LEBEN ohne Narzissten

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Verein emLife

Trennung vom Narzissten

Mein Partner ist Narzisst - Gefangen im eigenen Netz

"Ich kann mich nicht trennen"

Ist die "emotionale Gewalt" entlarvt, muss gehandelt werden. Eine Trennung steht im Raum. Dieser Gedanke löst Panik aus. Statt sich diesem Gefühl zu stellen, werden tausend Ausreden gesucht, um bei dem übergriffigen Partner zu bleiben. Diese sogenannten "Ausreden" sollten sorgsam hinterfragt werden, sonst bleibt man ewig verstrickt im eigenen Netz aus Unsicherheit und Angst.

Die Fragen und Überlegungen sollten also erst einmal angesehen werden, bevor eine Trennung tatsächlich angestrebt wird. Sie müssen ernst genommen werden. Auch Freunde und Bekannte sollten diese Sorgen und Nöte nicht beiseite schieben. Sie sind letztendlich wichtige Faktoren, warum die Frau in der Beziehung verbleibt.

die trüben Gedanken zulassen

Ich liebe ihn und werde ihn immer lieben
Ich kann nicht ohne ihn leben
Ich habe keine anderen Bezugspersonen, Freunde, Familie und Bekannte
Ich habe kein Geld um alleine klar zu kommen
Ich verschlechtere mich allgemein, wenn ich gehe
Ich nehme meinen Kinder den Vater
Ich nehme meinem Partner die Kinder weg
Ich müsste ohne meine Kinder gehen
Ich muss mir eine andere Arbeit suchen, weil ich mit ihm zusammen arbeite
usw.


Antworten finden

Das Leben nach der Beziehung muss nicht nur geordnet werden, es sollte auch emotional weitgehend abgesichert sein. Antworten auf wichtige Fragen müssen erst gefunden werden, mit denen später gelebt und umgegangen werden kann. Die Betroffene muss sich hier selbst an die Arbeit machen. Zweifel, Unsicherheit und Angst nehmen sonst zu und bestimmen weiter das Leben.

Bestimmte Gedanken geduldig zu hinterfragen schiebt die Angst und die Unsicherheit ein wenig zur Seite. Sich selbst Mut zu machen gehört auch dazu. Alternativen zu suchen und sie zu finden sind Wege aus der Beziehung. Nach draussen zu gehen, raus der Isolation, kann ein erster Schritt in die emotionale Freiheit sein. 




Neue Gedanken, für ein neues Leben

Neue Gedanken findet man nur in der Aussprache mit anderen, sonst kreist der Mensch immer nur um die gleichen Muster. Sich selbst zu erlauben, dass es neue Gedanken geben darf, sind treue Begleiter in ein freies und eigenständiges Leben.

Die unheilvollen Sätze des Aggressors, die sich tief eingegraben haben, müssen verarbeitet und umgeschrieben werden.  "Wenn du so denkst, mach ich besser Schluss". Wer diese Sätze immer wieder hört, stellt für sich fest, dass es gewisse Gedanken in einer Beziehung nicht geben darf. Irgendwann wird diese Überlegung zur Akzeptanz. Die Realität und wird nicht mehr hinterfragt. Ob der Ausschluß solcher Gedanken wirklich sinnvoll sind, ist kein Thema mehr.

Was der Frau immer wieder "vorgekaut" wurde, wird sie natürlich nicht mit zwei, drei Sätzen vergessen lassen. Es braucht Geduld.  Antworten müssen her.


Ich liebe ihn und werde ihn immer lieben
- aber mich liebe ich auch und mir geht es so schlecht, dass es mich bald nicht mehr gibt, wenn ich nicht gehe. Ich leide und es wird nicht besser. Lieben kann ich ihn ja weiter, aber aus sicherer Entfernung. Ich...

Ich kann nicht ohne ihn leben
- dieses hat er immer versucht mir zu sagen, mir zu unterstellen, aber ich werde lernen, dass ich mich auf mich selbst auch verlassen kann. Ich...

Ich habe keine Freunde
- aber ich werde mich jetzt umsehen. Ich werde jetzt Kontakt aufnehmen und Vertraute suchen, auch wenn ihm dies nicht gefällt. Alte Freundschaften werde ich wieder aufbauen und Hilfe suchen. Ich werde meine Familie um Unterstützung bitten. Ich werde versuchen Menschen zu finden, die mich auf dem Weg aus dieser Verbindung zu begleiten. Ich...

Ich habe kein Geld, um alleine klar zu kommen
- aber ich rechne jetzt alles ganz genau nach und wenn ich feststelle, dieses Geld reicht nicht, werde ich nachfragen, wohin ich mich wenden muss, um Unterstützung zu erhalten. Mein Lebensstandard sinkt vielleicht, aber mein Leben macht wieder Sinn. Ich...

Ich nehme meinen Kinder die Familie
- ja, dieses stimmt so. Aber wenn ich nur deshalb bleibe, führe ich meinen Kindern jeden Tag vor, wie ein Mann seine Frau behandeln darf. Das wird sich später auswirken und den Kindern nicht gut tun. Den Kindern erweise ich damit keinen Gefallen. Sie werden mich nach einiger Zeit verachten und sich abwenden, wenn ich nicht gehe. Ich...

Ich nehme meinem Partner die Kinder
- ja, aber ich kann mich bemühen, den Einfluss auf die Kinder möglichst gering zu halten, um ihm so die Chance zu geben ein guter Vater zu sein. Wenn er dies nicht ist, werde ich geeignete Mittel ergreifen. Ich ...

Ich muss eine andere Arbeit finden, weil ich mit ihm zusammenarbeite
- eine neue Tätigkeit zu finden geht von heute auf morgen, aber ich werde mich in aller Ruhe umschauen, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, diese Abhängigkeit zu lösen. Ich...


Ich werde für immer traurig sein
ja - natürlich werde ich traurig sein.
Schwach und Einsam. Ich werde trauern, wenn ich diese Beziehung verlasse und dazu habe ich alles Recht dieser Welt. Ich werde aber auch wieder Freude am Leben finden, weil ...


Warum kann ich nicht gehen und den Narzissten verlassen

Warum kann ich nicht gehen und den Narzissten verlassen? Wie lange bleibe ich noch? 

Viele Betroffenen warten auf den richtigen Tag, an dem sie gehen werden. Dieser Tag wird nie kommen, weil der Narzisst dich viel zu gut kennt und deine Grenzen immer wieder neu auslotet. Bemerkt er den Widerstand, rudert er wieder zurück. Du denkst es wird besser und damit hat er dich  wieder eingefangen.


Die Wahrheit?

Es gibt keinen guten Tag, um zu gehen. Jeder Tag ist der richtige, wenn du tatsächlich gehen willst.

Jeder Tag mehr schwächt dein eigenes Selbst; und der Gedanke, "mir muss es erst etwas besser gehen", erweist sich oft als Trugschluss. Jeder Tag mehr - bestärkt Dich unbewusst in dem Glauben, sein perfides Verhalten verdient zu haben. 

Eine Trennung fühlt sich immer an wie ein riesiger Berg, der sich einfach nicht bewältigt lässt und doch ist es möglich. 

Vertrau auf Dich und geh,
wenn Deine Zeit dafür gekommen ist.


Text by Evelina Blum