LEBEN ohne Narzissten

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Verein emLife

Missbrauch - Emotionale Gefühlswelten

Der Kampfmodus. "Ich gebe nicht auf"

Opfer von Narzissten kämpfen um ihre Beziehung bis zum bitteren Ende. Warum?

Ist die narzisstische Gewalt erkannt, beginnt die Überlegung, wie die Partnerschaft nun weitergeführt werden kann. Viele Betroffene haben sich auch schon vor dieser Erkenntnis nichts vom narzisstischen Partner gefallen lassen, sondern auf ihr Recht um Anerkennung und Würde gepocht. Sie haben geschrien, getobt und dem Partner "immer" ihr Meinung gesagt. Damit fahren sie fort und fühlen sich sicher, da sie sich die emotionale Gewalt ja nicht gefallen lassen, sondern sich dagegen auflehnen.

Sie lassen sich auch weiterhin nicht klein reden und arbeiten im höchsten Maße an ihrer Autonomie. Sie bleiben dem Aggressor erhalten und werden den Kampf nie aufgeben. Sie streiten weiter, toben und gehen massiv gegen den Aggressor vor. Dieser freut sich, weil er wieder einmal etwas bekommt, was ihm seiner Meinung nach zusteht. Aufmerksamkeit und Beachtung. Dieser Kampf bestimmt das Leben der Partnerin. Ein Kampf der Energien wegsaugt.

Trotzdem ist die Betroffene stolz darauf, dass sie sich nichts vom Aggressor gefallen läßt. Es ist jedoch ein Kampf, der nicht "ihn" verändert, sondern "sie".  Später sagen zu können; "Ich habe mir nie etwas gefallen lassen" ist keine Erfolgsmeldung. 

Das Gegenteil ist der Fall. Die betroffene Frau spielt das Spiel des Narzissten und damit hat sie seine Erwartungen wieder einmal mehr als erfüllt. Anstatt sich abzuwenden, wenn die eigenen Grenzen immerzu massiv übertreten werden, lehnt sie sich nur auf und der Narzisst genießt ihren Schmerz. 


Der Kampfmodus. Ich kämpfe um meinen Partner

Missbrauch macht einsam 

Dieses kranke Beziehungsmuster hat weitreichende Folgen für die Partnerin. Wer sie wirklich ist, kann sie nach einiger Zeit nicht mehr wahrnehmen, da ihr Verhalten bald keine authentische Komponente mehr aufweist. Sie ist ein einer Art Kampfmodus gefangen. Die Betroffene verliert das Feingefühl für sich selbst, weil sie ständig darauf bedacht sein muß, ihre Grenzen zu verteidigen.

Ihre eigene Persönlichkeit löst sich deshalb nach und nach immer mehr auf. Dass Vertrauen in die Beziehung geht verloren und wird ersetzt durch eine fremdbestimmte Traurigkeit. Die Partnerschaft ähnelt mehr einem Kriegsschauplatz als einem Ort der Ruhe und Geborgenheit.

Adrenalinausschüttung, und höchste Alarmbereitschaft rund um die Uhr, machen krank, fahrig und nervös und bald dreht sich alles nur noch um den übergriffigen Partner. Für alles andere fehlt die Energie, die Lust und die Lebensfreude. Individuelles und selbstbestimmtes Denken verliert sich, weil die Beziehung durch den nicht greifbaren Terror durchsetzt ist. Die Psyche verändert sich. 

Die Betroffene verliert sich in dem ewigen Kampf, der ihre Grenzen schützen soll. 

Ihre eigene Identität geht derweil andere Wege.



Der Narzisst und die Frauenwelt by Evelina Blum

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