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Verein emLife

Partnerschaft und Familie

Der Missbrauch der Mutterrolle

Kindererziehung als Mittel zum Zweck

Jede Mutter-Kind-Beziehung ist anders geprägt. Die Mutter bringt naturgemäß ihre eigene Vorstellung vom Leben mit in diese Verbindung und gibt diese an ihr Kind weiter. Ihr Verhalten kann aber auch unbemerkt gesteuert werden.

Meint es der Partner nicht gut mit seiner Partnerin, kann dies ungeahnte Ausmaße annehmen. In narzisstischen Beziehungen werden Kinder oft eingesetzt, um die Frau zu "erziehen". Machtspiele, rund um das Thema Kindererziehung, machen dem Leben in Liebe und Geborgenheit ein schnelles Ende.

Liebe durch Versprechen in die Zukunft

Am Anfang leuchtet alles noch in "rosaroten" Farben. Weit und breit ist alles in bester Ordnung. Auch in Partnerschaften, in denen die Frau schon Kinder hat, werden Zukunftsvisionen vom in den Raum gestellt, wie sie schöner nicht sein könnten. Die gemeinsame Zukunft wird geplant und auch die Kinder lässt der Aggressor in diesen Visionen nicht aussen vor. Im Gegenteil.

das perfekte Leben?

Was für verstärkte Aufmerksamkeit und verantwortungsvolles Denken gehalten wird, ist oft nur der Auftakt für die bald folgenden Angriffe auf das soziale Leben als Familie. Die Gespräche dienen ihm nur dazu herauszufinden, wie die Partnerin im allgemeinen zu den Kindern steht und sich Ihnen gegenüber verhalten wird, wenn er dieser Konstellation beitritt.

Wenn die Frau schon Kinder aus anderen Verbindungen hat, ist es interessant für ihn zu erfahren, welche Beziehungsstrukturen aufgebaut wurden. Wie steht die Partnerin zu den eigenen Kindern und wo wird sie bereit sein, Kompromisse einzugehen.
Er will herausfinden, in welchem Unfang die Partnerin über die Kinder angreifbar ist und wie weit er gehen kann, um bewusst Neid und Mißtrauen zwischen den Parteien aufzubauen, ohne sich selbst einzubringen zu müssen.
Sind es die eigenen Kinder, wird er schon bald damit beginnen, die "emotionale" und "finanzielle" Abhängigkeit der Partnerin auszunutzen. Seltsames Verhalten und "verbale" Entgleisungen finden vielfach schon in der Schwangerschaft statt, weil er sich seiner Partnerin sicher geworden ist.
Dazu kommt sein Eifersuchtsgefühl und die Erkenntnis, dass er bald nicht mehr der einzig wichtige Mensch im Leben seiner Partnerin sein wird. Diese Art der Zurücksetzung, selbst durch die eigenen Kinder, kann er nur sehr schwer aushalten. Die Folgen sind unübersehbar.



Einige Beispiele:

1. Die Mutterrolle wird kritisiert

Ist das Kind noch klein, kritisiert er zunehmend das Verhalten der Mutter. Immer scheint sie etwas Falsches zu tun. Sie gibt dem Kind zuviel Zuwendung oder zuwenig davon. Der Haushalt ist nicht in Ordnung oder das Kind schreit zu viel.
Die Mutter scheint nicht in der Lage, ihre Rolle vernünftig zu gestalten und trotzdem noch eine einfühlsame Geliebte zu sein.

Sind die Kinder größer, wird schnell vorausgesetzt, dass sich das Kind um sich selbst kümmern kann. Alles andere erscheint als übertriebene Mutterpflicht und überflüssig. Andere Mütter kommen ihren Pflichten schließlich auch problemlos nach und an Beispielen, wie dieses gelingt, wird nicht gespart. Ein Leben mit ihm bringt Probleme, von denen andere Frauen noch nicht einmal träumen.
Eine feste Erziehungsrichtung ist nicht möglich, da er ständig eine andere Meinung als die Partnerin vertritt und bei Bedarf die Richtung wechselt.


