk an Vorwürfen, und die Partnerschaft gerät schnell ins Wanken. Die Trennungsgedanken werden immer realer und werden doch wieder verworfen.
Ich halte alles aus und bleibe
Der narzisstische Partner kann sich nun innerhalb der Beziehung alles herausnehmen, und die Betroffene kann nichts dagegen setzen, weil sie sich nicht trennen kann. Diese Tatsache nutzt der Aggressor für sich.
Hin und wieder leitet er eine Trennung ein, ohne diese jedoch ernsthaft beizubehalten. Auch das Opfer trennt sich häufiger, ebenfalls ohne Erfolg. Längst ist die ehemals selbstbewusste Frau von ihrem Partner abhängig geworden. Wohlfühlen kann sie sich nur noch innerhalb der Beziehung. Nur wenn der Aggressor zufrieden scheint, kann sie es auch sein. Einen anderen Zustand kann sie längst nicht mehr ertragen. Jedes Lebenszeichen von ihm, und sei es noch so unbedeutend, wird nach einer vermeintlichen Trennung dankbar aufgenommen. Immer wieder werden neue Versuche gestartet, die gemeinsame Beziehung zu beleben und weiterzuführen.
Da der Aggressor jeden Trennungsvorgang jedoch als Unverschämtheit des Opfers interpretiert, sucht er zwar wiederholt nach Wiedergutmachung, pfeift aber darauf, ein dauerhaftes Entgegenkommen zu zeigen. Er verspricht es immer wieder, hält sich aber nicht daran. Erholt sich die Beziehung, sinnt er sofort auf Rache. Wer die Trennung ausgesprochen hat, ist hier nicht von Bedeutung. Immer hat die Betroffene Schuld, weil sie sich getrennt hat oder er sich trennen musste, weil sie sich unmöglich benommen hat.
Nach jeder Trennung nehmen deshalb die Verletzungen zu, weil er das Opfer dafür bestraft, ihn allein gelassen zu haben.
Die Folgen von diesem Trennungsspiel?
Das Opfer gibt sich mit immer weniger zufrieden und lernt die Grobheiten des Narzissten auszuhalten. Dem Partner werden noch mehr Rechte eingeräumt und die Beziehung gerät endgültig in eine Schieflage. Da die Betroffene wie gewohnt den Grund dafür bei sich sucht, verharrt sie auch jetzt in diesem falschen Denken und macht ihr eigenes fehlerhaftes Verhalten für die Probleme innerhalb der Beziehung verantwortlich.
Unbemerkt verstärkt sie damit ihre Abhängigkeit, da seine Sicht der Dinge geradewegs noch relevanter erscheint. So gerät die Betroffene in eine Abwärtsspirale, die vom Aggressor unterstützt wird. Sie arbeitet ihm quasi zu, weil sie sich selbst als fehlerhaft empfindet.
Ein gutmütiger Partner würde hier einschreiten, um der Partnerin mehr Halt zu geben, der Aggressor hat daran jedoch kein Interesse. So bleibt das Opfer aus allen möglichen und unmöglichen Gründen in diesem Zustand, und nach einiger Zeit wird es immer schwerer zu erkennen, wo die Liebe aufhört und die Abhängigkeit beginnt.
Der Missbrauch innerhalb der Beziehung wird erkannt
Schon am Anfang haben viele betroffene Frauen schon geahnt, dass mit dem Partner etwas nicht stimmt, das wurde jedoch verdrängt. Ist die Partnerschaftsgewalt eindeutig als emotionale Gewalt und seelischer Missbrauch enttarnt, beginnt eine ganz andere Art der emotionalen Abhängigkeit. Die Betroffene kann sich jetzt nicht mehr aus der Beziehung lösen, weil die Vorgänge sie innerhalb der Partnerschaft definitiv abhängig gemacht haben.
Aus der eigenen Hilflosigkeit heraus werden nun viele Gründe dafür gefunden, um ein Verbleiben in der Beziehung zu rechtfertigen. Der Aggressor weiß darum und verwendet diese sogar als Druckmittel. Wer sich jetzt nicht abgrenzen kann, der hat verloren.
Die Tatsache, dass emotionaler Missbrauch stattfindet, wird vom Aggressor natürlich bestritten und findet nach seiner Ansicht nur in den Augen des Opfers statt. Diese Angriffe auf die Persönlichkeit und die Integrität bringen weitere Abhängigkeiten mit sich und schwächen weiter die Befindlichkeit des Opfers.
Zu diesem Zeitpunkt hat die Partnerin das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung schon längst verloren und ringt mit dem Aggressor nur noch um die Anerkennung seiner Gewalteinwirkung. Nur so kann eindeutig bewiesen werden, dass emotionale Gewalt ausgeübt wurde.
Das perfide an dem Vorgang: Nur derjenige, der die Gewalt auslöst, kann sie auch wieder zurücknehmen. Damit bindet der Aggressor sein Opfer ein weiteres Mal an sich, da es nun auf Besserung und Wiedergutmachung hofft und unbewusst weiter vor Ort bleibt.
