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© Ich habe Kinder mit einem Narzissten

Kindererziehung als Druckmittel

Jedes selbstbestimmte Verhalten der Partnerin bedeutet für den Aggressor einen potenziellen Liebesverlust. Er ist auf eine immerwährende Aufmerksamkeit und Bestätigung durch die Partnerin angewiesen. Um sich diesen Mittelpunkt zu sichern, ist er bereit, die Kinder emotional gegen die Mutter auszuspielen. Zu Statisten in einem Spiel degradiert, fristen die Betroffenen oftmals ihr Leben zwischen Macht, Abwertung und Kontrolle. Was der Aggressor mit seinem Verhalten damit auf lange Sicht anrichtet, entzieht sich ihm.

Vaterfreuden ohne Empathie

Jede Persönlichkeitsstörung hat zur Folge, dass die betroffene Person ihr eigenes Ich nicht richtig wahrnehmen kann. Damit fehlt dem Aggressor die Möglichkeit, sich selbst und andere folgerichtig einschätzen zu können. Was die eigenen Kinder, die Partnerin oder die Lebensgefährtin wirklich brauchen und erwarten, bleibt ihm fremd.
Da er nur von sich auf andere schließen kann, fehlt ihm das wirkliche Mitfühlen mit diesen Personen. Darum fällt es ihm leicht, seinen eigenen Vorteil ohne schlechtes Gewissen umzusetzen. Er hält sich an die gängigen Regeln und Konventionen, da er weiß, dass die Missachtung in seinem Umfeld nicht toleriert wird. Versteckt manipulierend trägt er zum Erhalt des Familienfriedens jedoch nichts bei.
Die Partnerin muss die Auswirkung seines Verhaltens auf sich nehmen und ist für das Wohlergehen sämtlicher Familienmitglieder zuständig. Zwischen diesen Fronten reibt sie sich auf.  

Der Narzisst sieht sich als Mittelpunkt der Familie

Erfährt er durch die Kinder Aufmerksamkeit und positive Beachtung, ist die Harmonie weitgehend gesichert. Wird ihm kein Respekt oder anderes Fehlverhalten entgegengebracht, betrachtet er die betreffenden Personen als seine Gegner und schuld daran hat die Partnerin. Sie hat die Kinder falsch erzogen und ist selbst fehlerhaft.
Nimmt die Erziehungsarbeit wiederum zu viel Aufmerksamkeit in Anspruch, bewertet er das ebenfalls negativ, weil die Aufmerksamkeit der Partnerin von ihm abgezogen wird. Sie kann nichts richtig machen, da kann sie sich bemühen, soviel sie will. Dabei ist noch gar nichts passiert. Hier ist nur die Rede davon, dass die Kinder an einem Tag vergessen, sich zu verabschieden, weil sie es eilig haben. Jetzt mag man sich vorstellen, was passiert, wenn die wirklichen Probleme anfangen.

Die Verfehlungen der Kinder sind für ihn völlig unerheblich. Nur ihre Beweggründe sind ausschlaggebend, da er alles und jedes auf sich bezieht. In diesem Sinne beurteilt er auch das Verhalten der Partnerin.

Erhält er keine Aufmerksamkeit über die Kinder, fühlt er sich persönlich angegriffen und zurückgesetzt. Die Schuld dafür reagiert er nicht nur über den Nachwuchs, sondern auch über die Partnerin ab. Demütigung, verbale Abwertung und Tadel werden an die verteilt, die es dem Aggressor gerade nicht recht machen. Nur die Personen, die ihm wohlwollend gegenüberstehen, wertet er auf.
Dieses Verhalten wirkt auf andere natürlich völlig planlos. Der Familienverbund schließt sich irgendwann in Gruppen zusammen, die sich gegenseitig schützen. Da die Partnerin sich ebenfalls festlegt, wie sie auf die Kinder reagiert, wird der Aggressor sein Verhalten dieser Ausgangssituation anpassen:

Möglichkeit 1

Der Aggressor sieht die Kinder als den verlängerten Arm seiner Partnerin. Er nimmt sie nicht als zu sich gehörig wahr. Dies passiert, wenn sich die Betroffene auf die Seite der Kinder stellt. Die Mutter bildet eine Einheit mit dem Nachwuchs und wird mit ihnen zusammen abgewertet oder hochgelobt.

Möglichkeit 2

Der Aggressor betrachtet die Kinder als zu sich gehörig, behandelt die Frau aber als notwendige Beigabe. Den Nachwuchs hat er dabei auf seiner Seite, da er ihnen als Erziehungspartner einen größeren Freiraum einräumt. Um die Pflichten und Aufgaben muss die Partnerin sich kümmern und macht sich so unbeliebt. Sie steht oft abseits und fühlt sich als Außenstehende.

