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Gaslighting, Traumabonding und Schuldumkehr

Partnerschaftsgewalt erfordert ein erhebliches Maß an Anpassung vom Opfer gegenüber dem übergriffigen Partner. Das Opfer spürt unbewusst, dass es nur so diese Beziehung aufrechterhalten kann. Der Aggressor nutzt und verstärkt diese Kompromissbereitschaft und spielt mit ihr. Dieser Zustand macht, fortgesetzt über einen längeren Zeitraum, krank. Die erwartete Selbstaufgabe, bis hin zum Persönlichkeitsverlust des Opfers, fordert seinen Tribut.

Dieser Missbrauch findet weitgehend im Kopf der betroffenen Frau statt, wird vom Partner aber pervers unterstützt. Die Umwelt steht daneben und sieht nicht, was geschieht.

Dieses Vorgehen ist eindeutig der Partnerschaftsgewalt zuzuordnen

Der Narzisst kann dieses destruktive Verhalten aus eigenem Antrieb heraus nicht ändern. Er kann nicht sehen, was er mit seinem Verhalten anrichtet. Wie groß die seelische Not beim Opfer ist, die er hervorruft, kann er nicht richtig einschätzen. Er kann weder verstehen, warum er etwas tut, noch aus welchem Grund er so handelt, um dann eine Veränderung seines Verhaltens herbeizuführen. Sein eigenes Krankheitsbild gibt das nicht her.

Manipulation ist emotionale Gewalt

Und das ist das, was ihn ans Ziel bringt. Selbst wenn es diesen Begriff nicht geben würde; er würde ihn erfinden. Er sammelt die emotionalen Schwachstellen seiner Partnerin wie Briefmarken und wird sie dann irgendwann mit ihren eigenen Themen und ungelösten Problemen manipulieren, misshandeln und herabsetzen.
Die Umwelt steht unwissend daneben und hat meist keine Ahnung von diesen Vorgängen. Sie wissen nichts über die Schmerzpunkte der Partnerin, auf denen der Narzisst gerade gnadenlos herumgetrampelt. Warum die eine oder andere Situation gerade so schmerzvoll für das Opfer ist, können sie nicht einschätzen.
Diese emotionalen Übergriffe geschehen zudem völlig willkürlich und ohne Vorwarnung. Wenn es dem Aggressor schlecht geht, oder die Partnerin verhält sich nicht in seinem Sinn, beginnt das Drama. Er weiß um ihre Verletzlichkeit und nutzt diese aus. Was er damit anrichten kann, begreift er nicht. Sein Weg ist das Ziel.

Die weitreichenden psychischen und emotionalen Folgen für die Partnerin sind absehbar

Das eigene Selbst kann nicht mehr ausgelebt werden und das Opfer verliert zunehmend den Zugang zu sich selbst. Die eigene Persönlichkeit wird versteckt, weil diese vom Partner/Aggressor immer mehr als fehlerhaft deklariert wird. Zeitgleich kann die Betroffene keine richtige emotionale Intimität aufbauen und verkümmert.

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Die Partnerin verzettelt sich

Der Aggressor nimmt die Äußerungen seiner Partnerin, die zunächst von Vertrauen und Liebe geprägt sind, auf und setzt diese später unauffällig gegen sie ein. Damit verliert sie nach und nach das Gefühl, ihrem Partner noch etwas anvertrauen zu können. In ihrer Umgebung findet sie keinen Halt, da sie ihr Problem nicht erklären kann.
Sie betritt eine Welt, in der sie sich verbiegt und verzettelt. In der sie das, was ihr wirklich wichtig ist, aus Angst vor seelischen Verletzungen, nicht mehr zum Ausdruck bringt. Das alles passiert schleichend, fast unbemerkt und wird vom Opfer kaum wahrgenommen, was sich trotzdem fatal auswirkt.

Die Partnerin verdreht damit sich, und nach und nach auch ihre eigene Wahrnehmung. Alles, was sie für ihren Partner tut, macht sie scheinbar freiwillig, weil sie zum Spiegel seiner Wünsche und Wertvorstellungen geworden ist. Wo ihre eigene Persönlichkeit beginnt, ihr eigener Horizont und das dazugehörige Seelenleben, kann sie nach einiger Zeit gar nicht mehr fühlen.

Einen Partner, der ihr alles wieder zurückbringen könnte, gibt es nicht. Sie kann sich auch selbst nicht helfen, weil sie sich verloren hat.