Die Partnerin versucht, ihre Sicht der Dinge gegenüber dem Aggressor darzustellen, findet aber kein Gehör. Sie versucht, ihm zu erklären, was tatsächlich vorgefallen ist, findet aber kein Gehör. Die Partnerin fordert Wiedergutmachung, bekommt sie aber nicht.
Die Betroffene beginnt nun, an der Beziehung zu arbeiten, um ihre Qualen und Verletzungen zu heilen. Eigentlich wäre das jedoch die Aufgabe des Aggressors, aber eine Entschuldigung gibt es nicht.
Beratung
Persönliche Beratung & Austausch
Manchmal braucht es jemanden, der zuhört, versteht und hilft, die Gedanken zu sortieren. Wenn du dich in einer schwierigen Beziehung wiederfindest oder den Kontakt zu einem narzisstischen Partner verarbeiten möchtest, kannst du dich gern melden. Das erste Gespräch ist kostenfrei – vielleicht bringt schon das erste Gespräch Klarheit.
Erstgespräch buchen Mehr zu den BeratungsangebotenDas Opfer passt sich übermässig an.
Um diese Qualen zu beenden, ist das Opfer oftmals sogar bereit, die Verantwortung für Fehler zu übernehmen, die es gar nicht zu verantworten hat. Hauptsache, die Balance in der Beziehung ist wieder hergestellt und der Aggressor ist ausgeglichen und freundlich; hat er doch jemanden gefunden, der die Verantwortung für sein Fehlverhalten übernimmt.
In meinem Buch habe ich das Verhalten des Aggressors nocheinmal detailliert beschrieben und die Gewalt dahinter mit vielen Beispielen greifbar gemacht.
Warum gehst du nicht?
Ein Ausstieg aus der Beziehung würde für das Opfer eine weitere Niederlage bedeuten. Das Investieren in die schmerzhafte Partnerschaft wäre umsonst gewesen. Der Kampf wäre verloren. Die Betroffene hätte es nachweislich nicht geschafft, diese Beziehung zu retten und in die richtigen Bahnen zu lenken. Wieder ein Fehler, den sie zu verantworten hat. Dieses Denken wird ihr unbewusst vom Aggressor untergeschoben und damit macht sie sich weiter massiv abhängig von ihm.
Der Kampf um Autonomie, Würde und Selbstachtung geht nie zu Ende. Irgendwann gibt sie den Widerstand auf und ist dankbar, dass der Aggressor bei ihr bleibt, trotz ihrer Fehler. Dass der Partner ihr positives Ego gegen ein negatives Ich ersetzt hat, übersieht sie geflissentlich.
Das Opfer bleibt und erträgt die Verletzungen
Das ist in vielen Beziehungen in denen Partnerschaftsgewalt ausgeübt wird der Normalfall. Doch warum ist das so? Warum lasse ich mir etwas gefallen, wo andere Frauen schon längst gegangen wären? Warum gehe ich nicht, wenn ich das Gefühl habe, mein Partner tut mir nicht gut? Warum gehe ich immer wieder zurück? Wie kann ich etwas ändern? Fragen über Fragen türmen sich auf.
Ist tatsächlich allein meine Verfassung ausschlaggebend dafür, dass ich den emotionalen Missbrauch ertrage?
Nicht ganz!
Der narzisstische Partner setzt bewusst oder unbewusst auf Manipulation, um Macht und Kontrolle über das Opfer zu erlangen. Indem er ihm die eigene Wahrnehmung abspricht, zerstört er dessen Realität. Die erlernten Glaubenssätze des Opfers aus der Kindheit entfalten zusätzlich ihre Wirkung. Und weitere Glaubenssätze tragen dazu bei, sich dem übergriffigen Partner letztendlich auszuliefern und bei ihm auszuharren. Wer als Kind lernen musste, nichts wert zu sein, wird das Verhalten des Aggressors kaum in Frage stellen.
Als Folge davon gewinnt die Betroffene irgendwann tatsächlich den Eindruck, ohne den Aggressor nicht mehr leben zu können, da dieser ihren Selbstwert vollends zerstört hat. Der Partner muss jetzt etwas ändern, weil sie es eben nicht kann. Das einzige, wozu die Betroffene sich noch im Stande sieht, ist das Verbleiben in der Beziehung.
Gehirnwäsche und Manipulation durch den narzisstischen Partner
Außenstehende können dieses Verhalten oftmals nicht nachvollziehen. Die Leidensfähigkeit dreht sich im Kreis und die betroffene Frau ist vielfach selbst davon überzeugt, dass sie dem Leiden nicht entkommen kann, da sie scheinbar nichts anderes verdient hat. Insgeheim hält sie die Anschuldigungen, die der Partner ständig gegen sie vorbringt, für berechtigt. Sie fühlt sich den Äußerungen des Aggressors nicht gewachsen. Irgendwann ist sie tatsächlich der Meinung, dass dieser recht hat.