Möglichkeit 3

Beide Verhaltensmuster werden eingesetzt.
Damit wird die Reaktion des Aggressors unvorhersehbar. Sein Verhalten wirkt extrem wechselhaft und die Familie kann sich auf keine Ausgangssituation einstellen. Wechseln die Bezugspunkte, verändert er auch sein Verhalten. Insbesondere nach einer Scheidung verteilt er die Rollen neu.

Der Narzisst und die Frauenwelt
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Narzisstische Zufuhr zu erhalten, ist Sinn und Zweck vieler seiner Aktionen. Darunter ist auch zu verstehen, dass Kinder ganz bewusst in die Welt gesetzt werden, um die Partnerin dauerhaft an sich zu binden. So fühlt er sich sicher in der Beziehung und kann schneller seine destruktive Seite ausleben.
In anderen Fällen lässt er die Partnerin bewusst mit dem Kind allein und sieht sich als nicht zuständig. Bei beiden Thematiken greift die obengefasste Rollenverteilung.

ungesunde Familienstrukturen

Kommt ein neues Leben auf die Welt, kann die Situation deshalb schnell kippen. Partnerschaftsgewalt, die bisher nur latent vorhanden war, nimmt in vielen Fällen dann dramatisch zu. Kommt er als neuer Lebensgefährte in die Familie, geschieht das Gleiche. Streit und Unfrieden sind vorprogrammiert, da der Aggressor nur vordergründig, aber nie ernsthaft daran interessiert ist, eine gesunde Basis für zwischenmenschliche Beziehungen zu schaffen.
Im Grunde ist er nicht bereit, die Liebe und Aufmerksamkeit seiner Partnerin mit den Kindern zu teilen. Rivalitäten sind an der Tagesordnung und er wird viel Zeit damit verbringen, die Aufmerksamkeit der Partnerin von den Kindern abzulenken.

Nach kurzer Zeit beschäftigt sich diese nur noch mit der Persönlichkeit des Narzissten und die Anforderung, das Leben mit ihm erträglich zu gestalten. Um den Familienfrieden zu sichern, nimmt sie vieles in Kauf. Die Leidtragenden sind die Kinder. Sie bleiben auf der Strecke. Ihre Entfaltung und die Entwicklung ihrer Individualität muss sie bremsen und an die Anforderungen des Aggressors anpassen. Damit verspielt sie natürlich das kindliche Vertrauen, welches ihr naturgemäß von allein entgegengebracht wird. Die Kinder erleben ihre Mutter als eine Person, die fremdbestimmt handelt und somit keinen Respekt verdient. Sie kann sich selbst nicht helfen und dem Nachwuchs keinen Halt bieten. Stattdessen lernen die Kinder, wie die Mutter manipuliert wird.
Dass sie es nicht schafft, den Vater glücklich zu machen, um die Familie zu erhalten, wird ihr ebenfalls angelastet. Der Aggressor inszeniert seine Opferrolle perfekt. Die Mutter-Kind-Beziehung wird durch diese perfide Art des Umgangs ganz empfindlich gestört. Je länger die Situation besteht, je mehr werden alle Beteiligten massiv geschädigt.

Die Mutter-Kind-Beziehung ist eine uralte Bindung, die niemals endet. Sie will gepflegt und behütet sein, da sich auf diesem Gebiet eine große emotionale Palette von Gefühlen abspielt.

Eigene Worte

In einer Partnerschaft, die mit emotionaler Gewalt belastet ist, wird diese Basis zerstört. Viele Tage bestehen nur aus einem immerwährenden Tanz zwischen den Kindern und dem Partner. Es ist ein Jonglieren um den täglichen Ausgleich von Zuwendung und Aufmerksamkeit. Dieser Tanz erfordert viel Kraft, der im alltäglichen Leben mit den Kindern schnell fehlt.
Diese spüren natürlich die Überforderung der Mutter. Sie mögen auch vermuten, womit dies zusammenhängt, aber sie sehen in ihr naturgemäß den starken Arm, der sie tragen soll. Versagt sie hier, hat sie als Mutter versagt. Der Aggressor mit seiner perfiden Art ist völlig unerheblich.
In anderen Familien spult sich der Aggressor selbst zum Opfer auf, so das sich die Kinder von allein von der Mutter distanzieren. Destruktiv und ausbeuterisch sind beide Verhaltensmuster, da ihre Wirkung die gleichen Verletzungen in sich tragen.

Der Aggressor ist immer der Mittelpunkt, er ist aber auch derjenige, der jede Liebe für sich allein beansprucht. Diese absorbiert er in kürzester Zeit und verlangt nach immer mehr.
Ein Fass ohne Boden.

Dieses Verhalten macht müde, krank, einsam und verzweifelt.

2023@Evelina Blum