2. Die Mutter wird in ein schlechtes Licht gesetzt

Lässt sich die Partnerin trotz aller Manipulationen nicht beirren und stellt die Kinder für sich ganz klar in den Mittelpunkt, wird sie unauffällig über die versteckte Kritik an "ihren" Kindern misshandelt. Die Partnerin selbst, wird mit keinem Wort kritisiert.
Da sich fast jede Mutter über ihre Kindern identifiziert, funktioniert dieser Umweg sehr gut. Sie sieht ein Versagen der Kinder als ihr Versagen.

die Folge dieser Manipulation?

Durch "sein" Verhalten wird "sie" indirekt aufgefordert, sich den Kindern gegenüber immer mehr einzubringen und die Erziehungsarbeit allein zu leisten. Gleichzeitig wird sie von ihrem Partner keine Rückendeckung erhalten, weil der sich, manipulativ und plakativ auf die Seite der Kinder stellen wird, um weiter Druck auszuüben.
So kann er seine weiße Weste behalten und muss keine Verantwortung übernehmen.

Als zuverlässiger Partner in Krisensituationen scheidet er damit aus, weil er sein Verhalten immer nach seinen eigenen Interessen ausrichtet. Im Zweifel spielt er sogar im Beisein der Kinder seine eigenen Kritikpunkte an dem Verhalten der Kinder herunter, um sich als guter Vater zu präsentieren. Die Frau ist trotzdem schuld an dem Versagen der Kinder.
Damit erreicht er auf lange Sicht, dass seine Partnerin sich bei den Kindern immer unbeliebter macht und er harmlos mitansehen kann, wie alles seinen Lauf nimmt:
Dass die betroffene Frau keinen verlässlichen Partner an ihrer Seite hat ist ihr zwar bewusst, aber da dieser immer wieder greifbare und logische Gründe für sein wankelmütiges Verhalten vortragen kann, steht sie hier auf verlorenem Posten. Ein Teufelskreis aus psychischen Spielereien nimmt seinen Lauf.

Die Kinder leiden unter einem solchen Verhalten, weil sie den Verrat an der Mutter vielleicht nicht sehen, aber ihr Gefühl sagt ihnen ganz deutlich, dass sie selbst "falsch" sein müssen, wenn die Erwachsenen sich so benehmen.


3. Die Mutter als Sündenbock

In einem anderen Szenario teilt er seinen Kindern unaufgefordert mit, dass die Mutter zu "dumm", im Zweifel zu "blöd" und nicht in der Lage ist, Ordnung zu schaffen. Den Kindern wird signalisiert, dass er die Erziehungsarbeit übernehmen muss, da seine Frau/Lebensgefährtin dazu nicht in der Lage ist. Dafür stehen verschiedene verbale Mittel zur Verfügung: "Deine Mutter hat gesagt, du sollst deine Hausaufgaben machen, sonst darfst du nicht zum Sport."

Auch in anderen Fällen, in denen es sich ganz eindeutig um seine eigenen Anliegen handelt, denen die Mutter nicht nachzukommen vermag, schiebt er die Verantwortung ab.  Die Kinder müssen die Einkäufe für ihn erledigen, weil in Wirklichkeit er zu faul ist, um einkaufen zu gehen. 
Irgendwann lassen sich die Kinder und insbesondere Jugendliche nicht mehr einfangen. Richtet die Mutter jetzt selbst eine Bitte an die Kinder, warten diese erst ab, was der Vater/Lebensgefährte dazu sagt.


4. Die Mutter wird ignoriert

In anderen Familien wird die Mutter an den Rand gedrängt, weil der Aggressor seiner Partnerin ganz deutlich signalisiert, dass die Kinder für ihn an erster Stelle stehen. Gemeint sind hier Aufmerksamkeiten, die überdeutlich in den Partnerschaftsbereich gehören, aber geplant und regelmäßig an die Kinder herangetragen werden. Dazu gehört, dass er bewusst die Mutter als seine Partnerin und Vertraute ignoriert.