Positive Gefühle und Vertrauen lösen sich auf

Die Beziehung zu ihrem Partner endet in einem ganz massiven Missbrauch von Gefühlen und Vertrauen; und das Wort "Liebe" wird zum persönlichen Terror. Der normale Alltag kann nachher kaum noch bewältigt werden. Im Leben der Frau dreht sich alles nur noch um den übergriffigen Partner und um dessen Liebe, besser gesagt, um dessen Nichtliebe.

Alles muss sich nach ihm richten, damit ein gewisses Maß an Ruhe gegeben ist. In der Freizeit wird dann noch zusätzlich überlegt, wie sich eine Partnerschaft mit einem solchen Menschen besser bewerkstelligen lässt. Der Körper befindet sich damit in einem ständigen ungesunden Alarmzustand, aus dem es kein Entkommen mehr zu geben scheint.
Die Gedanken sind ständig bei den Problemen in der Beziehung oder drehen sich im Kreis. Die Schuld für diese schmerzhaften Vorgänge findet die Frau in ihrem eigenen unzulänglichen Verhalten.

Durch den täglichen "Eiertanz" kann sie sich selbst längst nicht mehr richtig begreifen und dem abhängigen Denken entgegentreten. Was noch eigenes Verhalten und was ein fremdbestimmtes Handeln aufgrund irgendwelcher Krisensituationen ist, kann sie nicht mehr nachvollziehen.

Die Fähigkeit zu erkennen, wie sie auf andere Personen wirkt, geht ebenfalls verloren. Wer sich selbst nicht kennt, kann sich auch nicht mehr richtig einschätzen. Die darauf ausgerichtete Wahrnehmung verabschiedet sich.

Die Beziehung wird zur Last

Durch die ständig stattfindenden emotionalen Übergriffe hat die Betroffene bald nichts mehr, womit sie ihre seelische Not kompensieren kann. Die Beziehung wird zu einer Last, die sie alleine tragen muss. Mit ihren Sorgen und Ängsten alleine gelassen, verstärkt sich ihr Gefühl der Hilflosigkeit durch die körperliche Angegriffenheit.

Die seelische Not überträgt sich auf den Körper:
Burn-out zeichnet sich ab,
Schlafstörungen nehmen kein Ende,
Depressionen stellen sich ein,
Antriebslosigkeit macht sich breit
und körperliche Beschwerden überschatten ihr Leben.

Nach jedem Streit ist sie emotional auf dem Tiefpunkt. Immer wieder muss sie erkennen, dass ihr Partner jederzeit bereit scheint, die Beziehung aufgeben zu wollen und eine seelische Verunsicherung jagt die nächste. Die ihr emotional zugefügten Verletzungen kann sie nicht verarbeiten. Es fehlt die Zeit und ein neuer Angriff ist schon in Planung. Sie geht auf Rückzug oder widersetzt sich.

Die Beziehung gerät nun in eine Gewaltspirale. Je mehr Gegendruck erzeugt wird, umso mehr Druck übt der Aggressor auf seine Partnerin aus. Je mehr sich die Partnerin gefallen lässt, umso mehr Gewalt wird auf sie ausgeübt. Ein Teufelskreis.

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Soziale Kontakte lösen sich auf

Die umstehenden Personen bemerken schnell, dass etwas nicht in Ordnung ist und wie der Mensch sich verändert. Die Partnerin muss sich an dieses Machtgefüge anpassen, wenn sie in dieser Beziehung überleben will. Sie sieht keinen anderen Ausweg und nimmt schmerzhaft in Kauf, dauerhaft ihre Bezugspersonen zu verlieren.
Freundschaften müssen gepflegt werden, aber was von der Partnerschaft abverlangt wird, ist ihr zu viel geworden. Deshalb beginnt sie, ihre nahestehenden Personen und ihre Freundschaften zu vernachlässigen. Ihre sozialen Kontakte werden immer weniger.

Ihre Umwelt sieht in ihrem Partner nicht die Person, die er wirklich ist. Dort wirkt er harmlos, liebenswürdig und liebenswert. Selbst wenn sie mit Freunden oder Bekannten über ihn sprechen könnte, würde sie kaum Zuspruch erhalten. So ist sie mit sich und ihrem Problem allein.
Die Überforderung und Ausweglosigkeit ihrer Situation lässt sie vielleicht zu Suchtmitteln greifen und damit gleitet sie noch schneller ab. Dies wiederum wird ihr von ihrem Partner zum Vorwurf gemacht und ihre sowieso schon vorhandenen Schuldgefühle verstärken sich.