Anstatt zu gehen, bleibt die Betroffene vor Ort und verharrt weiter in einer schmerzhaften, aber scheinbaren Sicherheit. Für diese opfert sie ihre Würde und passt sich an. Der Wille zur Trennung mag zwar da sein, wird aber nicht umgesetzt. Schuldgefühle nehmen Fahrt auf. Der Gedanke, an der Situation selbst schuld zu sein, nimmt immer mehr Raum ein, und der narzisstische Partner verstärkt dieses Gefühl auf perfide Art und Weise.
Die Spuren der kindlichen Anpassung
Viele Betroffene haben narzisstische Väter oder Mütter. Der Kampf um Liebe und Anerkennung prägt dann das spätere Verhalten.
Diese schon früh erworbene Leidensfähigkeit nutzt der narzisstische Partner für sein eigenes Verhalten und verstärkt damit die Schuldgefühle der Betroffenen. Alles, was die Partnerin in die Beziehung einbringt, ist nicht gut genug oder nicht ausreichend. Damit hat sie seine Abwertung in seinen Augen verdient und soll sich nicht beschweren. Zwei Bedürftige haben sich gefunden. Der Narzisst erhält Bewunderung und Bestätigung, weil die Betroffene trotz seiner Abwertung bei ihm bleibt. Das Opfer wiederum leidet und sieht sich gefangen in einer Beziehung, die es am Ende eigentlich gar nicht will.
Da die Betroffene wie schon in der Kindheit den Ansprüchen der Eltern nicht gerecht werden konnte, harrt sie nun wieder in einer Beziehung aus, die das gleiche Muster trägt.
Ich kann mich zwar trennen, aber nicht getrennt bleiben
Viele betroffene Frauen steigen zwar aus der Beziehung aus, gehen jedoch immer wieder zurück, weil der Schmerz und die Zweifel, nicht genug geleistet zu haben oder einen anderen Fehler begangen zu haben, nicht auszuhalten sind. Dieses Verhalten ist in einer Partnerschaft mit einem Narzissten fast schon normal. Der Aggressor gibt der Partnerin immer wieder die Schuld am Scheitern der Beziehung, und sie übernimmt sein Denken. Sie fühlt sich tatsächlich schuldig.
Das Wissen um die Notwendigkeit einer Trennung verblasst und die Betroffene verliert immer mehr an Selbstbewusstsein. Wie gesagt: Von einem Verhalten abzurücken, das seit der Kindheit erlernt wurde, ist nicht leicht und verursacht viele unbewusste Ängste.
Wenn ich jedoch immer wieder in mein altes Muster zurückfalle, stelle ich mich niemals meinen eigenen inneren Verletzungen. Wer als Erwachsene das Gefühl vermeiden will, verlassen zu werden und deshalb bleibt, verhält sich wie das Kind, das seiner schmerzhaften Kindheit nicht entkommen konnte.
Liebe trifft Nichtliebe
Auf die Dauer schädige ich damit meine eigene Wertvorstellung.
In meinen Gedanken gräbt sich die Vorstellung ein, dass ich als Mensch nicht wertvoll bin, weil diese eine Person mich einfach nicht lieben will. Tatsächlich ist es aber vielleicht so, dass dieser Mensch einfach nicht zu mir passt, weil er mich nicht so annehmen möchte, wie ich bin. Jeder, der schon einmal unglücklich verliebt war, weiß, wie schmerzhaft diese Erkenntnis ist.
Ein Mensch in einer Missbrauchsbeziehung erlebt dieses Wechselbad der Gefühle jeden Tag. Unglücklich verliebt zu sein gehört für ihn zur Tagesordnung und wird irgendwann akzeptiert, nur weil der Partner ihn nicht verlässt.
Diese Achterbahnfahrt der Gefühle ist auf Dauer nicht auszuhalten, da der Aggressor nicht daran interessiert ist, diesen Zustand zu beenden.
Was kann ich tun?
Egal, was du tust – kraftlos das Leben an dir vorbeiziehen zu lassen, macht es nicht besser. Dass der Narzisst sich verändert, bleibt ein frommer Wunsch. Dass du innerhalb der Partnerschaft an Kraft gewinnst, ist ebenfalls trügerisch. Bleibst du in der Beziehung, werden dir die vorhandenen Energiereserven sogar noch mehr entzogen. Um zu gehen, ist deshalb jeder Tag so gut wie jeder andere. Es wird nicht besser.
Um eine Besserung herbeizuführen, braucht es eine neue Denkstruktur. Die Angst vor einer Trennung auszuhalten und trotzdem zu gehen, muss Schritt für Schritt erlernt werden. Deine alten Muster bleiben sonst unangetastet, und deine Überlegungen geraten immer wieder in die gleichen Bahnen. Der Kontakt mit anderen Betroffenen kann helfen, diesen Prozess in Gang zu bringen oder zu unterstützen.
Nichts ändert sich von allein, aber du bist nicht allein.
@Evelina
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