Beispiel: "Die Urlaubsplanung macht er nicht mit ihr, sondern mit den Kindern. Sie wird nur informiert." 
Das Mutter-Kind-Verhältnis verwandelt sich dadurch in ein Konkurrenzgerangel, was besonders zwischen Mutter und Tochter schlimme Folgen haben kann. Er schürt so ganz bewusst die Eifersucht seiner Partnerin, auf das eigene Kind.

DerAggressor signalisiert mit seinem Verhalten, dass die Kinder ihre Mutter nicht ernst nehmen müssen. Bei vielen Auseinandersetzungen, die in der Regel vor den Kindern ausgetragen werden, wird die Mutter weiter massiv abgewertet. Will sie sich noch bei den Kindern durchsetzen, muss sie jetzt schwere "Geschütze" auffahren und bringt die Kinder damit gegen sich auf. Rückendeckung von ihrem Partner wird sie nicht erhalten und wenn, dann nur falls es sich für ihn lohnt.

Die Kinder sehen in der Mutter eine Person, die keine Lobby bei dem Partner hat und verurteilen sie heimlich, weil sie ihre Stelle einnehmen müssen. Die Kinder können zwar die eigenen Wünsche schneller voranbringen, aber die "starke" Mutter fehlt ihnen beträchtlich.

 Irgendwann ignorieren sie die Mutter und diese Ignoranz wird schnell zu Normalität. Die Mutter wird endgültig zum Spielverderber, falls sie sich dagegen auflehnt. Dem Kind mag vielleicht durchaus bewusst werden, dass die Mutter ungerecht behandelt wird, aber statt dem schwächeren Part zur Seite zu stehen, passiert in der Regel genau das Gegenteil.


5. Die Partnerin wird klassisch ausgespielt

Der Partner steht wechselseitig auf der Seite seiner Partnerin und denen der Kinder. Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit gibt es nicht. Alles wird vordiktiert durch den Aggressor.
Mitteilungen, die ihm in Vertrauen mitgeteilt wurden, werden gnadenlos ausgespielt, um die Kinder auf seine Seite zu ziehen. Im Fokus steht natürlich nur der Verrat der Mutter. Der Verrat des Aggressors an seiner Partnerin, die sich ratsuchend an ihn gewendet hat, wird nicht gesehen. Die Partnerin wird ganz bewusst in ein schlechtes Licht gesetzt.
Nur, wenn ihm danach ist, wird er die Mutter vor den Kindern verteidigen und sich solidarisch zeigen. Wenn er seine Partnerin "bestrafen" möchte, stellt er sich offen oder versteckt gegen sie. Worum es gerade geht, welche Tatsachen gerade diskutiert werden, und was tatsächlich für Probleme im Raum stehen, wird völlig ignoriert.

Fazit

Eine sinnvolle Lösung wäre, den Kindern in der Erziehung gemeinsam klare Grenzen zu setzen und die Verantwortung zu teilen. In einer Beziehung, die mit "emotionaler Gewalt" beginnt und im "emotionalem Missbrauch" endet, gibt es dieses Verhalten leider nicht. Verletzte Seelen und Kinderherzen bleiben auf der Strecke.

Dadurch geschieht etwas, was sich keine Mutter wünscht. Sie wird emotional getrennt von den Kindern und immer abhängiger von ihrem Partner, weil der die Kinder im Griff hat. Sie lebt nur noch in einer Welt der Schadensbegrenzung, in der die Kinder die leidtragenden Opfer sind.


Vom Partner kann sie sich trennen, von den Kindern niemals.
Der Partner weiß es.
Weiß die Frau es auch?


Evelina Blum
Coaching und Beratung