Schuldgefühle ... Swingerclub ... und andere Gedankengänge

Überhaupt, alles scheint ihre Schuld zu sein. Dass die Beziehung abgeglitten ist, weil sie zur Flasche greift. Dass die Kinder verzogen sind, weil sie zu nachgiebig ist. Dass er fremdgeht, weil sie sich nicht genug oder falsch um ihn kümmert. Dass er sein Leben nicht genießen kann, weil sie ständig weint. Sie klammert und verlangt, dass er Verantwortung übernimmt.
Er wirft ihr vor, sie würde mit ihren Forderungen die Beziehung zerstören. Sie würde es nicht fertigbringen, ihm eine gute Frau zu sein, weil sie zu dick oder zu dünn ist. Dass sie es nicht schafft, diese Beziehung zu retten, obwohl sie ihren Partner liebt, da sie zu viel fordert und zu viel will.
Dass sie gehen will, anstatt an sich zu arbeiten. Dass sie ihn nicht mehr ertragen kann in sexueller Hinsicht und ihre Bereitschaft sich auflöst, auf seine sexuellen Absichten einzugehen. Dass sie sich seinen Wünschen widersetzt, einen Swingerclub zu besuchen.
Es gäbe so viele Wege, ihm eine gute und liebevolle Frau zu sein, statt dieses aufmüpfige Wesen, welches sich herausnimmt, selbst ein paar eigene Vorstellungen vom Leben zu haben.
Dass ihre Wünsche nicht die richtigen Gedankengänge haben, versteht sich fast von selbst. Dass sie immer alles übertreibt und alles gar nicht so schlimm ist, wie es gerade aussieht, liegt auch nur an ihrer Wahrnehmung, die leider auch ein bisschen verdreht ist. Vielleicht geht sie besser mal zum Arzt.

Kopfkino und die Tatsachen

Das – und noch viel mehr wird ihr niemals ins Gesicht gesagt.
Liebesentzug, ständige Ignoranz und regelmäßige emotionale und seelische Abwesenheit, gepaart mit ganz subtilen und versteckten Hinweisen, erzeugen letztendlich diese Gedankengänge in ihrem Kopf. Es ist das Kopfkino, welches durch das Verhalten des Narzissten in Gang gesetzt wird.

Denkt sie nur ein Bruchteil selbst, dass er recht haben könnte, gibt es fast kein Entrinnen. Ein gnädiger Partner, der sich ihrer annimmt und einiges zurechtrückt, ist nicht vorhanden, sondern nur das Gegenteil davon.

Tatsache ist, es ist "tatsächlich" alles so schlimm, wie es aussieht, und wenn die Frau ihren Mut zusammennimmt und gehen möchte, ist dies gleichzusetzen, als wenn der Himmel über ihr zusammenfällt. Nicht nur die Tatsache, dass es eine Riesenanstrengung ist, sich aus diesem Sumpf von Schuldgefühlen und Verantwortungen zu befreien, sie muss sich auch von ihren Lebensträumen verabschieden.

"Dann trenne dich doch!"

Eine friedliche Trennung ist fast nie möglich. Im Gegenteil. Durch die andauernde Gehirnwäsche ist bei der Partnerin der Eindruck entstanden, dass sie die Verantwortung für ihren Partner übernehmen muss. Dass sie ein schlechter Mensch wäre, wenn sie sich befreit. Diese und andere Vorwürfe nimmt die Betroffene auf und wird sie nur schwer wieder los.

Fazit

Die Auswirkungen von "emotionaler Partnerschaftsgewalt" sind verheerend. Ein anderes und besseres Wort fällt mir nicht ein. Wenn der eigene Partner sich auf diese Weise an einem Opfer vergreift, kann das fatale und weitreichende Folgen haben.

Wer diesen gravierenden Missbrauch ihrer Gefühle alleine bewältigen kann, ist fast vom Glück gesegnet und ein Einzelfall. Sich therapeutischer Hilfe anzuvertrauen ist sicher kein Zeichen von Schwäche, sondern beweist Stärke, Mut und Vertrauen in die Zukunft.

Die Auswirkungen von Partnerschaftsgewalt dürfen nicht unterschätzt werden. Insbesondere wenn eine Trennung ansteht oder vollzogen ist, stellen sich viele schmerzvolle Momente ein. Die Beziehung zu verlassen, ist jedoch der einzige Weg, den du gehen kannst, um dich selbst, dein Licht und deine Seele zu schützen.

Du bist ein wunderbarer Mensch und du musst dich nicht dafür entschuldigen, wenn du ihm keine üppigen Blumen kaufst, während er dir noch nicht einmal eine Rose mitbringt.
@Evelina Blum

mein Blog: Wenn die Liebe Dich leiden lässt.

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