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Emotionale Gefühlswelten

Ich will zurück - Die Trauerphase

Wie soll ich das alles überstehen?

Die Trennung von einem Narzissten fühlt sich an wie eine Trennung von sich Selbst. Und genau das ist es auch. Der Narzisst hat keine eigene Persönlichkeit mitgebracht und nur die Partnerin ausgelotet. 

Ich will den Narzissten zurück

"Ich will trotzdem zurück"

In der ersten Zeit nach der Trennung herrscht nur dieser eine Gedanke vor. Dass man auch schon während der Beziehung, mehr oder weniger, allein gelebt hat, dessen ist man sich durchaus bewusst; trotzdem war da immer noch der Partner, um den sich das ganze Denken gedreht hat. Mit der Trennung hat man daher nicht nur den Narzissten verloren, sondern auch den eigenen Lebensmittelpunkt. Die Lebensumstände verändern sich jetzt dramatisch und man wünscht sich in die Beziehung zurück, damit der Schmerz endlich nachlässt. 
Dazu kommt die Verarbeitung der vermeintlichen Schuld, die Trennung angeschoben zu haben. Spielt der Aggressor diese Schuldgefühle auch noch nach der Trennung  aus, weil das Opfer nicht sofort den Kontakt abbricht, landet die Betroffene in einer Endlosschleife und macht sich selbst Vorwürfe. Um diesen Gefühlen auszuweichen, gehen viele Betroffene wieder zurück in die Beziehung. Dieser Zustand kann also nur beendet werden, wenn der Kontakt tatsächlich abbricht und die Gehirnwäsche ein Ende findet. 

Nicht die Betroffene trägt die Schuld am Ende der Beziehung. Vielmehr hat der Aggressor selbst, mit seinem perfiden Verhalten der Partnerin gegenüber, die Trennung provoziert.

Viele Frauen sehen sich außerdem mit der Tatsache konfrontiert, durch eine andere Frau ersetzt worden zu sein. Anstatt nun entsetzt und enttäuscht über den Partner zu sein, fragt sich das Opfer oft, was es selbst falsch gemacht hat. Die vorgebrachten Gründe des Aggressors sind beizeiten völlig absurd. (Du bist krank. Geh mal zum Arzt). Oft werden sie auch nur pauschal mitgeteilt, trotzdem bleiben sie im Gedächtnis der Betroffenen und führen dort ein Eigenleben. 

Was das Opfer in dieser Situation nur selten sieht, ist die Tatsache, dass der Aggressor spiegelt und hauptsächlich von sich Selbst redet, wenn er der Partnerin Vorwürfe macht. Damit stiehlt er sich aus jeder Verantwortung. 

Schuld abweisen Narzisst


Die Trauerphase - Verletzungen müssen heilen!

Das Ende der Beziehung tut weh und die erlebten Verletzungen kommen jetzt erst richtig ans Licht. In der Beziehung rollte eine Verletzung nach der anderen auf das Opfer zu und konnte nicht verarbeitet werden. Diese Tatsache macht möglich, den Verletzungen nicht den richtigen Wert zugeordnet zu haben und vieles zu glauben, was der Aggressor dem Opfer vorwirft. Das Wahrnehmen der eigenen Würdelosigkeit und die destruktiven Gedanken lähmte in vielen Fällen ganz massiv die eigene Person und vieles muss erst wieder den richtigen Platz finden. Gleichzeitig kreiseln die Gedanken weiter um den Partner und wie dieser gerade die Trennung verarbeitet. Von der einsetzenden Trauer, um die vermeintlich rosarot gefärbte Zukunft mit dem Partner, mal ganz abgesehen. Zerplatzte und zerstobene Lebensträume mit eingeschlossen.

Die eigene Psyche hat sich scheinbar irgendwie aufgelöst und man fühlt sich wie umprogrammiert. 

Emotionale Gewalt und Partnerschaftsgewalt hinterlässt immer diese Spuren, ganz besonders in der Psyche der Betroffenen. Dass sich die in Aussicht gestellte wunderbare Zukunft mit dem Partner niemals eingestellt hätte, weiß die Frau im hintersten Winkel ihres Herzens. Trotzdem ist der Verlust einfach "da". 
Sich aus einer destruktiven Partnerschaft zu lösen ist schwer. Die erlittene Ungerechtigkeit muss kompensiert werden und die zerbrochene Seele muss Heilung finden. Das kostet mehr emotionale Kraft als eine herkömmliche Trennung.
Das Selbstbewusstsein, die Seele und die körperliche Verfassung hat enorm gelitten und schon eine kurze Beziehung mit einem persönlichkeitsgestörten Menschen kann das Opfer in einen Strudel von Verzweiflung, psychischen Schüben und Verzweiflungsgedanken treiben. Diese Gefühle sind mit einer normalen Trennung ebenfalls nicht vergleichbar.

Trotz allem lohnt es sich die Trennung durchzuhalten, auch wenn es schwer fällt, sich nicht wieder mitreißen zu lassen, von einem Schwall von Lügen und Lockangeboten. Diese versprechen zwar eine bessere Partnerschaft, aus der jedoch niemals etwas werden wird. Es sind nur Worte. Worte ohne Bedeutung und Hintergrund..

Egal was passiert; es kann nicht besser werden. Der Narzisst kann sein Verhalten nicht ändern. Seine Persönlichkeit, durch schweren Missbrauch in der eigenen Kindheit geschädigt, kann das nicht zulassen. Nur die Partnerin kann ihre Situation verändern und ihr Leben in andere Bahnen lenken.

"Aber, dann habe ich versagt."

Nein, hast Du nicht. Auch die nächste Beziehung des Aggressors wird so enden. Seine psychischen und verbalen Verletzungen werden auch dort Wirkung zeigen. Es liegt nicht an Dir, mag er das auch immer wieder von sich geben, wie eine kaputte Schallplatte.

@Text by Evelina Blum